Mittwoch, 3. Februar 2010
Live-Audiokommentar X: Ein Tentakel kommt selten allein


Dem ein oder anderem Leser vielleicht schon bekannt, veranstalte ich seit 2008 alle zwei Monate den Live-Audiokommentar in der ehrenwerten Raststätte in Aachen. Dabei wird ein Überraschungsfilm gezeigt und live und spontan von mir und einem Gast kommentiert. In der zehnten Ausgabe wird es relativ außerirdisch zugehen und der Gast ist mein alter Freund Tom Borderland, der nicht nur ein toller Schlagzeuger ist und als DJ für die ein oder andere durchtanzte Nacht sorgte, sondern auch noch einen erlesenen Filmgeschmack hat. Wir freuen uns über jeden Gast und stellen für den 27. Februar schon mal ausreichend Bier kalt. Der Eintritt ist frei.

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Sonntag, 31. Januar 2010
The Rocking Horse Winner
GB 1950 Regie: Anthony Pelissier



Der kleine Paul merkt, daß zuhause nicht mehr alles in Ordnung ist, und das liegt nicht nur am spielsüchtigen Vater, sondern auch an seiner in Sachen des täglichen Lebens sehr anspruchsvollen Mutter. Beeindruckt von den Rennbahn-Geschichten des neuen Cockney-Gärtner/Chauffeurs Bassett (John Mills mit Hinkebein), hört der sensible Paul bald das Haus flüstern "We need more money" und reitet sein Schaukelpferd bis zur Erschöpfung – dort, wo er in Gedanken hinreitet, bekommt er nämlich manchmal den Gewinner des kommenden Derbys verraten. Diese Vorhersagen treffen immer ein, und bald hat er mit Hilfe des Gärtners und seines Onkels ein Vermögen angesammelt. Jedoch werden später die Vorhersagen immer seltener und Paul wird körperlich und geistig zunehmend geschwächt...



Ein Haufen Leute aus David Leans Dickens-Filmen sind hier versammelt (John Howard Davies aus Oliver Twist, Mills und Hobson aus dem wunderbaren Great Expectations) - die Vorlage stammt hier jedoch von D.H. Lawrence, der in Sachen Gesellschaftskritik wesentlich ätzender vorging. Fängt der Film auch wie ein netter Weihnachtsfilm an, ändert er sich zum Ende hin in eine äußerst bittere und unheimliche Angelegenheit. Die ungemütliche Atmosphäre geht hier hauptsächlich auf das Konto des Kameramanns Desmond Dickinson, der wundervolle Sachen mit Licht und Schatten macht und vor allem Pauls manische Ritte auf dem Schaukelpferd äußerst bedrohlich erscheinen läßt. Das flüsternde Haus ist auch nicht ohne. Toller Film, der aus unerfindlichen Gründen wie zwei weitere Versionen der Geschichte außerhalb Englands kaum Beachtung fand, dabei gibt es Pferderennen doch auch anderswo. John Howard Davies mit seinen unglaublichen Augen wurde übrigens später Produzent und Regisseur und drehte z.B. die Hälfte der zurecht als Comedyklassiker geltenden Serie Fawlty Towers.

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Samstag, 30. Januar 2010
The Damned: Love Song
Bevor die Musik-Rubrik einschläft, hier mal ein Video vom besten Lied der Welt. Der Clip stammt aus der Sendung "Szene '79" und einen der Moderatoren kennt man wohl auch heute noch. Ich mag besonders das Engagement der Band, das Playback so realistisch wie möglich erscheinen zu lassen. Schade, daß man vom sitzenden Publikum nicht so viel erkennen kann, die wissen scheinbar auch nicht so recht, was da gerade passiert.

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