Donnerstag, 25. Februar 2010
Dead Time: Kala
Indonesien 2007, Regie: Joko Anwar



Die Stadt geht vor die Hunde: Ein wütender Mob zündet am hellichten Tag 5 Menschen an, eine schwangere Frau wird scheinbar gleichgültig mehrmals überfahren. Die einzigen, die diese Geschehnisse nicht kalt lassen, sind ein junger, noch idealistischer Polizist und ein narkoleptischer Reporter. Letzterer findet auch heraus, daß all diese Ereignisse in einem Zusammenhang zu stehen scheinen, der auf eine Verschwörung oder gar das Wirken übernatürlicher Kräfte hindeutet...



Schon bei der Erstsichtung beim schmerzlich vermißten Cineasia-Festival in Köln konnte mich der Film ja schon ziemlich begeistern, die Mischung aus Neo-Noir, Endzeitthematik und einem nicht zu übersehendem Einfluß des europäischen Horrorfilms ist einerseits verdammt prächtig in Szene gesetzt und kann andererseits durch seine ungewöhnliche Story einen veritablen Spannungsbogen aufbauen. Das Ende hatte mich ziemlich vor den Kopf gestoßen und dürfte den ein oder anderen Zuschauer vielleicht sogar wütend machen, man kann ihm aber nicht vorwerfen, daß es auch nur irgendwie vorhersehbar wäre. Bei der Zweitsichtung fügte es sich dann etwas harmonischer ein, da es hier und dort in Details schon angekündigt wird. Die eigenwillige Schönheit der Bilder konnte mich auch diesmal direkt wieder gefangen nehmen. Jetzt bin ich umso schärfer auf Joko Anwars neuesten Film, Pintu terlarang/Forbidden Door, den es momentan aber scheinbar nur als indonesische DVD ohne Untertitel gibt.

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Mittwoch, 24. Februar 2010
Traum vom verschwundenem Bier
Ich gehe in einen Supermarkt, will einen Kasten Bier kaufen. Doch an den Stellen, wo sich sonst die Bierkästen verlockend übereinander stapeln, steht nur Mineralwasser. Ich suche die ganze Getränkeabteilung ab, finde kein Bier. Schließlich frage ich den Einkaufswagen-Zusammenschieber, wo denn hier Bier zu finden sei, ob sie noch welches führen. Er deutet in eine verstaubte Ecke, wo ich unter Spinnweben tatsächlich noch einen halbvollen Kasten König-Pilsener entdecke. Das Haltbarkeitsdatum ist erstaunlicherweise nicht abgelaufen, aber dieser Traum will mir anscheinend suggerieren, daß ich mich in einer Zukunft befinde, in der Bier ein absolut unpopuläres Getränk geworden ist. Ich kaufe die verstaubten Flaschen trotzdem.

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Montag, 22. Februar 2010
The White Reindeer
Valkoinen peura, Finnland 1952, Regie: Erik Blomberg



Lappland, vor langer Zeit: Als ihr Mann nach mehreren Tagen nicht vom Rentier-Hüten zurückkehrt, sieht eine junge Frau in der Einsamkeit ihrer entlegenen Hütte in der weiten, schneebedeckten Steppe keine andere Alternative, als die schwarze Magie zu Hilfe zu nehmen. Dies hat aber ungeahnte Konsequenzen: An manchen Tagen verwandelt sie sich in ein weißes Rentier, und in den Nächten bekommt sie ungehemmten Appetit auf Männerblut...



Wer sagt eigentlich, daß es in unheimlichen Filmen immer irgendwie dunkel sein muß? Der von Tierknochen gesäumte Friedhof in der grellen, hellen, weißen Einöde kann einem auch eine ordentliche Gänsehaut verpassen, auch wenn man sagen muß, daß der Film eine zu entrückte Stimmung aufbaut, um als richtiger Horrorfilm durchzugehen. Die expressiven Bilder erinnern oft an die Stummfilm-Ära und besonders viele Dialoge gibt es nicht, was schon recht entgegenkommend ist, wenn man kein finnisch versteht. Stattdessen gibt es Panorama-Aufnahmen von weiter, weißer Landschaft satt, unterlegt von sphärischer Musik, ein Trip in eine karge und fremde, aber wunderschöne Welt.

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