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Freitag, 12. November 2010
Parasomnia
hypnosemaschinen, 00:40h
USA 2008, Regie: William Malone

Als der junge Schallplattenverkäufer Danny einen Kumpel besucht, der sich selbst zwecks Entzug in eine Klinik eingeliefert hatte, rät dieser ihm, doch einmal den Flur entlang zu laufen und die anderen Zimmer zu begutachten, befindet sich in einem von diesem doch der berüchtigte Serienmörder Byron Volpe, dem man ebenso hypnotische Fähigkeiten nachsagt. Direkt neben dessen Zimmer entdeckt Danny jedoch ein schönes schlafendes Mädchen, in das er sich direkt verliebt. Er erfährt, daß sie an Narkolepsie leidet und nur wenige Minuten am Tage wach ist. Als er mitbekommt, daß sie zu Experimentierzwecken in die Klinik eines umstrittenen Arztes verlegt werden soll, entführt er sie kurzerhand und nimmt sie mit nach Hause. Das Zusammenleben mit ihr gestaltet sich allerdings recht schwierig, erst recht, als Volpe in ihre Träume einzudringen und ihren Geist zu kontrollieren scheint...

Malone finanzierte den Film aus eigener Tasche ohne Studio-Unterstützung, und das sieht man ihm auch an: Die aus CGI entstandenen Traumlandschaften lassen ein wenig den letzten Schliff vermissen, und auch der bei den Außenaufnahmen ständig hineinkopierte bedrohliche Himmel sieht nicht besonders realistisch aus. Aber darum ging es dem Regisseur wohl auch gar nicht: Hier ist alles bewußt andersartig, leicht verschoben und befremdlich. Dazu gehören neben einigen Details – ein Zwanzigjähriger, der Singles von Sixties-Garagenbands sammelt; der Serienmörder, der den obskuren Pulp-Autoren Hugh B. Cave erwähnt, als wäre der weltberühmt – vor allem die von Zdzisław Beksińskis Werken inspirierten Traumsequenzen, die mit und mit in die Realität einzugreifen scheinen. Ja, man kann hier handwerklich und technisch das ein oder andere Defizit konstatieren, aber der Film bereitet schon Freude, da hier absichtlich die ausgetretenen Pfade aktueller Horrorfilme verlassen werden und in abseitigeres Terrain vorgestoßen wird.


Als der junge Schallplattenverkäufer Danny einen Kumpel besucht, der sich selbst zwecks Entzug in eine Klinik eingeliefert hatte, rät dieser ihm, doch einmal den Flur entlang zu laufen und die anderen Zimmer zu begutachten, befindet sich in einem von diesem doch der berüchtigte Serienmörder Byron Volpe, dem man ebenso hypnotische Fähigkeiten nachsagt. Direkt neben dessen Zimmer entdeckt Danny jedoch ein schönes schlafendes Mädchen, in das er sich direkt verliebt. Er erfährt, daß sie an Narkolepsie leidet und nur wenige Minuten am Tage wach ist. Als er mitbekommt, daß sie zu Experimentierzwecken in die Klinik eines umstrittenen Arztes verlegt werden soll, entführt er sie kurzerhand und nimmt sie mit nach Hause. Das Zusammenleben mit ihr gestaltet sich allerdings recht schwierig, erst recht, als Volpe in ihre Träume einzudringen und ihren Geist zu kontrollieren scheint...

Malone finanzierte den Film aus eigener Tasche ohne Studio-Unterstützung, und das sieht man ihm auch an: Die aus CGI entstandenen Traumlandschaften lassen ein wenig den letzten Schliff vermissen, und auch der bei den Außenaufnahmen ständig hineinkopierte bedrohliche Himmel sieht nicht besonders realistisch aus. Aber darum ging es dem Regisseur wohl auch gar nicht: Hier ist alles bewußt andersartig, leicht verschoben und befremdlich. Dazu gehören neben einigen Details – ein Zwanzigjähriger, der Singles von Sixties-Garagenbands sammelt; der Serienmörder, der den obskuren Pulp-Autoren Hugh B. Cave erwähnt, als wäre der weltberühmt – vor allem die von Zdzisław Beksińskis Werken inspirierten Traumsequenzen, die mit und mit in die Realität einzugreifen scheinen. Ja, man kann hier handwerklich und technisch das ein oder andere Defizit konstatieren, aber der Film bereitet schon Freude, da hier absichtlich die ausgetretenen Pfade aktueller Horrorfilme verlassen werden und in abseitigeres Terrain vorgestoßen wird.

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Mittwoch, 10. November 2010
Live-Audiokommentar XV: Sumpf ist Trumpf
hypnosemaschinen, 21:47h

Als Kontrast zum ungemütlichen Novemberwetter führt uns der Überraschungsfilm diesen Monat - soviel sei verraten - in die schwülen Sümpfe Louisianas. Gast ist diesmal Harald Mingers, langjähriger Betreiber des Aachener Filmhauses und wandelndes Filmlexikon. Versumpft mit uns!
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Mittwoch, 10. November 2010
Štićenik
hypnosemaschinen, 00:24h
Jugoslawien 1973, Regie: Djordje Kadijevic

Ein junger Mann flüchtet durch eine karge Einöde, scheinbar auf der Flucht vor einem in Schwarz gekleideten Mann. In einem großen Haus mitten im Nirgendwo findet er schließlich Unterschlupf – dieses stellt sich bald als Nervenheilanstalt heraus. Der Oberarzt möchte dem Flüchtling helfen und gewährt ihm Asyl, scheint dieser doch immense Angst vor seinem Verfolger, der sich beim Arzt als sein „Aufseher“ vorstellt, zu haben. So richtig schlau wird aber auch der Doktor nicht aus seinem unverhofftem neuen Patienten...

Was war denn da los, 1973 in Jugoslawien? Da dreht ein Regisseur drei Literaturverfilmungen für's Fernsehen und jede einzige ist ein bemerkenswert originelles Kleinod des unheimlichen Films mit einer einzigartigen Atmosphäre. Was noch viel mehr verblüfft: Die drei Filme haben zwar das ein oder andere stilistische Merkmal gemein, sind aber ansonsten vollkommen unterschiedlich ausgefallen und bedienen sich jeweils verschiedener Spielarten der Phantastik. Štićenik dürfte von den dreien wohl der parabelhafteste, symbolischste sein, hier dominiert das Rätselhafte und nichts wird ausformuliert, stattdessen kann der Zuschauer sich vollkommen selbst ausmalen, was es mit dem jungen Mann und seinem finsteren “Aufseher” auf sich hat, und eine ausgeklügelte überstilisierte Bildkomposition nach der nächsten bestaunen. Auch hier hatte ich Schwierigkeiten, mich für drei Screenshots zu entscheiden. Einer der Lieblingsfilme Kadijevics muß wohl Dreyers Vampyr sein, erinnerten doch auch die Kamerafilter, die Ausleuchtung der Innenaufnahmen und die Schattenspiele bei Devicanska Svirka daran – während dieser aber noch eine Geschichte erzählte, die zahlreiche Gothic-Elemente originell variierte, haben wir es hier fast schon mit einer Nicht-Geschichte zu tun, die alleine durch die Bilder funktioniert. Die Musik und die Darsteller tragen freilich auch einiges dazu bei. Umwerfend! Und es freut mich, daß mein Review zum dritten Film im Bunde – dem wohl bekanntesten und wieder vollkommen anders ausgefallenen Leptirica – der mit Abstand meistgelesenste Eintrag in diesem Blog ist, denn das zeigt, daß die Filme keineswegs vergessen sind und durchaus auch heutzutage noch auf Interesse stoßen. Zu Recht.


Ein junger Mann flüchtet durch eine karge Einöde, scheinbar auf der Flucht vor einem in Schwarz gekleideten Mann. In einem großen Haus mitten im Nirgendwo findet er schließlich Unterschlupf – dieses stellt sich bald als Nervenheilanstalt heraus. Der Oberarzt möchte dem Flüchtling helfen und gewährt ihm Asyl, scheint dieser doch immense Angst vor seinem Verfolger, der sich beim Arzt als sein „Aufseher“ vorstellt, zu haben. So richtig schlau wird aber auch der Doktor nicht aus seinem unverhofftem neuen Patienten...

Was war denn da los, 1973 in Jugoslawien? Da dreht ein Regisseur drei Literaturverfilmungen für's Fernsehen und jede einzige ist ein bemerkenswert originelles Kleinod des unheimlichen Films mit einer einzigartigen Atmosphäre. Was noch viel mehr verblüfft: Die drei Filme haben zwar das ein oder andere stilistische Merkmal gemein, sind aber ansonsten vollkommen unterschiedlich ausgefallen und bedienen sich jeweils verschiedener Spielarten der Phantastik. Štićenik dürfte von den dreien wohl der parabelhafteste, symbolischste sein, hier dominiert das Rätselhafte und nichts wird ausformuliert, stattdessen kann der Zuschauer sich vollkommen selbst ausmalen, was es mit dem jungen Mann und seinem finsteren “Aufseher” auf sich hat, und eine ausgeklügelte überstilisierte Bildkomposition nach der nächsten bestaunen. Auch hier hatte ich Schwierigkeiten, mich für drei Screenshots zu entscheiden. Einer der Lieblingsfilme Kadijevics muß wohl Dreyers Vampyr sein, erinnerten doch auch die Kamerafilter, die Ausleuchtung der Innenaufnahmen und die Schattenspiele bei Devicanska Svirka daran – während dieser aber noch eine Geschichte erzählte, die zahlreiche Gothic-Elemente originell variierte, haben wir es hier fast schon mit einer Nicht-Geschichte zu tun, die alleine durch die Bilder funktioniert. Die Musik und die Darsteller tragen freilich auch einiges dazu bei. Umwerfend! Und es freut mich, daß mein Review zum dritten Film im Bunde – dem wohl bekanntesten und wieder vollkommen anders ausgefallenen Leptirica – der mit Abstand meistgelesenste Eintrag in diesem Blog ist, denn das zeigt, daß die Filme keineswegs vergessen sind und durchaus auch heutzutage noch auf Interesse stoßen. Zu Recht.

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