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Donnerstag, 26. August 2010
Pánico
hypnosemaschinen, 01:22h
Mexiko 1966, Regie: Julián Soler

Ay, mexikanischer Episodenhorror! Und ziemlich ungewöhnlich noch dazu. Die einzelnen Episoden tragen nämlich schlichte Namen, um Extremsituationen zu beschreiben und die erste von ihnen scheint komplett auf durchgängige Handlung und Dialoge zu verzichten, zugunsten der Erzeugung eines Gefühls, hier: Panik! Eine junge Frau sitzt gedankenversunken in ihrem Zimmer, später im Garten, eine Babypuppe haltend – da erscheint eine wahnsinnige Frau mit einem Messer, die Babypuppe zerbricht und die junge Frau flüchtet in den Wald, wo sie weitere Gefahren wie finster dreinblickende Männer erwarten...das Thema der zweiten Episode ist Einsamkeit: Traurig begraben zwei Freunde den Leichnam einer Frau, um kurze Zeit später ihr Heimatdorf, das scheinbar von der Pest heimgesucht wurde, per Kanu zu verlassen. Einen von ihnen scheinen jedoch Schuldgefühle zu plagen, er hört ständig Stimmen und offenbart schließlich seinem Freund, daß er ein Verhältnis mit seiner Ehefrau hatte, es kommt zu einem Streit, bei dem der Ehemann stirbt und der Ehebrecher ganz allein im Sumpf zurückbleibt...oder? In der dritten Episode „Angustia/Furcht“ betitelt, entwickelt ein Wissenschaftler ein neuartiges Narkotikum, das den Patienten zwar bei vollem Bewußtsein beläßt, dessen Körper aber alle Anzeichen des Todes verpaßt. Dank einer ungeschickten Katze schluckt der Wissenschaftler sein Mittel selbst, und hofft, rechtzeitig vor der Beerdigung wieder aufzuwachen...

Was mich bei Episodenfilmen immer wieder wundert, ist die Anordnung der einzelnen Geschichten: Man könnte ja meinen, die beste Geschichte gehört ans Ende gesetzt, aber für meinen Geschmack ist das eher selten der Fall: So finde ich auch hier die erste Episode die beste, da sie eigentlich nichts anderes als eine 20 Minuten lange Traumsequenz bzw. Halluzination ist und auch ausreichend mit den klassischen Stilmitteln einer solchen inszeniert wurde. Grandios! Die zweite Episode erzählt dann eine eher konventionelle Geschichte, schafft es aber gekonnt, teilweise eine wirklich unheimliche Atmosphäre aufzubauen. Die Bedrohung durch unidentifizierbare Geräusche nachts in der Wildnis erinnerte mich an den späteren australischen Film Long Weekend und dessen Remake. Die letzte Episode bringt dann komödiantische Elemente ein und hat man in ihrer Art schon des öfteren gesehen, wobei man der Fairness halber erwähnen sollte, daß die meisten Variationen davon, z.B. in den Amicus-Episodenfilmen, erst weit nach 1966 entstanden sind. Man muß Pánico also schon einen gewissen Grad von Originalität attestieren, die den offensichtlichen Vorbildern wie Roger Cormans Tales of Terror oder Mario Bavas I tre volti della paura eine durchaus eigene Note hinzufügt.


Ay, mexikanischer Episodenhorror! Und ziemlich ungewöhnlich noch dazu. Die einzelnen Episoden tragen nämlich schlichte Namen, um Extremsituationen zu beschreiben und die erste von ihnen scheint komplett auf durchgängige Handlung und Dialoge zu verzichten, zugunsten der Erzeugung eines Gefühls, hier: Panik! Eine junge Frau sitzt gedankenversunken in ihrem Zimmer, später im Garten, eine Babypuppe haltend – da erscheint eine wahnsinnige Frau mit einem Messer, die Babypuppe zerbricht und die junge Frau flüchtet in den Wald, wo sie weitere Gefahren wie finster dreinblickende Männer erwarten...das Thema der zweiten Episode ist Einsamkeit: Traurig begraben zwei Freunde den Leichnam einer Frau, um kurze Zeit später ihr Heimatdorf, das scheinbar von der Pest heimgesucht wurde, per Kanu zu verlassen. Einen von ihnen scheinen jedoch Schuldgefühle zu plagen, er hört ständig Stimmen und offenbart schließlich seinem Freund, daß er ein Verhältnis mit seiner Ehefrau hatte, es kommt zu einem Streit, bei dem der Ehemann stirbt und der Ehebrecher ganz allein im Sumpf zurückbleibt...oder? In der dritten Episode „Angustia/Furcht“ betitelt, entwickelt ein Wissenschaftler ein neuartiges Narkotikum, das den Patienten zwar bei vollem Bewußtsein beläßt, dessen Körper aber alle Anzeichen des Todes verpaßt. Dank einer ungeschickten Katze schluckt der Wissenschaftler sein Mittel selbst, und hofft, rechtzeitig vor der Beerdigung wieder aufzuwachen...

Was mich bei Episodenfilmen immer wieder wundert, ist die Anordnung der einzelnen Geschichten: Man könnte ja meinen, die beste Geschichte gehört ans Ende gesetzt, aber für meinen Geschmack ist das eher selten der Fall: So finde ich auch hier die erste Episode die beste, da sie eigentlich nichts anderes als eine 20 Minuten lange Traumsequenz bzw. Halluzination ist und auch ausreichend mit den klassischen Stilmitteln einer solchen inszeniert wurde. Grandios! Die zweite Episode erzählt dann eine eher konventionelle Geschichte, schafft es aber gekonnt, teilweise eine wirklich unheimliche Atmosphäre aufzubauen. Die Bedrohung durch unidentifizierbare Geräusche nachts in der Wildnis erinnerte mich an den späteren australischen Film Long Weekend und dessen Remake. Die letzte Episode bringt dann komödiantische Elemente ein und hat man in ihrer Art schon des öfteren gesehen, wobei man der Fairness halber erwähnen sollte, daß die meisten Variationen davon, z.B. in den Amicus-Episodenfilmen, erst weit nach 1966 entstanden sind. Man muß Pánico also schon einen gewissen Grad von Originalität attestieren, die den offensichtlichen Vorbildern wie Roger Cormans Tales of Terror oder Mario Bavas I tre volti della paura eine durchaus eigene Note hinzufügt.

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Dienstag, 24. August 2010
Karateci kiz
hypnosemaschinen, 01:38h
The Golden Karate Girl, Türkei 1974, Regie: Orhan Aksoy

Seit dem Tode ihrer Mutter ist Zeynep stumm. Aufgrund ihrer freundlichen Art und ihrem guten Aussehen, gelingt es ihr aber, in Istanbul zahlreiche der von ihrem Vater gezüchteten Nelken zu verkaufen. Das so eingenommene Geld wird gespart für eine Operation, damit Zeynep endlich wieder sprechen kann. Dummerweise brechen aber 5 Schwerkriminelle aus dem Gefängnis aus, klauen das Geld, ermorden Papa und vergewaltigen Zeynep. Der Schock bringt ihr die Sprache wieder, aber mit der Sprache auch den Wunsch nach Rache...

Was man türkischen Exploitation-Filmen ja keineswegs vorwerfen kann, ist, daß sie lange um den heißen Brei herumreden. Die Positionen werden relativ eindeutig gesetzt und für Ambivalenz ist kein Platz. Hier ist der Abschaum, da sind die Helden. Im vorliegenden Fall muß sich die Heldin freilich erst darüber bewußt werden, daß sie eine ist und es ist ein großer Spaß, ihr dabei zuzusehen, wie sie jede Menge Machos mit Schnurrbart in die Fresse tritt, scheint doch ansonsten gerade das Frauenschlagen äußerst populär zu sein. Schlußendlich sind alle Widerlinge tot oder eingebuchtet, aber unser güldenes Karatemädchen scheint seine Zweifel zu haben, ob es sich dabei tatsächlich um ein Happy End handelt...


Seit dem Tode ihrer Mutter ist Zeynep stumm. Aufgrund ihrer freundlichen Art und ihrem guten Aussehen, gelingt es ihr aber, in Istanbul zahlreiche der von ihrem Vater gezüchteten Nelken zu verkaufen. Das so eingenommene Geld wird gespart für eine Operation, damit Zeynep endlich wieder sprechen kann. Dummerweise brechen aber 5 Schwerkriminelle aus dem Gefängnis aus, klauen das Geld, ermorden Papa und vergewaltigen Zeynep. Der Schock bringt ihr die Sprache wieder, aber mit der Sprache auch den Wunsch nach Rache...

Was man türkischen Exploitation-Filmen ja keineswegs vorwerfen kann, ist, daß sie lange um den heißen Brei herumreden. Die Positionen werden relativ eindeutig gesetzt und für Ambivalenz ist kein Platz. Hier ist der Abschaum, da sind die Helden. Im vorliegenden Fall muß sich die Heldin freilich erst darüber bewußt werden, daß sie eine ist und es ist ein großer Spaß, ihr dabei zuzusehen, wie sie jede Menge Machos mit Schnurrbart in die Fresse tritt, scheint doch ansonsten gerade das Frauenschlagen äußerst populär zu sein. Schlußendlich sind alle Widerlinge tot oder eingebuchtet, aber unser güldenes Karatemädchen scheint seine Zweifel zu haben, ob es sich dabei tatsächlich um ein Happy End handelt...

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Sonntag, 22. August 2010
El Caminante
hypnosemaschinen, 00:08h
The Traveler, Spanien 1979, Regie: Paul Naschy
Im Spanien des 18. Jahrhunderts hat der Teufel Menschengestalt (Paul Naschy) angenommen und zieht über das Land. Gier und Habsucht dominieren die meisten Menschen, die er trifft, und um diese Exemplare ist es nicht schade, wenn Satan ihnen übel mitspielt. Dann und wann begegnet ihm auch eine gute Seele, aber mit hinterhältigen Demütigungen kann er auch diese entweder ins Gegenteil verkehren oder zum Selbstmord treiben...
Und die Moral von der Geschicht? Moral und Tugend bringen es nicht! Zwischen schnell heruntergedrehten eher konventionellen Horrorfilmen gelang es Naschy auch mal, eher außergewöhnliche und ambitionierte Projekte wie dieses hier durchzuführen. Der bittere Rundumschlag gegen die Niedertracht des Menschen im Allgemeinen und die Heuchelei des Klerus im Besonderen wird aber durch einzelne Episoden getrübt, die eher wirken, als würden sie aus einer zotigen Sex-Komödie stammen. Nichtsdestotrotz sind aber sowohl die Landschaftsausnahmen (toller Vertipper, muß ich mir merken) als auch die weiblichen Darsteller und vor allem Naschy ganz in seinem diabolischem Element äußerst hübsch anzusehen.

Im Spanien des 18. Jahrhunderts hat der Teufel Menschengestalt (Paul Naschy) angenommen und zieht über das Land. Gier und Habsucht dominieren die meisten Menschen, die er trifft, und um diese Exemplare ist es nicht schade, wenn Satan ihnen übel mitspielt. Dann und wann begegnet ihm auch eine gute Seele, aber mit hinterhältigen Demütigungen kann er auch diese entweder ins Gegenteil verkehren oder zum Selbstmord treiben...
Und die Moral von der Geschicht? Moral und Tugend bringen es nicht! Zwischen schnell heruntergedrehten eher konventionellen Horrorfilmen gelang es Naschy auch mal, eher außergewöhnliche und ambitionierte Projekte wie dieses hier durchzuführen. Der bittere Rundumschlag gegen die Niedertracht des Menschen im Allgemeinen und die Heuchelei des Klerus im Besonderen wird aber durch einzelne Episoden getrübt, die eher wirken, als würden sie aus einer zotigen Sex-Komödie stammen. Nichtsdestotrotz sind aber sowohl die Landschaftsausnahmen (toller Vertipper, muß ich mir merken) als auch die weiblichen Darsteller und vor allem Naschy ganz in seinem diabolischem Element äußerst hübsch anzusehen.

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