Samstag, 29. Januar 2011
Bruno Köster @ Raststätte Aachen, 28.01.2011


Zwei Gitarristen und zwei Bassisten sorgen für einen wabernden Soundteppich, an zwei Wände wird Vittorio de Sicas Schuhputzer projiziert, an eine dritte Wand schreibt Bruno Köster einen Brief an Carl Hulverscheidt, der seit seinem Selbstmord 2007 eine schmerzhafte Lücke in der Aachener Szene hinterlassen hat. Mitten im Raum kriecht Papst Pest über den Boden, an Vogelfedern und Scheren lutschend, sich mit Klebeband einhüllend. Als der Brief zu Ende geschrieben ist, liest Bruno den Rundfunkaufsatz "Das kriminelle Kind" von Jean Genet vor, einzelne Passagen davon passen hundertprozentig zu den Jugendgefängnis-Szenen de Sicas.



Der Besuch von Performances gehört ja normalerweise nicht zu meinem bevorzugten Zeitvertreib, diese stimmige Kombination aus Bildern, Text und Musik konnte aber durchaus faszinieren und wirkte durch die oft scheinbar zufällig zustande kommenden Parallelen und Schnittstellen auch äußerst anregend. Schöner Abend!

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