Mittwoch, 30. März 2011
Sick Humor


Heute erschien der von Christian Hoffstadt und Stefan Höltgen herausgegebene Sammelband Sick Humor, der sich dem Phänomen des Tabubrechenden Humors widmet. Enthalten ist ein kurzer, auf englisch verfasster Essay von mir zum Thema "Sick Humor in Punkrock", in dem dargestellt wird, wie Vertreter der Subkultur vor allem in Songtexten und auf Plattencovern Witze machten, über die viele Leute nicht lachen konnten. Erwähnt werden u.a. die DEAD KENNEDYS, GG ALLIN, die FEEDERZ sowie auch einige Beispiele aus deutschen Landen.

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Dienstag, 29. März 2011
Wake Wood
Irland/Großbritannien 2011, Regie: David Keating



Um den schmerzhaften Erinnerungen an den Tod seiner Tochter zu entkommen, nimmt der Tierarzt Patrick einen Job in der kleinen irischen Ortschaft Wake Wood an. Seine Frau fühlt sich dort aber nicht richtig wohl, benehmen sich auch die Einheimischen reichlich merkwürdig und gehen alten keltischen Traditionen nach. Bald stellt das Ehepaar jedoch fest, daß eins dieser seltsamen Rituale tatsächlich funktioniert: Die Dorfbewohner haben die Möglichkeit, die Toten zurückzuholen, sie dürfen allerdings nicht länger als ein Jahr begraben sein und kehren nur für drei Tage zurück...



Das Motiv der abgelegenen Ortschaft ist ja eins meiner liebsten im klassischen Horrorkanon, vor allem, wenn es noch mit entsprechend stimmungsvollen Locations daherkommt. Diese sind hier zwar durchaus vorhanden, allerdings hätten sie für meinen Geschmack noch etwas mehr ausgekostet werden können, was wohl hauptsächlich deswegen nicht geschehen ist, da sich die Macher trotz Old School-Settings eher für einen „modernen“ Look des Films entschieden haben. Noch gravierender ist allerdings der Umstand, daß der Film trotz seiner vielversprechenden Prämisse nach der Hälfte dann doch auf Nummer sicher geht, altbekannte Standards hervorholt und sich damit im Mittelmaß einreiht. (Ein ähnliches Problem hatte der vom Thema her sehr vergleichbare The Vanished.) Da wäre viel mehr drin gewesen. Dennoch: Ein paar eindrucksvolle Szenen sind durchaus vorhanden, und die Darsteller sind auch nicht verkehrt. Vor allem Timothy Spall macht sich sehr gut als Siegfried Farnon des Grauens.

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Mittwoch, 23. März 2011
Claude Seignolle: Die Gezeichnete
Obwohl ihm die Einheimischen davon abraten, möchte ein von auswärts kommender Bauer das Land in der Nähe des Flusses "Malnoue" urbar machen. Zunächst scheinen seine Versuche erfolgreich, doch als er eines Tages durch das Feld pflügt, stößt er im Boden auf Widerstand und gräbt den Kopf einer alten Frauenstatue aus. Nachdem er diesen Kopf mit nach Hause genommen hat, häufen sich merkwürdige Ereignisse. Selbst 20 Jahre später scheint die Statue einen merkwürdigen Einfluß auf die einzige Tochter des Bauern zu haben...

Claude Seignolle verarbeitete in seinen Romanen und Erzählungen hauptsächlich alte Legenden aus seiner Heimat, der Sologne. Diese prägen auch diesen, 1952 erschienenen Roman, der neben dem Sagenstoff auch zahlreiche Beschreibungen des französischen Landlebens enthält. In Sachen Stil und Motive ist Seignolle schon relativ einzigartig und transportiert eine sehr eigene Stimmung. Ich würde gerne auch mal die Verfilmungen seiner Stoffe sehen, von denen wohl einige für das französische Fernsehen entstanden sind. Der Roman "Die Gezeichnete" verfügt allerdings auch über ein paar ermüdende Wiederholungen und Vorhersehbarkeiten - der andere von ihm in deutscher Übersetzung vorliegende Roman "Marie, die Wölfin" (DuMont 1991) hat mir wesentlich besser gefallen.

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