Sonntag, 30. Mai 2010
La cruz del diablo
Cross of the Devil, Spanien 1975, Regie: John Gilling



Der englische Schriftsteller Alfred Dawson hat wohl auch wegen seines starken Haschischkonsums merkwürdige Träume und Visionen, in der eine schöne Frau, von finsteren Gestalten umgeben, seinen Namen ruft. Als er einen Brief seiner Schwester erhält, die meint, in großer Gefahr zu schweben, reist er zu ihr nach Madrid. Dort angekommen, ist sie jedoch bereits tot. Sie wurde ermordet aufgefunden am „Berg der Seelen“, an dem sich der Legende nach nachts Tempelritter aus ihrem Grabe erheben...



Beim Motiv der untoten Tempelritter denkt man freilich unwillkürlich an die „Reitenden Leichen“-Filme, hier von einem Ripoff zu sprechen wäre aber wohl etwas fehl am Platze, handelt es sich doch um die Verfilmung mehrerer „Leyendas“ aus der Feder von Gustavo Adolfo Becquer, die bereits 1871 posthum erschienen sind und wohl auch Amando d'Ossorio zu seiner Filmreihe inspiriert haben. Anders als diese ist La Cruz del Diablo nicht sehr auf Schock ausgelegt, sondern legt mehr Wert auf eine traumähnliche Atmosphäre, die aufgrund einer hervorragenden Fotografie und einem tollen Score auch wunderbar funktioniert. Auch bleibt bis zum Ende hin ziemlich offen, ob viele der Geschehnisse nicht nur bloße Halluzinationen der Hauptfigur waren. Das Drehbuch stammt übrigens aus der Feder der dieses Jahr verstorbenen spanischen Horrorikone Paul Naschy. Der wollte eigentlich auch die Hauptrolle spielen, wurde aber leider gefeuert.

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