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Freitag, 9. Juli 2010
Rudimentary Peni: Cacophony
hypnosemaschinen, 01:38h
Eine Punkband macht ein Konzeptalbum - dürfen die das? Selbstverständlich! Vor allem, wenn das Konzept H.P. Lovecraft heißt und die Punkband einen Scheiß auf musikalische Grenzen gibt und zudem noch so begabt ist wie die britischen RUDIMENTARY PENI. Wie das bei Konzeptalben so ist, sollte man sie eigentlich komplett hören, um die ganze Größe zu erfahren, so ein einzelner Clip wie hier reicht eigentlich nicht. Erfreulicherweise ist die Band nach diesem Meilenstein von 1987 nach wie vor aktiv, Sänger und Gitarrist Nick Blinko ist zudem als Autor und Künstler tätig - einige seiner Zeichnungen finden sich z.B. hier und könnten teilweise mit einem Edward Gorey, der den Boden unter den Füßen verloren hat, verglichen werden. In den 90ern war Blinko wegen schizophrener Störungen auch mehrfach in psychiatrischer Behandlung. Auf jeden Fall ein Künstler ganz nach meinem Geschmack und so ein verstörendes, kompromissloses Album wie CACOPHONY, auf dem poppiger Punk und dissonanter Noiserock zusammen mit merkwürdigen Geräuschen und Monologen eine untrennbare Einheit bilden, habe ich seitdem nicht mehr gehört.
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Sonntag, 4. Juli 2010
Angel, Angel, Down We Go
hypnosemaschinen, 20:36h
Cult of the Damned, USA 1969, Regie: Robert Thom

Der Vater des Teenagers Tara ist einer der reichsten Männer Amerikas, ihre Mutter wiederum ein ehemaliges Zigarettenmädchen und Pornofilmdarstellerin. Letztere möchte für ihre Tochter, die aus dem Schweizer Internat heimgekehrt ist, eine pompöse Coming Out-Party schmeißen, was für die schüchterne, übergewichtige Tara einem Alptraum gleichkommt. Nach wenigen Minuten flüchtet sie in ein Waldstück und wird dort beinah von dem Rocksänger „Bogart Peter Stuyvesant“ überfahren, der sie anschließend zum Mitfahren überredet und verführt. Tara ist aber nur das erste Ziel des charismatischen Exzentrikers, er möchte auch noch an Mutter und Vater ran...

Es ist schon ein bemerkenswerter Zufall, daß dieser Film in den Kinos lief, als die berüchtigten Tate/LaBianca-Morde der Manson-Familie stattfanden. Da er ziemlich floppte, brachte die nie um Marketingkampagnen verlegene AIP ihn kurze Zeit später unter dem Titel „Cult of the Damned“ noch einmal heraus, auf den Plakaten direkte Bezüge zu den Ereignissen nehmend. Das half freilich auch wenig, denn abgesehen von einzelnen Szenen dürfte das Horrorfilm-Publikum diesem satirischen Musical-Trip eher mit Unverständnis begegnet sein. Der Film wirkt auch heute noch an manchen Stellen hoffnungslos überladen, ist als Kuriosum aber hochinteressant. Da wär zum einen die immer noch schöne, ehemalige Oscargewinnerin und David Selznick-Gattin Jennifer Jones in der Rolle der Mutter, bei der man sich schon fragt, ob sie wußte, in was sie da hineingeraten war. Dann ist da noch eine von visuellen Ideen überlaufende Bildgestaltung, die oft Collagen im Stil von Robert Rauschenberg verwendet, und zu guter letzt die Songs aus der Feder von Barry Mann, gegen die man auch nichts haben kann. (Beim folgenden Clip fehlt leider ein großer Teil des Slomo-Sitar-Intros.)

Der Vater des Teenagers Tara ist einer der reichsten Männer Amerikas, ihre Mutter wiederum ein ehemaliges Zigarettenmädchen und Pornofilmdarstellerin. Letztere möchte für ihre Tochter, die aus dem Schweizer Internat heimgekehrt ist, eine pompöse Coming Out-Party schmeißen, was für die schüchterne, übergewichtige Tara einem Alptraum gleichkommt. Nach wenigen Minuten flüchtet sie in ein Waldstück und wird dort beinah von dem Rocksänger „Bogart Peter Stuyvesant“ überfahren, der sie anschließend zum Mitfahren überredet und verführt. Tara ist aber nur das erste Ziel des charismatischen Exzentrikers, er möchte auch noch an Mutter und Vater ran...

Es ist schon ein bemerkenswerter Zufall, daß dieser Film in den Kinos lief, als die berüchtigten Tate/LaBianca-Morde der Manson-Familie stattfanden. Da er ziemlich floppte, brachte die nie um Marketingkampagnen verlegene AIP ihn kurze Zeit später unter dem Titel „Cult of the Damned“ noch einmal heraus, auf den Plakaten direkte Bezüge zu den Ereignissen nehmend. Das half freilich auch wenig, denn abgesehen von einzelnen Szenen dürfte das Horrorfilm-Publikum diesem satirischen Musical-Trip eher mit Unverständnis begegnet sein. Der Film wirkt auch heute noch an manchen Stellen hoffnungslos überladen, ist als Kuriosum aber hochinteressant. Da wär zum einen die immer noch schöne, ehemalige Oscargewinnerin und David Selznick-Gattin Jennifer Jones in der Rolle der Mutter, bei der man sich schon fragt, ob sie wußte, in was sie da hineingeraten war. Dann ist da noch eine von visuellen Ideen überlaufende Bildgestaltung, die oft Collagen im Stil von Robert Rauschenberg verwendet, und zu guter letzt die Songs aus der Feder von Barry Mann, gegen die man auch nichts haben kann. (Beim folgenden Clip fehlt leider ein großer Teil des Slomo-Sitar-Intros.)
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Sonntag, 4. Juli 2010
Shirley Jackson: Wir haben schon immer im Schloß gelebt
hypnosemaschinen, 01:30h
Aus der Perspektive des jungen Mädchens Merricat erleben wir die Geschehnisse auf einem alten Landsitz: Es ist nicht besonders schön, was dort vor sich geht, vielmehr deutet alles in Richtung Tod und Verderben. Doch können wir unserer Erzählerin wirklich trauen? Sie scheint ein sehr eigenwilliges Mädchen zu sein...
Warum, oh warum hat dieses Buch eigentlich noch kein Schwein verfilmt? "The Haunting of Hill House" war geil und die Verfilmung von Robert Wise ein Klassiker (zu meiner Einschätzung des Remakes mag sich der geneigte Leser eine Badewanne voller Erbrochenem vorstellen), aber in "We have always lived in the Castle" aus dem Jahr 1962 ging die liebenswert misanthropische Autorin noch einen ganzen Schritt weiter und läßt ihre sowohl psychopathische als auch sympathische Hauptfigur poetische Einschätzungen des Lebens absondern, die der Wahrheit schon ziemlich nahe kommen. Es ist alles schon ziemlich deprimierend und düster und für einen Popcorn-Film vollkommen untauglich. Aber es steckt viel, sehr viel Potenzial in dieser außergewöhnlichen Geschichte.
Warum, oh warum hat dieses Buch eigentlich noch kein Schwein verfilmt? "The Haunting of Hill House" war geil und die Verfilmung von Robert Wise ein Klassiker (zu meiner Einschätzung des Remakes mag sich der geneigte Leser eine Badewanne voller Erbrochenem vorstellen), aber in "We have always lived in the Castle" aus dem Jahr 1962 ging die liebenswert misanthropische Autorin noch einen ganzen Schritt weiter und läßt ihre sowohl psychopathische als auch sympathische Hauptfigur poetische Einschätzungen des Lebens absondern, die der Wahrheit schon ziemlich nahe kommen. Es ist alles schon ziemlich deprimierend und düster und für einen Popcorn-Film vollkommen untauglich. Aber es steckt viel, sehr viel Potenzial in dieser außergewöhnlichen Geschichte.
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