Samstag, 8. Mai 2010
Il Demonio
The Demon, Italien/Frankreich 1963, Regie: Brunello Rondi



Die junge Purif ist fest davon überzeugt, die schwarze Magie zu beherrschen, was ihre abergläubischen Mitmenschen im ländlichen Italien nicht gerade für sie gewinnt. Als dann der Mann, den sie liebt, eine andere heiratet, verflucht sie das Hochzeitspaar und die Bevölkerung macht sie im Nachhinein für jegliches Unheil verantwortlich. Sie selbst wähnt sich mittlerweile von einem Dämon besessen. Nach zwei Vergewaltigungen, einem fruchtlosem Exorzismus und zahlreichen abergläubischen Riten und Mißhandlungen wird sie mit Steinen aus dem Dorf gejagt und findet zunächst Zuflucht in einem Kloster, doch auch dort ist sie nicht besonders gut gelitten...



Trotz einiger Parallelen und Motive hat dieses Drama nicht viel von einem Horrorfilm, zu sehr drängt sich der allegorische Charakter in den Vordergrund, und Übernatürliches wird nicht gezeigt. Interessant aber, wie hier schon Elemente aus Friedkins Exorzismus-Film auftauchen, die aber eine gänzlich andere Funktion besitzen. Purif (kurz für "Purificata") ist wohl nur geistig ein wenig zurückgeblieben und psychisch labil. Der Film behandelt hauptsächlich das Unverständnis einer von Dogmas geleiteten sozialen Gemeinschaft dem "Anderen" gegenüber, aber auch religiöse Heuchlerei: Antonio, der lauteste unter den Hexenjägern (Frank Wolff), begehrt Purif insgeheim, kann seine Lust aber nicht mit der "anständigen" Umgebung in Einklang bringen; auch einer der Vergewaltiger gilt im Dorf als frommer Einsiedler.



Daliah Lavi liefert eine tolle Performance und sieht selbst mit beinah ständig fettigen Haaren äußerst begehrenswert aus. Hinzu kommen faszinierende Bilder der kargen Landschaft Mittelitaliens und feine bedrohlich-melancholische Musik von Piero Piccioni. Ein ebenso trauriges wie mutiges Werk, das durchaus mehr Aufmerksamkeit verdient hätte. Immerhin gibt es mittlerweile in Italien eine recht preisgünstige DVD mit anständiger Bildqualität, wenn man kein Italienisch kann, muß man sich die Untertitel allerdings dazudenken.

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Donnerstag, 6. Mai 2010
Cute Lepers & Hemmungsloses Feiern im AZ Aachen am 14.5.
Es ist nie zu spät für 1977! Nächsten Freitag spielen die tollen Cute Lepers (Ex-The Briefs) im AZ und werden bestimmt ordentlich was losmachen. Im Vorprogramm die auch sehr brauchbar klingenden Modern Pets und nach dem Konzert legen der ehrenwerte Tom Borderland und meine Wenigkeit dufte Punkrock-Scheiben auf. Ich versuche diesmal auch, nicht von der Bühne zu fallen.

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Sonntag, 2. Mai 2010
Dark Echo
Österreich/Jugoslawien 1977, Regie: George Robotham



Im See nahe dem österreichischen Dorf Hochberg ging vor 100 Jahren ein Schiff unter, alle ertranken, das Wrack wurde nie gefunden und der Kapitän von einer Kommission zum Schuldigen erklärt. Nun sterben plötzlich einige Nachfahren der Schuldsprecher unter mysteriösen Umständen und der lokale Inspektor sieht sich gezwungen, seinen alten Kumpel Bill zu Hilfe zu rufen, ein amerikanischer Detektiv, der manchmal erstaunliche Vorahnungen hat...



Würde ein gutes Double Feature mit Loreley's Grasp abgeben. Karin Dor ist immer noch schön und kann nach wie vor entzückend schreien. Der Regisseur, ihr späterer Ehemann, hat keinen weiteren Film gedreht und wurde eigentlich als Stuntman bekannt. Ein bißchen fehlt hier auch die Routine, was die Inszenierung eines Horrorfilms betrifft, das sieht dann manchmal eher nach einem Werbefilm des lokalen Touristikvereins aus, wenn bei jeder der drei Gasthaus-Szenen erstmal der Zitherspieler loslegen darf und die Einführung des amerikanischen Helden durch eine SloMo-Skifahrt geschieht. Trotzdem gelingen vereinzelt sehr schöne Bilder und an zwei Stellen war ich auch sehr überrascht, als nämlich die lokale Hexe mit der Dorfjugend in einer Höhle eine zünftige Orgie veranstaltet und gegen Ende hin auch noch ein ziemlich derber Splattereffekt kommt. Wenn auch als Horrorfilm nicht unbedingt funktionstüchtig, ist der Film für Freunde des eigenwilligen phantastischen Kinos mit außergewöhlichen Lokalitäten durchaus zu empfehlen – keine Ahnung, warum der scheinbar nur in Argentinien und Japan auf Video erschienen ist.

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