Freitag, 4. Juni 2010
Zirneklis
Lettland 1991 Regie: Vasili Mass



Auf Wunsch des Pastors soll die hübsche junge Vita einem Maler für die Jungfrau Maria Modell stehen. In dessen Atelier angekommen, fühlt sie sich aber nicht besonders wohl, scheinen dessen Gemälde doch ein merkwürdiges Eigenleben zu besitzen und hauptsächlich nackte Menschen und bizarre Monstren darzustellen. Schon vorher von Alpträumen geplagt, verstärken sich diese jetzt noch und werden zusätzlich von Halluzinationen begleitet – kann der Maler sich tatsächlich in eine riesige Spinne verwandeln und versucht, Vita zu vergewaltigen? Ihre Mutter ist jedenfalls besorgt und schickt sie aus Riga erstmal zu Verwandten, die in einer Burg an der Ostsee leben...



Hinreißend merkwürdiger Film voller bizarrer Ideen und schöner Bilder. Da fiel es dann auch weniger ins Gewicht, daß ich von den Dialogen kein Wort verstanden habe. Fein, wie der Regisseur mit der Verwandschaft von Gemälden und Film spielt – da werden einerseits Gemälde plötzlich lebendig, andererseits einzelne Einstellungen durch die Lichtsetzung wiederum zu Gemälden. Die Traumsequenzen sind zahlreich und äußerst fantasievoll, und beim Schauplatzwechsel in der zweiten Hälfte kommt noch einiges an Gothic-Atmosphäre hinzu. Sehr hübsches, eigenwilliges Werk mit einer bezaubernden Hauptdarstellerin.

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Donnerstag, 3. Juni 2010
Dark Shadows @ Hauptquartier Aachen, 2.6.2010
Ich mußte mich ja ganz schön aufraffen, nach 8 Stunden auf der Arbeit gab's noch eine Redaktionssitzung, dann mußte ich noch einkaufen gehen und schwankte danach direkt ins Hauptquartier weiter, weil, immerhin war ja morgen Feiertag. Das war auch eine gute Entscheidung, denn das Damen-Trio aus Tralien lieferte eine feine Show ab. Besonders hübsch fand ich die Diskrepanz zwischen der distanziert-coolen Frontfrau Brigitte Handley mit Elsa Lanchester-Gedächtnissträhne und der ständig lächelnden asiatischen Schlagzeugerin Nerida Wu, die ihre Snaredrum mit einer solchen Präzision und Härte bearbeitete, als wäre sie ein japanischer Lagerkommandant. Die Musik war erfrischend abwechslungsreich und widmete sich eher ruhigen, melodischen Midtempo-Songs zwischen Cramps, Surf und Garage. Bei den zwei flotteren Psychobilly-Nummern wurden dann auf der Tanzfläche Schwimmversuche im trockenen Becken unternommen, die ich auch schon lange nicht mehr gesehen hatte, aber ich war auch schon lange nicht mehr auf einem Psychobilly-Konzert, das letzte war glaub ich FRENZY in der Rockfabrik 1989, oder ist das noch länger her? Nun, schöner Abend jedenfalls, und wie so oft sagen Bilder mehr als Worte - Kollege Henk aus Vaals hat hier einen Mitschnitt hochgeladen. Wer meinen Hinterkopf erkennen kann, bekommt...einen warmen Händedruck bei Gelegenheit.

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Montag, 31. Mai 2010
La cruz del diablo
Cross of the Devil, Spanien 1975, Regie: John Gilling



Der englische Schriftsteller Alfred Dawson hat wohl auch wegen seines starken Haschischkonsums merkwürdige Träume und Visionen, in der eine schöne Frau, von finsteren Gestalten umgeben, seinen Namen ruft. Als er einen Brief seiner Schwester erhält, die meint, in großer Gefahr zu schweben, reist er zu ihr nach Madrid. Dort angekommen, ist sie jedoch bereits tot. Sie wurde ermordet aufgefunden am „Berg der Seelen“, an dem sich der Legende nach nachts Tempelritter aus ihrem Grabe erheben...



Beim Motiv der untoten Tempelritter denkt man freilich unwillkürlich an die „Reitenden Leichen“-Filme, hier von einem Ripoff zu sprechen wäre aber wohl etwas fehl am Platze, handelt es sich doch um die Verfilmung mehrerer „Leyendas“ aus der Feder von Gustavo Adolfo Becquer, die bereits 1871 posthum erschienen sind und wohl auch Amando d'Ossorio zu seiner Filmreihe inspiriert haben. Anders als diese ist La Cruz del Diablo nicht sehr auf Schock ausgelegt, sondern legt mehr Wert auf eine traumähnliche Atmosphäre, die aufgrund einer hervorragenden Fotografie und einem tollen Score auch wunderbar funktioniert. Auch bleibt bis zum Ende hin ziemlich offen, ob viele der Geschehnisse nicht nur bloße Halluzinationen der Hauptfigur waren. Das Drehbuch stammt übrigens aus der Feder der dieses Jahr verstorbenen spanischen Horrorikone Paul Naschy. Der wollte eigentlich auch die Hauptrolle spielen, wurde aber leider gefeuert.

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