Sonntag, 6. Juni 2010
Macario
Mexiko 1960, Regie: Roberto Gavaldón



Der arme Holzfäller Macario ist zwar ein wenig einfältig, hat aber ein Herz aus Gold. Da er ständig mit ansehen muß, wie sich seine Arbeitgeber die Bäuche mit allerlei Köstlichkeiten vollschlagen, während seine eigenen Kinder ihn mit hungrigen Augen anstarren, fasst er einen Entschluß: Er will so lange keinen Bissen mehr zu sich nehmen, bis er sich richtig satt essen kann. Seine verzweifelte Frau ergreift dann die Gelegenheit, einen Truthahn zu stehlen, um diesen ihrem Mann zu schenken. Als Macario ihn jedoch morgens im Wald alleine verzehren will, begegnen ihm seltsame Fremde, die ihn um einen Anteil bitten...



Und das ist gerade mal der Anfang dieser wundervollen Geschichte voller Warmherzigkeit und Fantasie. Die recht allegorische Vorlage von B. Traven wird in eindrucksvolle Bilder verpackt und von einem tollen Ensemble dargeboten. Zu meckern gibt es hier nichts!

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Samstag, 5. Juni 2010
Live-Audiokommentar XII: Wunden gibt es immer wieder


Auch im Juno flackert wieder ein Überraschungsfilm in der Raststätte und wird live kommentiert. Gast ist diesmal Mortizia Addams, gelernte MOVIEbeta-Kolumnistin, zu deren Vorlieben u.a. auch Horrorfilme klassischen Zuschnitts gehören. Was eventuell ein Hinweis auf die Natur des gezeigten Films sein könnte...woher kommt mir nur das Bild so bekannt vor?

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Freitag, 4. Juni 2010
Zirneklis
Lettland 1991 Regie: Vasili Mass



Auf Wunsch des Pastors soll die hübsche junge Vita einem Maler für die Jungfrau Maria Modell stehen. In dessen Atelier angekommen, fühlt sie sich aber nicht besonders wohl, scheinen dessen Gemälde doch ein merkwürdiges Eigenleben zu besitzen und hauptsächlich nackte Menschen und bizarre Monstren darzustellen. Schon vorher von Alpträumen geplagt, verstärken sich diese jetzt noch und werden zusätzlich von Halluzinationen begleitet – kann der Maler sich tatsächlich in eine riesige Spinne verwandeln und versucht, Vita zu vergewaltigen? Ihre Mutter ist jedenfalls besorgt und schickt sie aus Riga erstmal zu Verwandten, die in einer Burg an der Ostsee leben...



Hinreißend merkwürdiger Film voller bizarrer Ideen und schöner Bilder. Da fiel es dann auch weniger ins Gewicht, daß ich von den Dialogen kein Wort verstanden habe. Fein, wie der Regisseur mit der Verwandschaft von Gemälden und Film spielt – da werden einerseits Gemälde plötzlich lebendig, andererseits einzelne Einstellungen durch die Lichtsetzung wiederum zu Gemälden. Die Traumsequenzen sind zahlreich und äußerst fantasievoll, und beim Schauplatzwechsel in der zweiten Hälfte kommt noch einiges an Gothic-Atmosphäre hinzu. Sehr hübsches, eigenwilliges Werk mit einer bezaubernden Hauptdarstellerin.

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