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Samstag, 28. August 2010
Bedevilled
hypnosemaschinen, 01:32h
Südkorea 2010, Regie: Jang Cheol-so
Hae-won ist eine Bankangestellte in Seoul und steht beruflich wie privat unter großem Druck. Als sie auf der Arbeit ausrastet und eine Kollegin schlägt, wird sie vom Chef beurlaubt. Zunächst verbringt sie ihren Urlaub Bier trinkend in ihrer Wohnung, schließlich entscheidet sie sich, zu einer entlegenen Insel zu fahren, auf der einst ihre Großeltern gewohnt haben und Bok-nam, eine Freundin aus Kindheitstagen, die ihr ständig Briefe schreibt, immer noch wohnt. Zunächst über die idyllische Ruhe der Insel erfreut, merkt Hae-won jedoch bald, daß hier einiges nicht in Ordnung ist, denn Bok-nam wird von ihrem Ehemann wie der letzte Dreck behandelt und ständig verprügelt und gedemütigt. Daher bittet sie ihre „Freundin“, sie und ihre kleine Tochter nach Seoul mitzunehmen. Diese will davon aber nichts wissen, also versucht Bok-nam es auf eigene Faust, was ihr aber nicht gelingt. Stattdessen droht die Situation noch stärker zu eskalieren…
Beim Thema der harten Landarbeit auf einer entlegenen Insel mußte ich ja zunächst an Kaneto Shindos traurig-schönen Hadaka no shima denken. Traurig ist Bedevilled auch, aber äußerst unschön. So findet nicht nur der Drecksack von einem Ehemann sein Verhalten vollkommen angemessen, sondern auch der Rest der Inselbevölkerung, inklusive der Frauen. Manche Arbeiten auf der Insel können halt nur von Männern durchgeführt werden, und dann muß man ihnen ihren Willen lassen, damit die letzten Exemplare nicht auch noch in die Großstadt abhauen. Ein äußerst grimmiger und bitterer Film, der dramaturgisch geschickt aufgebaut ist, nur das Ende fand ich ein wenig zu sehr in die Länge gezogen, das hätte ruhig etwas knapper sein können und wäre dann wohl noch effektiver gewesen. (Vielleicht so effektiv wie die Bohnenpaste, die bei den Inselbewohnern als Allheilmittel dient.)

Sonst diesen Freitag noch auf dem Fantasy Filmfest gesehen: Tucker & Dale vs Evil, Chatroom und Black Death.
Hae-won ist eine Bankangestellte in Seoul und steht beruflich wie privat unter großem Druck. Als sie auf der Arbeit ausrastet und eine Kollegin schlägt, wird sie vom Chef beurlaubt. Zunächst verbringt sie ihren Urlaub Bier trinkend in ihrer Wohnung, schließlich entscheidet sie sich, zu einer entlegenen Insel zu fahren, auf der einst ihre Großeltern gewohnt haben und Bok-nam, eine Freundin aus Kindheitstagen, die ihr ständig Briefe schreibt, immer noch wohnt. Zunächst über die idyllische Ruhe der Insel erfreut, merkt Hae-won jedoch bald, daß hier einiges nicht in Ordnung ist, denn Bok-nam wird von ihrem Ehemann wie der letzte Dreck behandelt und ständig verprügelt und gedemütigt. Daher bittet sie ihre „Freundin“, sie und ihre kleine Tochter nach Seoul mitzunehmen. Diese will davon aber nichts wissen, also versucht Bok-nam es auf eigene Faust, was ihr aber nicht gelingt. Stattdessen droht die Situation noch stärker zu eskalieren…
Beim Thema der harten Landarbeit auf einer entlegenen Insel mußte ich ja zunächst an Kaneto Shindos traurig-schönen Hadaka no shima denken. Traurig ist Bedevilled auch, aber äußerst unschön. So findet nicht nur der Drecksack von einem Ehemann sein Verhalten vollkommen angemessen, sondern auch der Rest der Inselbevölkerung, inklusive der Frauen. Manche Arbeiten auf der Insel können halt nur von Männern durchgeführt werden, und dann muß man ihnen ihren Willen lassen, damit die letzten Exemplare nicht auch noch in die Großstadt abhauen. Ein äußerst grimmiger und bitterer Film, der dramaturgisch geschickt aufgebaut ist, nur das Ende fand ich ein wenig zu sehr in die Länge gezogen, das hätte ruhig etwas knapper sein können und wäre dann wohl noch effektiver gewesen. (Vielleicht so effektiv wie die Bohnenpaste, die bei den Inselbewohnern als Allheilmittel dient.)

Sonst diesen Freitag noch auf dem Fantasy Filmfest gesehen: Tucker & Dale vs Evil, Chatroom und Black Death.
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Donnerstag, 26. August 2010
Pánico
hypnosemaschinen, 01:22h
Mexiko 1966, Regie: Julián Soler

Ay, mexikanischer Episodenhorror! Und ziemlich ungewöhnlich noch dazu. Die einzelnen Episoden tragen nämlich schlichte Namen, um Extremsituationen zu beschreiben und die erste von ihnen scheint komplett auf durchgängige Handlung und Dialoge zu verzichten, zugunsten der Erzeugung eines Gefühls, hier: Panik! Eine junge Frau sitzt gedankenversunken in ihrem Zimmer, später im Garten, eine Babypuppe haltend – da erscheint eine wahnsinnige Frau mit einem Messer, die Babypuppe zerbricht und die junge Frau flüchtet in den Wald, wo sie weitere Gefahren wie finster dreinblickende Männer erwarten...das Thema der zweiten Episode ist Einsamkeit: Traurig begraben zwei Freunde den Leichnam einer Frau, um kurze Zeit später ihr Heimatdorf, das scheinbar von der Pest heimgesucht wurde, per Kanu zu verlassen. Einen von ihnen scheinen jedoch Schuldgefühle zu plagen, er hört ständig Stimmen und offenbart schließlich seinem Freund, daß er ein Verhältnis mit seiner Ehefrau hatte, es kommt zu einem Streit, bei dem der Ehemann stirbt und der Ehebrecher ganz allein im Sumpf zurückbleibt...oder? In der dritten Episode „Angustia/Furcht“ betitelt, entwickelt ein Wissenschaftler ein neuartiges Narkotikum, das den Patienten zwar bei vollem Bewußtsein beläßt, dessen Körper aber alle Anzeichen des Todes verpaßt. Dank einer ungeschickten Katze schluckt der Wissenschaftler sein Mittel selbst, und hofft, rechtzeitig vor der Beerdigung wieder aufzuwachen...

Was mich bei Episodenfilmen immer wieder wundert, ist die Anordnung der einzelnen Geschichten: Man könnte ja meinen, die beste Geschichte gehört ans Ende gesetzt, aber für meinen Geschmack ist das eher selten der Fall: So finde ich auch hier die erste Episode die beste, da sie eigentlich nichts anderes als eine 20 Minuten lange Traumsequenz bzw. Halluzination ist und auch ausreichend mit den klassischen Stilmitteln einer solchen inszeniert wurde. Grandios! Die zweite Episode erzählt dann eine eher konventionelle Geschichte, schafft es aber gekonnt, teilweise eine wirklich unheimliche Atmosphäre aufzubauen. Die Bedrohung durch unidentifizierbare Geräusche nachts in der Wildnis erinnerte mich an den späteren australischen Film Long Weekend und dessen Remake. Die letzte Episode bringt dann komödiantische Elemente ein und hat man in ihrer Art schon des öfteren gesehen, wobei man der Fairness halber erwähnen sollte, daß die meisten Variationen davon, z.B. in den Amicus-Episodenfilmen, erst weit nach 1966 entstanden sind. Man muß Pánico also schon einen gewissen Grad von Originalität attestieren, die den offensichtlichen Vorbildern wie Roger Cormans Tales of Terror oder Mario Bavas I tre volti della paura eine durchaus eigene Note hinzufügt.


Ay, mexikanischer Episodenhorror! Und ziemlich ungewöhnlich noch dazu. Die einzelnen Episoden tragen nämlich schlichte Namen, um Extremsituationen zu beschreiben und die erste von ihnen scheint komplett auf durchgängige Handlung und Dialoge zu verzichten, zugunsten der Erzeugung eines Gefühls, hier: Panik! Eine junge Frau sitzt gedankenversunken in ihrem Zimmer, später im Garten, eine Babypuppe haltend – da erscheint eine wahnsinnige Frau mit einem Messer, die Babypuppe zerbricht und die junge Frau flüchtet in den Wald, wo sie weitere Gefahren wie finster dreinblickende Männer erwarten...das Thema der zweiten Episode ist Einsamkeit: Traurig begraben zwei Freunde den Leichnam einer Frau, um kurze Zeit später ihr Heimatdorf, das scheinbar von der Pest heimgesucht wurde, per Kanu zu verlassen. Einen von ihnen scheinen jedoch Schuldgefühle zu plagen, er hört ständig Stimmen und offenbart schließlich seinem Freund, daß er ein Verhältnis mit seiner Ehefrau hatte, es kommt zu einem Streit, bei dem der Ehemann stirbt und der Ehebrecher ganz allein im Sumpf zurückbleibt...oder? In der dritten Episode „Angustia/Furcht“ betitelt, entwickelt ein Wissenschaftler ein neuartiges Narkotikum, das den Patienten zwar bei vollem Bewußtsein beläßt, dessen Körper aber alle Anzeichen des Todes verpaßt. Dank einer ungeschickten Katze schluckt der Wissenschaftler sein Mittel selbst, und hofft, rechtzeitig vor der Beerdigung wieder aufzuwachen...

Was mich bei Episodenfilmen immer wieder wundert, ist die Anordnung der einzelnen Geschichten: Man könnte ja meinen, die beste Geschichte gehört ans Ende gesetzt, aber für meinen Geschmack ist das eher selten der Fall: So finde ich auch hier die erste Episode die beste, da sie eigentlich nichts anderes als eine 20 Minuten lange Traumsequenz bzw. Halluzination ist und auch ausreichend mit den klassischen Stilmitteln einer solchen inszeniert wurde. Grandios! Die zweite Episode erzählt dann eine eher konventionelle Geschichte, schafft es aber gekonnt, teilweise eine wirklich unheimliche Atmosphäre aufzubauen. Die Bedrohung durch unidentifizierbare Geräusche nachts in der Wildnis erinnerte mich an den späteren australischen Film Long Weekend und dessen Remake. Die letzte Episode bringt dann komödiantische Elemente ein und hat man in ihrer Art schon des öfteren gesehen, wobei man der Fairness halber erwähnen sollte, daß die meisten Variationen davon, z.B. in den Amicus-Episodenfilmen, erst weit nach 1966 entstanden sind. Man muß Pánico also schon einen gewissen Grad von Originalität attestieren, die den offensichtlichen Vorbildern wie Roger Cormans Tales of Terror oder Mario Bavas I tre volti della paura eine durchaus eigene Note hinzufügt.

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Dienstag, 24. August 2010
Karateci kiz
hypnosemaschinen, 01:38h
The Golden Karate Girl, Türkei 1974, Regie: Orhan Aksoy

Seit dem Tode ihrer Mutter ist Zeynep stumm. Aufgrund ihrer freundlichen Art und ihrem guten Aussehen, gelingt es ihr aber, in Istanbul zahlreiche der von ihrem Vater gezüchteten Nelken zu verkaufen. Das so eingenommene Geld wird gespart für eine Operation, damit Zeynep endlich wieder sprechen kann. Dummerweise brechen aber 5 Schwerkriminelle aus dem Gefängnis aus, klauen das Geld, ermorden Papa und vergewaltigen Zeynep. Der Schock bringt ihr die Sprache wieder, aber mit der Sprache auch den Wunsch nach Rache...

Was man türkischen Exploitation-Filmen ja keineswegs vorwerfen kann, ist, daß sie lange um den heißen Brei herumreden. Die Positionen werden relativ eindeutig gesetzt und für Ambivalenz ist kein Platz. Hier ist der Abschaum, da sind die Helden. Im vorliegenden Fall muß sich die Heldin freilich erst darüber bewußt werden, daß sie eine ist und es ist ein großer Spaß, ihr dabei zuzusehen, wie sie jede Menge Machos mit Schnurrbart in die Fresse tritt, scheint doch ansonsten gerade das Frauenschlagen äußerst populär zu sein. Schlußendlich sind alle Widerlinge tot oder eingebuchtet, aber unser güldenes Karatemädchen scheint seine Zweifel zu haben, ob es sich dabei tatsächlich um ein Happy End handelt...


Seit dem Tode ihrer Mutter ist Zeynep stumm. Aufgrund ihrer freundlichen Art und ihrem guten Aussehen, gelingt es ihr aber, in Istanbul zahlreiche der von ihrem Vater gezüchteten Nelken zu verkaufen. Das so eingenommene Geld wird gespart für eine Operation, damit Zeynep endlich wieder sprechen kann. Dummerweise brechen aber 5 Schwerkriminelle aus dem Gefängnis aus, klauen das Geld, ermorden Papa und vergewaltigen Zeynep. Der Schock bringt ihr die Sprache wieder, aber mit der Sprache auch den Wunsch nach Rache...

Was man türkischen Exploitation-Filmen ja keineswegs vorwerfen kann, ist, daß sie lange um den heißen Brei herumreden. Die Positionen werden relativ eindeutig gesetzt und für Ambivalenz ist kein Platz. Hier ist der Abschaum, da sind die Helden. Im vorliegenden Fall muß sich die Heldin freilich erst darüber bewußt werden, daß sie eine ist und es ist ein großer Spaß, ihr dabei zuzusehen, wie sie jede Menge Machos mit Schnurrbart in die Fresse tritt, scheint doch ansonsten gerade das Frauenschlagen äußerst populär zu sein. Schlußendlich sind alle Widerlinge tot oder eingebuchtet, aber unser güldenes Karatemädchen scheint seine Zweifel zu haben, ob es sich dabei tatsächlich um ein Happy End handelt...

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