Samstag, 31. Juli 2010
En la palma de tu mano
In the Palm of Your Hands, Mexiko 1951, Regie: Roberto Gavaldón



In einer schäbigen Hinterhofgasse von Mexico City betreibt "Professor Karin" sein Geschäft als Handleser und Wahrsager. Als ein reicher Kunde die Befürchtung ausspricht, von seiner Frau langsam vergiftet zu werden und kurze Zeit später tot aufgefunden wird, sieht Karin seine Chance auf das große Geld gekommen, indem er die Witwe erpresst. Diese ist aber nicht auf den Kopf gefallen und auch nicht ohne Reize...



Der Film braucht sich hinter den amerikanischen Film Noir-Klassikern nicht zu verstecken: Geschliffene Dialoge, tolle Figuren und Darsteller, wundervolle Fotografie und ein spannender Plot voller Twists und tragischer Rückschläge. Regisseur Gavaldón, dessen Macario in einem ganz anderen Genre ebenfalls überzeugen konnte war wohl unbestritten ein Meister seines Fachs, weitere Filme von ihm habe ich mir schon vorgemerkt.

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Freitag, 30. Juli 2010
Happy Birthday, Rat Scabies!
Der nach Keith Moon bekloppteste Schlagzeuger der Welt wird heute 53. Herzlichen Glückwunsch!

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Montag, 26. Juli 2010
Veld
Sowjetunion 1987, Regie: Nazim Tulyakhodzayev



In einer unbestimmten Zukunft: Michael und Linda sind etwas besorgt wegen des neuen Spielzeugs ihrer Kinder – ein virtueller Raum, in dem mittels Fernsehwänden abenteuerliche Realitäten geschaffen werden können. Besonders die afrikanische Steppe mit ihren Raubtieren scheint es den Kleinen angetan zu haben und dann und wann wird das Ehepaar nachts von Löwengebrüll aus dem Schlaf gebracht. Auf den Straßen graviert derweil eine neue Seuche: Geliebte Tote kehren zu ihren Familien zurück, werden aber von Einsatzkommandos der Regierung in Schutzanzügen erneut totgeschlagen und in gepanzerte Container verfrachtet...



Wow. Diese eigenwillige Verfilmung mehrerer Erzählungen aus der Feder von Ray Bradbury kippt deren zuweilen optimistisch-sentimentale Haltung komplett über Bord zugunsten einer universellen Bitterkeit. Vortrefflich fotografiert in beeindruckenden, trostlosen Locations und von einem atmosphärischem Score begleitet, taumelt der Film zwischen Horror und Science-Fiction und ist zugleich sowohl politische als auch philosophische Parabel. Das im gequetschten Bildformat verwendete Stock Footage bei einigen Szenen fällt zwar ein wenig unangenehm auf, aber übrig bleibt immer noch ein verdammt origineller, beeindruckender Film. Tulyakhodzayev bearbeitete bereits 1984 in dem animierten Kurzfilm There will come soft rains einen Stoff von Ray Bradbury, mit The Thirteenth Apostle entstand ein Jahr später eine weitere düstere Adaption in der Sowjetunion, bei der aber für meinen Geschmack der philosophische Aspekt etwas zu stark im Vordergrund stand.

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