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Samstag, 13. Februar 2010
Girls' Dormitory
hypnosemaschinen, 00:54h
Khabgah-e Dokhtaran, Iran 2005, Regie: Mohammad Hossein Latifi

Die beiden Freundinnen Roya und Shirin freuen sich sehr, als sie endlich die Zulassung zur Uni bekommen haben. Jetzt müssen sie nur noch ihren Vätern verklickern, daß sie dazu in ein abgelegenes Kaff müssen, aber auch das gelingt ihnen recht bald. Der neue Schlafsaal der Uni ist jedoch noch nicht fertig, und so müssen sie zunächst mit einer alten Baracke vorlieb nehmen, die in der Nähe eines noch älteren, verlassenen Gebäudes steht, in dem es den Erzählungen der Einheimischen nach spuken soll...

Es ist schon recht erstaunlich, die Prämisse von Teenager-Mädels, welche sich von ihren Eltern loseisen können - sonst eher aus amerikanischen Filmen bekannt und meist mit ein wenig Promiskuität einhergehend - hier mal in einer vollkommen züchtigen Variante zu erleben. Sex vor der Heirat ist nicht, das Kopftuch wird freilich auch nie ausgezogen. Wenn man dann noch recht häufige Familien-Szenen und Komödienanteile abzieht, die den eigentlichen Plot zuweilen unterbrechen, kommt unterm Strich ein Film raus, der mit dem westlichen Terrorkino recht viel gemein hat. Die übernatürliche Prämisse mit einigen hübschen Gothic-Momenten hält nicht lange vor und macht Serienmörder-Thriller-Elementen Platz bis es zu einem recht offensichtlich von Texas Chainsaw Massacre inspirierten Finale kommt. Eine höchst interessante Sichtung und ich hoffe, auch mal einige iranische Horrorfilme aus den 50er und 60er Jahren in die Finger zu bekommen.


Die beiden Freundinnen Roya und Shirin freuen sich sehr, als sie endlich die Zulassung zur Uni bekommen haben. Jetzt müssen sie nur noch ihren Vätern verklickern, daß sie dazu in ein abgelegenes Kaff müssen, aber auch das gelingt ihnen recht bald. Der neue Schlafsaal der Uni ist jedoch noch nicht fertig, und so müssen sie zunächst mit einer alten Baracke vorlieb nehmen, die in der Nähe eines noch älteren, verlassenen Gebäudes steht, in dem es den Erzählungen der Einheimischen nach spuken soll...

Es ist schon recht erstaunlich, die Prämisse von Teenager-Mädels, welche sich von ihren Eltern loseisen können - sonst eher aus amerikanischen Filmen bekannt und meist mit ein wenig Promiskuität einhergehend - hier mal in einer vollkommen züchtigen Variante zu erleben. Sex vor der Heirat ist nicht, das Kopftuch wird freilich auch nie ausgezogen. Wenn man dann noch recht häufige Familien-Szenen und Komödienanteile abzieht, die den eigentlichen Plot zuweilen unterbrechen, kommt unterm Strich ein Film raus, der mit dem westlichen Terrorkino recht viel gemein hat. Die übernatürliche Prämisse mit einigen hübschen Gothic-Momenten hält nicht lange vor und macht Serienmörder-Thriller-Elementen Platz bis es zu einem recht offensichtlich von Texas Chainsaw Massacre inspirierten Finale kommt. Eine höchst interessante Sichtung und ich hoffe, auch mal einige iranische Horrorfilme aus den 50er und 60er Jahren in die Finger zu bekommen.

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Donnerstag, 11. Februar 2010
Jacques Hamelink: Horror Vacui
hypnosemaschinen, 03:41h
Da habe ich wohl, mehr oder weniger blind in die Grabbelkiste greifend, ein echtes Goldstück gefunden. Hamelinks Erzählungen beginnen zumeist wie realistische Alltagsbeschreibungen, kippen dann aber langsam um in ein nicht-greifbares Grauen teils individueller, teils existenzialistischer, teils sogar apokalyptischer Natur und münden in rätselhafte, ambivalente Auflösungen. Am besten gefiel mir "Ein aufgehaltenes Unwetter", in dem der Ausflug einiger Schulkinder ins Moor ein Ende findet, das ich überhaupt nicht erwartet hatte und mich in seiner misanthropischen Düsterniß an die viele Jahre später entstandenen Texte von Thomas Ligotti erinnerte. Aber auch die anderen Erzählungen bieten originelle Variationen bekannter phantastischer Motive, die - teilweise auf den Kopf gestellt - ihren Reiz daraus gewinnen, sich gerade in banalen Alltäglichkeiten zu manifestieren...oder zu manifestieren scheinen...große Klasse!
Die "edition suhrkamp"-Ausgabe von 1967 ist wohl die einzige deutsche Übersetzung des Autors und bei amazon marketplace und Konsorten problemlos und günstig abzugreifen.
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Montag, 8. Februar 2010
Hangover Square
hypnosemaschinen, 00:44h
Scotland Yards seltsamster Fall, USA 1945, Regie: John Brahm

Der aufstrebende Komponist George Harvey Bone leidet unter temporären Blackouts. Er fürchtet, während dieser Momente schreckliche Taten zu begehen – der Zuschauer ist schon seit der ersten Szene im Bilde, daß dem wirklich so ist. Die Anfälle häufen sich, als er der Sängerin Netta verfällt, die ihn nur ausnutzt...

Auch wenn Patrick Hamiltons facettenreiche literarische Vorlage auf einen eher herkömmlichen Thriller-Plot heruntergebrochen wurde, um sich an den Erfolg der The Lodger-Version zu hängen, die Brahm ein Jahr zuvor mit dem selben Hauptdarsteller inszenierte, muß ich hier doch von einem nahezu perfekten Film sprechen. Hier ist so verdammt viel großartig: Die Kamera-Arbeit, die nicht nur bei Bones Anfällen ein ungemütliches Gefühl heraufbeschwört, die Sets, die dem bekanntem, nebligem Gaslaternen-London mit einer omipräsenten von Petroleumlampen beleuchteten Baugrube eine zusätzliche Brechung verleihen, die überzeugenden Haupt- und Nebendarsteller und natürlich Bernard Herrmanns fantastischer Score, dessen Höhepunkt das eindrucksvolle Klavierkonzert im Finale bildet. Nicht zu vergessen die gespenstische Leichenentsorgung am Guy Fawkes-Tag. Hauptdarsteller Laird Cregar verlor vor den Dreharbeiten knapp 50 KG Gewicht und starb noch vor der Premiere des Films an den Folgen dieser Diät – ein ziemlicher Verlust, wie seine eindringliche Performance hier unter Beweis stellt.

Der aufstrebende Komponist George Harvey Bone leidet unter temporären Blackouts. Er fürchtet, während dieser Momente schreckliche Taten zu begehen – der Zuschauer ist schon seit der ersten Szene im Bilde, daß dem wirklich so ist. Die Anfälle häufen sich, als er der Sängerin Netta verfällt, die ihn nur ausnutzt...

Auch wenn Patrick Hamiltons facettenreiche literarische Vorlage auf einen eher herkömmlichen Thriller-Plot heruntergebrochen wurde, um sich an den Erfolg der The Lodger-Version zu hängen, die Brahm ein Jahr zuvor mit dem selben Hauptdarsteller inszenierte, muß ich hier doch von einem nahezu perfekten Film sprechen. Hier ist so verdammt viel großartig: Die Kamera-Arbeit, die nicht nur bei Bones Anfällen ein ungemütliches Gefühl heraufbeschwört, die Sets, die dem bekanntem, nebligem Gaslaternen-London mit einer omipräsenten von Petroleumlampen beleuchteten Baugrube eine zusätzliche Brechung verleihen, die überzeugenden Haupt- und Nebendarsteller und natürlich Bernard Herrmanns fantastischer Score, dessen Höhepunkt das eindrucksvolle Klavierkonzert im Finale bildet. Nicht zu vergessen die gespenstische Leichenentsorgung am Guy Fawkes-Tag. Hauptdarsteller Laird Cregar verlor vor den Dreharbeiten knapp 50 KG Gewicht und starb noch vor der Premiere des Films an den Folgen dieser Diät – ein ziemlicher Verlust, wie seine eindringliche Performance hier unter Beweis stellt.
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