Dienstag, 12. Oktober 2010
Qarqacha - El Demonio del Incesto
Peru, ca. 2000, Regie: Melinton Eusebio



Eine Gruppe Studenten macht sich auf den Weg in die tiefsten Anden, um irgendwas (kann ich spanisch?) zu erforschen. Unterwegs wundern sie sich, als sie keinen Schlafplatz finden, erst eine alte Frau mit frisch gestorbenen Mann im Sarg läßt sie ein. Am nächsten Tag am Ziel ihrer Erkundungen eingetroffen, stoßen sie auf das nächste Problem, denn der Dorf-Oberste Macario hat keine Lust, sie irgendwas erforschen zu lassen. Auch hat er was dagegen, wenn sein Hilfsarbeiter seine Tochter befummelt, übt er doch selbst schon Beischlaf mit ihr aus. Die Sünde des Inzest führt aber dazu, daß die beiden sich nachts in Llamas verwandeln, und so von den Dorfbewohnern eingefangen werden können, um sie am nächsten Tag auf dem Dorfplatz zu steinigen. Macario kehrt aber als Untoter in einer Mönchskutte zurück, hypnotisiert diverse Dorfbewohner mit seiner Spucke und lutscht ihnen von hinten das Hirn heraus...



Oh. Was ich zunächst - auch wegen der baugleichen Wollmütze der Hauptdarstellerin - für eine der zahlreichen Blair Witch Project-Kopien gehalten habe, entpuppte sich kurze Zeit später als eher klassisch erzählter Horrorfilm, nur halt mit einem Amateur-Budget, einer Videokamera und nicht wirklich viel Talent am Schneidetisch. Auch die Darsteller übertreiben kräftig und beim Finale waren wohl Zeit und Geld knapp, findet es doch hauptsächlich im Off statt. Dank der Andenlandschaft und einem wirkungsvollen minimalistischen folkloristischen Score gelingen allerdings doch einige recht stimmungsvolle Momente, und die Geschichte an sich ist auch abseitig-wunderlich genug, um das alles mit einer gewissen Faszination zu verfolgen. Der Titel wird übrigens oft mit "Jarjacha" angegeben, und als Produktionsjahr mal 2000, mal 2002, keine Ahnung, was nun stimmt. Bei dem Plot scheint es sich jedenfalls um eine bekannte peruanische Legende zu halten und zu dieser Zeit gab es wohl einen Horrorboom im Land und es wurden zahlreiche ähnliche Streifen produziert. Recht so.

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Sonntag, 10. Oktober 2010
Pegboy
Schon zu den Zeiten, als er noch bei Naked Raygun (zu dieser Band gibt es später bestimmt auch noch einen Eintrag) spielte, war ich äußerst begeistert von John Haggertys Gitarrensound: Der klang irgendwie so breit und so fett, hatte so viel sustain und war absolut einzigartig und geil. Nach seinem Ausstieg bei Naked Raygun transponierte er den Sound zu seiner neuen Band, die zahlreiche großartige Songs fabrizierten. Ich beiße mir heute noch fast täglich in den Arsch, daß ich sie mir auf ihrer (einzigen?) Europatour damals in Köln nicht angesehen habe, weil ich tags darauf eine Anglistik-Klausur schreiben mußte, die ich aber trotzdem vergeigt habe. Bleibt das Warten auf eine Reunion, die auch außerhalb Chicagos stattfindet.

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Donnerstag, 7. Oktober 2010
Lady in White
Die phantastische Reise ins Jenseits, USA 1988, Regie: Frank LaLoggia



Der erfolgreiche Horrorschriftsteller Frank kehrt zurück in den Ort seiner Kindheit und prompt werden Erinnerungen wach, vor allem an die Halloween-Nacht 1962, in der ihn Schulkameraden in einen Kellerraum der Schule einsperren und er nicht nur den Geist eines ermordeten Mädchen sieht, sondern auch ihren Mörder, der immer noch frei herumläuft...



Hatte des Regisseurs Erstling Fear no evil zwar einige Defizite, so war doch eine recht eigenständige und sympathische Handschrift zu erkennen. Das setzt sich hier mit einem weitaus höherem Budget und etwas breiter angelegtem Zielpublikum fort. Schwächen gibt es auch hier ein paar – streckenweise recht triefender amerikanischer Familien-Kitsch, sowie einen recht unausgegorenen, zu sehr nach Alibi aussehenden Anti-Rassismus-Subplot, und der erneut auffallende Hang zu übers Ziel hinausschießenden Spezialeffekt-Orgien im Finale – aber der Film sieht von vorne bis hinten einfach toll aus. Er spielt nicht nur in den frühen Sechzigern, er versucht sich auch, wie ein Film aus dieser Zeit zu geben, was spätestens beim Finale auf den Klippen, incl. Rückprojektionen deutlich wird. Auch die Gruselmomente sind trotz eindeutiger Anleihen des Plots an die typischen Ingredienzen zahlreicher Stephen King-Romane durchgängig Old School: Jemanden, der in den späten Achtzigern noch so ein ausgeprägtes Faible für Nebelmaschinen hat, kann ich einfach nicht böse sein. Dazu kommen noch prächtige Locations. Doch, das ist alles sehr hübsch und sympathisch.
Während der Sichtung hatte ich die Idee, mal eine Liste mit Filmen zu erstelllen, in denen die Hauptfiguren Chucks tragen. Als würde ich das Internet nicht kennen, so was gibt's natürlich schon längst.

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