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Freitag, 25. Juni 2010
Under the Blossoming Cherry Trees
hypnosemaschinen, 20:05h
Sakura no mori no mankai no shita, Japan 1975, Regie: Masahiro Shinoda

Vor der Edo-Zeit war die Kirschblüte noch kein Grund zum Feiern, vielmehr hieß es, wenn man allein unter blühenden Kirschbäumen wandelt, würde man wahnsinnig. Davon ist auch der in einer Hütte in den Bergen wohnende Straßenräuber überzeugt, der sonst eigentlich nichts fürchtet und mordet, was das Zeug hält. So auch einen reichen Passanten nebst Diener – als er jedoch die Schönheit von dessen Frau erblickt, nimmt er sie mit in seine Hütte, um sein mittlerweile neuntes Eheweib zu werden. Die Dame weiß aber ihren Einfluß auszuspielen, und so zwingt sie den Naturburschen nicht nur, in die Stadt zu ziehen, sondern ihr auch täglich möglichst viele Köpfe zum Spielen zu bringen...

Diese Geschichte incl. einer unfassbaren erotischen Szene mit Leichenteilen konnte eigentlich nur aus Japan kommen. Abgesehen von der erstaunlichen Story gibt es hier aber noch eine prächtige Einstellung nach der anderen, einen permanent unheimlichen Score, sowie am Ende ein überraschendes Spiel mit der Erzählperspektive. Absolut fabelhaft.


Vor der Edo-Zeit war die Kirschblüte noch kein Grund zum Feiern, vielmehr hieß es, wenn man allein unter blühenden Kirschbäumen wandelt, würde man wahnsinnig. Davon ist auch der in einer Hütte in den Bergen wohnende Straßenräuber überzeugt, der sonst eigentlich nichts fürchtet und mordet, was das Zeug hält. So auch einen reichen Passanten nebst Diener – als er jedoch die Schönheit von dessen Frau erblickt, nimmt er sie mit in seine Hütte, um sein mittlerweile neuntes Eheweib zu werden. Die Dame weiß aber ihren Einfluß auszuspielen, und so zwingt sie den Naturburschen nicht nur, in die Stadt zu ziehen, sondern ihr auch täglich möglichst viele Köpfe zum Spielen zu bringen...

Diese Geschichte incl. einer unfassbaren erotischen Szene mit Leichenteilen konnte eigentlich nur aus Japan kommen. Abgesehen von der erstaunlichen Story gibt es hier aber noch eine prächtige Einstellung nach der anderen, einen permanent unheimlichen Score, sowie am Ende ein überraschendes Spiel mit der Erzählperspektive. Absolut fabelhaft.

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Freitag, 25. Juni 2010
Happy Bierceday
hypnosemaschinen, 01:11h
Ambrose Bierce wäre heute 158 Jahre alt geworden, leider ist er ca. 1914 irgendwohin entschwunden. Wer weiß, vielleicht treibt er sich noch irgendwo da draußen rum und macht den Leuten mit seinem beißenden Witz das Leben schwer. Ich weiß, das ist kein besonders runder Geburtstag, aber mir war gerade danach, darauf hinzuweisen. Unbedingt zu empfehlen für jedermann ist Robert Enricos Verfilmung seiner berühmtesten Erzählung "An Occurrence at Owl Creek Bridge", die auch in der "Twilight Zone" wiederverwertet wurde.
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Montag, 21. Juni 2010
Vec Vidjeno
hypnosemaschinen, 01:54h
Déjà vu/Reflections, Jugoslawien/GB 1987, Regie: Goran Markovic

Der unscheinbare, schüchterne und alternde Klavierlehrer Mihail kann sein Glück kaum fassen, als die neue, junge und bildhübsche Kollegin (Anica Dobra) sichtbares Interesse an ihm bekundet und bereits nach dem ersten Date in ihr Bett schlüpfen läßt. Wären da nur nicht die Erinnerungen an seine von Tragödien und Enttäuschungen bestimmte Kindheit, die immer wieder vor seinem innere Auge ablaufen und die Unsicherheit, ob die junge Frau ihn wirklich liebt oder nur benutzen will...

Brachial düsteres Psychodrama, das den Zuschauer mit zunehmender Laufzeit immer mehr herunterzieht. Zwar gibt es zahlreiche humoristisch-satirische Momente, die vor allem die Bigotterie einiger systemtreuer Sozialisten aufs Korn nehmen – das sich einstellende Lächeln kriegt man aber im nächsten Moment direkt wieder aus der Fresse geschlagen. In schmutzigen Brauntönen begleiten wir den Protagonisten auf seinem Weg in Wahnsinn und Untergang und es wird recht bald klar: Hier gibt es keine Hoffnung, nur einen ewigen Kreislauf aus Dreck und Verzweiflung. Ich kann nicht ganz nachvollziehen, daß der Film hauptsächlich als seltenes Beispiel für den serbischen Horrorfilm rezipiert wird (ein, meiner Ansicht nach längst nicht hinreichender Grund mögen die überraschend deftigen Gore-Effekte im Finale sein), greift er doch nur hier und da die Inszenierungsstrategien des Genres auf, um sie im nächsten Moment wieder zu verwerfen oder in eine andere Richtung zu lenken. Da war Pun Mesec ned Beogradom doch viel mehr Horrorfilm, wenn auch nicht nur. Überhaupt faszinierend, was da in Jugoslawien alles für merkwürdige Hybride auf die Leinwand kamen. Aber Genre-Zuweisung hin oder her, großartig ist dieser Film auf jeden Fall. Schade, daß Anica Dobras Karriere in Richtung seichter deutscher TV-Filme abrutschte, da wäre wohl mehr drin gewesen. Aber kann ja noch werden, dann und wann taucht sie ja auch noch in etwas brauchbarem wie dem tollen Klopka auf.


Der unscheinbare, schüchterne und alternde Klavierlehrer Mihail kann sein Glück kaum fassen, als die neue, junge und bildhübsche Kollegin (Anica Dobra) sichtbares Interesse an ihm bekundet und bereits nach dem ersten Date in ihr Bett schlüpfen läßt. Wären da nur nicht die Erinnerungen an seine von Tragödien und Enttäuschungen bestimmte Kindheit, die immer wieder vor seinem innere Auge ablaufen und die Unsicherheit, ob die junge Frau ihn wirklich liebt oder nur benutzen will...

Brachial düsteres Psychodrama, das den Zuschauer mit zunehmender Laufzeit immer mehr herunterzieht. Zwar gibt es zahlreiche humoristisch-satirische Momente, die vor allem die Bigotterie einiger systemtreuer Sozialisten aufs Korn nehmen – das sich einstellende Lächeln kriegt man aber im nächsten Moment direkt wieder aus der Fresse geschlagen. In schmutzigen Brauntönen begleiten wir den Protagonisten auf seinem Weg in Wahnsinn und Untergang und es wird recht bald klar: Hier gibt es keine Hoffnung, nur einen ewigen Kreislauf aus Dreck und Verzweiflung. Ich kann nicht ganz nachvollziehen, daß der Film hauptsächlich als seltenes Beispiel für den serbischen Horrorfilm rezipiert wird (ein, meiner Ansicht nach längst nicht hinreichender Grund mögen die überraschend deftigen Gore-Effekte im Finale sein), greift er doch nur hier und da die Inszenierungsstrategien des Genres auf, um sie im nächsten Moment wieder zu verwerfen oder in eine andere Richtung zu lenken. Da war Pun Mesec ned Beogradom doch viel mehr Horrorfilm, wenn auch nicht nur. Überhaupt faszinierend, was da in Jugoslawien alles für merkwürdige Hybride auf die Leinwand kamen. Aber Genre-Zuweisung hin oder her, großartig ist dieser Film auf jeden Fall. Schade, daß Anica Dobras Karriere in Richtung seichter deutscher TV-Filme abrutschte, da wäre wohl mehr drin gewesen. Aber kann ja noch werden, dann und wann taucht sie ja auch noch in etwas brauchbarem wie dem tollen Klopka auf.

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