Samstag, 21. Juli 2012
Nightwish
USA 1990, Regie: Bruce R. Cook



Ein Professor hat die Möglichkeit gefunden, Träume sichtbar zu machen, will mit seinen Studenten aber noch einen Schritt weiter gehen: Sie sollen ihre größten Ängste in den Griff kriegen und so ordnet er eine Versuchsreihe in einem Haus an, in dem es angeblich spuken soll. Die Experimente geraden aber bald außer Kontrolle...



Ich habe mich in den letzten Jahren ja eher in längst vergangene Dekaden exotischer Länder begeben, um Horrorfilme zu finden, die originell und außergewöhnlich "neben der Spur" liegen und nicht nur mehrfach wiedergekäute Standards lieblos abspulen. Verblüffend also, auf eine US-Produktion aus dem Jahr 1990 zu stoßen, die diese Merkmale erfüllt und mir zuvor komplett durchgegangen ist. Es gibt sogar eine deutsche DVD, da muß aber die Bildqualität unter aller Sau sein, so daß man bei den Nachtszenen kaum was erkennen kann. Nightwish gäbe wohl ein gutes Double Feature mit dem im selben Jahr erschienenem Brain Dead (von Adam Simon, nicht der von Peter Jackson) ab, denn beide gehören in die Kategorie von Filmen, die man mittlerweile Mindfuck-Movies nennen würde. Der Realitätsstatus des Gezeigten wird ständig unterwandert und die schlußendliche Auflösung ist hier so elegant, daß sie etwaige Logiklöcher-Pedanten stilvoll in den Wahnsinn zu treiben vermag. Der Look, vor allem die opulente Verwendung von neongrüner Beleuchtung verortet den Film ästhetisch zwar stark in seine Entstehungszeit (die Macher dürften From Beyond mehr als einmal gesehen haben), aber ansonsten gibt es kaum etwas auszusetzen: Der ewige Nebendarsteller Jack Starrett ist fabelhaft als Mad Scientist (leider seine letzte Rolle), die Damen sind äußerst schnuckelig, der Humor fügt sich mit seiner skurrilen Art perfekt ein, zahlreiche klassische Motive aus dem Horror und Science-Fiction-Kanon werden aufgegriffen und wieder fallen gelassen, und die Effekte - frühe Arbeiten von Nicotero/Berger - können sich auch durchaus sehen lassen. Das hat verdammt viel Spaß gemacht.

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Montag, 16. Juli 2012
Belle
Belgien/Frankreich 1973, Regie: André Delvaux



Mathieu ist Spezialist für Lyrik des 16. Jahrhunderts und lebt mit seiner bezaubernden Frau und Tochter im beschaulichen Spa. Eines Nachts fährt er im Hohen Venn einen Hund an und verfolgt das verletzte Tier in den Wald. Dort findet er in einer verfallenen Holzhütte eine wunderschöne Frau, die ihn aber scheinbar nicht versteht und auch nicht spricht. Die beiden kommen sich schnell näher und Mathieu plant bald, mit ihr durchzubrennen...



Die Parallelen zu Un soir, un train drängen sich förmlich auf: Auch hier wird ein Akademiker durch ein merkwürdiges Ereignis aus der Bahn geworfen, Adriana Bogdan spielt die mysteriöse stumme Schönheit und die Unmöglichkeit der Kommunikation ist Thema. Belle ist aber nicht ganz so verstörend und unheimlich wie der frühere Film des Regisseurs geraten, dazu entwickelt sich der Plot zu konventionell und es fehlen auch die gänzlich bizarren Elemente. Eine fabelhafte traumähnliche Atmosphäre wird aber auch hier heraufgeschworen, dazu tragen neben dem schwermütigen Score vor allem die zahlreichen tollen Aufnahmen der kargen Venn-Landschaft bei.

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Samstag, 14. Juli 2012
Live-Audiokommentar XXV: Kalter Herbert


Im Juli gibt es direkt den nächsten Live-Audiokommentar in der Raststätte, diesmal nicht nur mit Überraschungsfilm, sondern auch mit Überraschungsgast. Es könnte erneut deliriös werden.

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