Montag, 22. Februar 2010
The White Reindeer
Valkoinen peura, Finnland 1952, Regie: Erik Blomberg



Lappland, vor langer Zeit: Als ihr Mann nach mehreren Tagen nicht vom Rentier-Hüten zurückkehrt, sieht eine junge Frau in der Einsamkeit ihrer entlegenen Hütte in der weiten, schneebedeckten Steppe keine andere Alternative, als die schwarze Magie zu Hilfe zu nehmen. Dies hat aber ungeahnte Konsequenzen: An manchen Tagen verwandelt sie sich in ein weißes Rentier, und in den Nächten bekommt sie ungehemmten Appetit auf Männerblut...



Wer sagt eigentlich, daß es in unheimlichen Filmen immer irgendwie dunkel sein muß? Der von Tierknochen gesäumte Friedhof in der grellen, hellen, weißen Einöde kann einem auch eine ordentliche Gänsehaut verpassen, auch wenn man sagen muß, daß der Film eine zu entrückte Stimmung aufbaut, um als richtiger Horrorfilm durchzugehen. Die expressiven Bilder erinnern oft an die Stummfilm-Ära und besonders viele Dialoge gibt es nicht, was schon recht entgegenkommend ist, wenn man kein finnisch versteht. Stattdessen gibt es Panorama-Aufnahmen von weiter, weißer Landschaft satt, unterlegt von sphärischer Musik, ein Trip in eine karge und fremde, aber wunderschöne Welt.

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Sonntag, 21. Februar 2010
Steel Pole Bath Tub: Twist
Dieses Video wollte ich sehen, seit mir Gitarrist Mike Morasky, ständig Lucky Strikes schnorrend, bei ihrem Konzert im Kölner Underground 1996 davon erzählt hat, er erwähnte auch, daß sie sich dafür extra von Frank Kozik einen Flipper haben designen lassen. Jetzt hat es endlich mal jemand auf youtube gestellt. Voilà, der wohl einzige offizielle Videoclip einer der besten Bands der Neunziger:

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Freitag, 19. Februar 2010
El libro de piedra
The Book of Stone, Mexiko 1969, Regie: Carlos Enrique Taboada



Julia tritt einen neuen Job als Gouvernante für die Tochter eines Millionärs auf einem einsamen Landsitz an. Der Vater warnt sie jedoch gleich, daß das Mädchen Silvia nicht einfach ist, vor allem erzählt sie andauernd von ihrem imaginären Freund Hugo. Dieser wurde wohl inspiriert von einer Statue im Garten, die einer der früheren Besitzer der Villa vor vielen Jahren aus Österreich mitgebracht hat. Als sich mehrere unheimliche Ereignisse häufen, fragt sich auch die skeptische Julia, ob Hugo tatsächlich nur eine Statue ist...



Meisterhaft inszenierter Horror der subtilen Art, der neben „The Turn of the Screw“ von Henry James noch zahlreiche weitere Motive verarbeitet und ein Ende zu bieten hat, das einen ziemlich aus den Socken haut. Regisseur Taboada ist zu unrecht außerhalb Mexikos kaum bekannt, lieferte er doch noch zahlreiche andere herausragende Filme ab: So den bavaesken Mädcheninternats-Horror Hasta el viente tiene miedo (dessen Remake auch recht brauchbar ausgefallen ist), den Katzenschocker Más negro que la noche und den wunderbaren Veneno para las hadas, bei dem auch wieder Kinder und schwarze Magie eine Rolle spielen. Ich plädiere für eine Werkausgabe, ein Museum, mehrere Straßennamen! Die Filme in guter Bildqualität mit Untertiteln würden mir aber auch erst einmal reichen.

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