Mittwoch, 19. Mai 2010
Thomas Owen: Wohin am Abend?
Ich war 14 Jahre alt, als ich diese Sammlung das erste mal gelesen habe und damit wohl definitiv zu jung, um alles richtig zu verstehen und in einen angemessenen Kontext zu bringen. Nichtsdestotrotz übten diese Erzählungen eine ungemeine Faszination auf mich aus, gerade durch ihre Rätselhaftigkeit, ihre Offenheit, die nicht wie die zur gleichen Zeit verzehrten Stephen King-Romane ihre Protagonisten in den Kampf gegen die übernatürliche Störung der Weltordnung schickten, sondern hilflose Individuen durch eine Welt taumeln lassen, die überhaupt nicht mehr geordnet ist. Wenn auch beeinflusst vom Übervater der belgischen Phantastik Jean Ray, ersetzen Owens Erzählungen den Pulp-Charme des Vorbilds durch einen Hang ins existenzialistische, kafkaeske und erhalten so einen vollkommen eigenen Charakter, der sie auf verschiedensten Ebenen lesbar macht. Und so lehne ich mich mal gerade aus dem Fenster und schreibe, daß "15.12.38" eine der besten Horrorgeschichten der Weltliteratur ist, auch wenn sie je nach Definition gar nicht als Horrorgeschichte durchgeht. Widerspruch ist willkommen, es brauchen auch nur 1 Cent und Versandkosten investiert werden.

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Montag, 17. Mai 2010
Alice, Sweet Alice
Communion – Messe des Grauens, USA 1976, Regie: Alfred Sole



Ausgerechnet während ihrer Erstkommunion wird die hübsche Karen (Brooke Shields) brutal ermordet. Der Verdacht fällt zunächst auf ihre frühreife ältere Schwester Alice, die als äußerst schwieriges Kind gilt...



Würde man den Film rein auf seine Plot-Elemente herunterbrechen, käme wohl ein knapp über dem Durchschnitt liegender Thriller heraus. Aber glücklicherweise bekommt man hier wesentlich mehr geboten: Da ist zum einen der fabelhaft durchkomponierte Stil, der die bunte Heimeligkeit des Handlungsjahres 1961 plastisch einfängt und eine feine Einstellung nach der anderen liefert, zum anderen sind da die gekonnt inszenierten, effektiv-deftigen Mordszenen und die auch nicht alltägliche Katholizismus-Kritik. Nicht zu vergessen zahlreiche liebevolle, irritierende Details, wie die Nebenfigur des fetten Vermieters (Alphonso DeNoble aus Bloodsucking Freaks), der ständig in vollgepisster Unterwäsche Katzen streichelt und alte Schallplatten hört. Gäbe zusammen mit Pete Walkers House of Mortal Sin ein perfektes Double Feature für den Katholikentag ab.

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Sonntag, 16. Mai 2010
Code of Honor
Gerade eher zufällig mitbekommen, daß Johnithin Christ, der Sänger von Code of Honor bereits im März 2009 verstarb. Die Band veröffentlichte zwar nur 1 1/2 Alben, diese waren aber verdammt großartig. Rest in Peace.

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