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Freitag, 30. April 2010
De Jurk
hypnosemaschinen, 20:13h
Das geheimnisvolle Kleid, Niederlande 1996, Regie: Alex van Warmerdam

Vom Baumwollfeld über das Design bis zum Ende im Verbrennungsofen wird episodisch die Geschichte eines Kleides erzählt, das mit den verschiedensten Menschen in Berührung kommt, manche davon höchst absonderlicher Natur. Abgesehen von zwei traurigen Einschüben dominiert hier ein eigenwilliger, rabenschwarzer Humor, in dem die männliche Figuren meist langweilende Verlierer oder notgeile Psychopathen sind...

Manchmal kann man durch zufälliges Einschalten des Fernsehers schon erstaunliche Entdeckungen machen, wobei ich mittlerweile so gezielt Filme schaue, daß mir das immer weniger passiert. So wurde ich jedenfalls vor einigen Jahren auf den niederländischen Regisseur Alex van Warmerdam aufmerksam, von dem ich mittlerweile auch alle anderen Filme gesehen habe, die allesamt trotz wiederkehrender Elemente wie dem Hang zu absurden Situationen und einem die Grenzen des guten Geschmacks immer wieder penetrierenden Humors von einer frischen Unvorhersehbarkeit sind, wenn ich auch nicht alle gleichermaßen großartig fand. Schade jedenfalls, daß seine neuesten Werke – der metaleptische Ober und der bösartige De laatste dagen van Emma Blank – scheinbar hierzulande nicht mehr erschienen sind, so daß sie niemand zufällig im Fernsehen erwischen kann. De Jurk ist aber wohl immer noch mein Lieblinsgsfilm des Regisseurs, vielleicht, weil es der erste war, der mich mit seiner kuriosen Welt in Verbindung brachte, vielleicht aber auch, weil hier so viele tolle Momente drin sind – neben Warmerdams Performance als irrer Schaffner ist vor allem die Sequenz unglaublich, in der ein Mofakurier durch einen Wald voller Nebel den Stoff des Kleides zum Modedesigner bringt und dabei Zeuge wird, wie dieser gerade seine halbnackte Freundin mit der Schrotflinte zum Teufel jagt, weil diese nicht mit seinem riesengroßen Eber namens Tony kopulieren wollte.


Vom Baumwollfeld über das Design bis zum Ende im Verbrennungsofen wird episodisch die Geschichte eines Kleides erzählt, das mit den verschiedensten Menschen in Berührung kommt, manche davon höchst absonderlicher Natur. Abgesehen von zwei traurigen Einschüben dominiert hier ein eigenwilliger, rabenschwarzer Humor, in dem die männliche Figuren meist langweilende Verlierer oder notgeile Psychopathen sind...

Manchmal kann man durch zufälliges Einschalten des Fernsehers schon erstaunliche Entdeckungen machen, wobei ich mittlerweile so gezielt Filme schaue, daß mir das immer weniger passiert. So wurde ich jedenfalls vor einigen Jahren auf den niederländischen Regisseur Alex van Warmerdam aufmerksam, von dem ich mittlerweile auch alle anderen Filme gesehen habe, die allesamt trotz wiederkehrender Elemente wie dem Hang zu absurden Situationen und einem die Grenzen des guten Geschmacks immer wieder penetrierenden Humors von einer frischen Unvorhersehbarkeit sind, wenn ich auch nicht alle gleichermaßen großartig fand. Schade jedenfalls, daß seine neuesten Werke – der metaleptische Ober und der bösartige De laatste dagen van Emma Blank – scheinbar hierzulande nicht mehr erschienen sind, so daß sie niemand zufällig im Fernsehen erwischen kann. De Jurk ist aber wohl immer noch mein Lieblinsgsfilm des Regisseurs, vielleicht, weil es der erste war, der mich mit seiner kuriosen Welt in Verbindung brachte, vielleicht aber auch, weil hier so viele tolle Momente drin sind – neben Warmerdams Performance als irrer Schaffner ist vor allem die Sequenz unglaublich, in der ein Mofakurier durch einen Wald voller Nebel den Stoff des Kleides zum Modedesigner bringt und dabei Zeuge wird, wie dieser gerade seine halbnackte Freundin mit der Schrotflinte zum Teufel jagt, weil diese nicht mit seinem riesengroßen Eber namens Tony kopulieren wollte.

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Freitag, 30. April 2010
Veronika Schmidt (Hg.): Gespenstergeschichten aus Lateinamerika
hypnosemaschinen, 00:34h
Abwechslungsreiche Sammlung, wobei die interessantesten Erzählungen nicht unbedingt von der bekannteren Namen Márquez, Borges, Fuentes oder Bioy Casares stammen, sondern von Autoren, von denen ich noch nie gehört hatte, so etwa "Mädchen, Blume, Telefon" von Carlos Drummond de Andrade. Ein paar der Geschichten sind mir auch ein bißchen zu nah an der Fabel und Parabel, aber diese Spielart des Phantastischen ist ja gerade in den hier vertretenen Ländern recht verbreitet. Ein wenig schade, daß die Anthologie sich auf zeitgenössische Autoren beschränkt, ein paar Texte aus dem 19. Jahrhundert hätten die Auswahl wohl noch etwas runder gemacht. Nichtsdestotrotz eine empfehlenswerte Lektüre mit einigen Höhepunkten, wie überhaupt die knapp 20 Bände umfassende Reihe, die Mitte der 70er bis Anfang der 80er im Fischer-Verlag erschien und wahrlich aus allen Ecken der Welt Gespenstergeschichten präsentierte, äußerst lobenswert ist. Als besonderer Tip sei noch auf die von Lafcadio Hearn zusammengetragenen japanischen Geistergeschichten hingewiesen, die von keinem geringerem als Gustav Meyrink übersetzt wurden.
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Dienstag, 27. April 2010
Alison's Birthday
hypnosemaschinen, 04:19h
Australien 1981 Regie: Ian Coughlan

Da sie lange genug quengeln, verbringt Alison (Mad Max seine Frau) ihren 19. Geburtstag bei Onkel und Tante, die sie einst aufgezogen haben, nachdem ihre leibliche Eltern bei einem Unfall gestorben waren. Zunächst ist der jungen Dame, die ihre Freizeit lieber mit ihrem Freund, dem DJ Pete verbringen würde, nur etwas langweilig bei der Verwandschaft, doch merkwürdige Ereignisse häufen sich. Zum einen ist da dieser immer wiederkehrende Alptraum von einer heidnischen Zeremonie, und dann stellt sie fest, was sich hinter dem Weg befindet, den sie als Kind nie entlanggehen durfte: Eine Nachbildung der Megalithen von Stonehenge!

Wenn der Film sich auch deutlich bei Rosemary's Baby und The Omen bedient, ohne an diese auch nur annähernd heranzureichen, so konnte er mir doch recht viel Freude bereiten. Das liegt zum einen am cleveren Drehbuch, das durchaus spannungsreich ein Puzzleteil der schrecklichen ganzen Wahrheit zum nächsten legt, zum anderen an mehreren gelungenen Sequenzen, wie zum Beispiel dem Mordversuch an DJ Pete durch mehrere befrackte Sargträger am hellichten Tag. Außerdem: Wie viele australische Filme über keltische Kulte gibt es schon? Das reicht mir als Alleinstellungsmerkmal schon vollkommen aus, zumal die kultischen Handlungen zuweilen auch an den alten Lovecraft erinnern. Und das Ende ist auch total super.

Da sie lange genug quengeln, verbringt Alison (Mad Max seine Frau) ihren 19. Geburtstag bei Onkel und Tante, die sie einst aufgezogen haben, nachdem ihre leibliche Eltern bei einem Unfall gestorben waren. Zunächst ist der jungen Dame, die ihre Freizeit lieber mit ihrem Freund, dem DJ Pete verbringen würde, nur etwas langweilig bei der Verwandschaft, doch merkwürdige Ereignisse häufen sich. Zum einen ist da dieser immer wiederkehrende Alptraum von einer heidnischen Zeremonie, und dann stellt sie fest, was sich hinter dem Weg befindet, den sie als Kind nie entlanggehen durfte: Eine Nachbildung der Megalithen von Stonehenge!

Wenn der Film sich auch deutlich bei Rosemary's Baby und The Omen bedient, ohne an diese auch nur annähernd heranzureichen, so konnte er mir doch recht viel Freude bereiten. Das liegt zum einen am cleveren Drehbuch, das durchaus spannungsreich ein Puzzleteil der schrecklichen ganzen Wahrheit zum nächsten legt, zum anderen an mehreren gelungenen Sequenzen, wie zum Beispiel dem Mordversuch an DJ Pete durch mehrere befrackte Sargträger am hellichten Tag. Außerdem: Wie viele australische Filme über keltische Kulte gibt es schon? Das reicht mir als Alleinstellungsmerkmal schon vollkommen aus, zumal die kultischen Handlungen zuweilen auch an den alten Lovecraft erinnern. Und das Ende ist auch total super.
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