... newer stories
Sonntag, 8. August 2010
7 Seconds @ Underground Köln, 7.8.2010
hypnosemaschinen, 04:41h
Bei dem ein oder anderem Punkrock und Hardcore-Helden von anno dazumal stellt man sich ja schon die Frage, ob die aktuelle Tour nicht nur dazu dient, ein bißchen Kohle in die Kasse zu spülen, weil die Leute halt das alte Zeug, das man selber gar nicht mehr so mag, hören wollen. Dann gibt es aber auch Bands, die sich stilistisch auch mal in andere Gefilde begeben, aber nach wie vor zu ihrem alten Kram stehen und ihn keineswegs peinlich finden. Das war bei den 7 SECONDS immer der Fall, die sich trotz ihres Pionierstatus und haufenweiser großartiger Songs immer sehr bescheiden gaben. Sänger Kevin Seconds (diesmal mit Bart und Bauch) ist wohl auch einer der freundlichsten, intelligentesten und sympatischsten Menschen, die je in der Hardcore-Szene aktiv waren. Selbstverständlich gab es auch an diesem Abend deutliche Absagen gegenüber "Violent Dancing" und anderen Macho-Verwirrungen der aktuellen HC-Szene, stattdessen kloppte die Band gutgelaunt einen Hit nach dem anderen herunter, alle hüpften herum und hatten Spaß, und die Musiker zeigten sich sichtlich gerührt von den lautstarken Singalongs aus dem Publikum, welches aus einer gesunden Mischung von jungen Leuten und alten Säcken bestand. Ich fand es ein wenig zu heiß und zu voll, aber dafür kann die Band nix. Das Konzert selbst war noch viel besser, als ich es mir insgeheim vorgestellt hatte. Und jetzt alle:
... link (2 Kommentare) ... comment
Montag, 2. August 2010
Inappropriate Behaviour
hypnosemaschinen, 22:59h
GB 1987, Regie: Paul Seed

Quasi als Experiment wird die Psychologin Jo in einer ländlichen Schule eingesetzt, um sich der schwierigen Fälle unter den dortigen Pennälern anzunehmen. Eine besonders harte Nuss ist die burschikose Helen, die meistens gar nicht erst zum Unterricht erscheint und wenn sie dann doch auftaucht, direkt in Schlägereien verwickelt ist. Der Psychologin ist bald klar, daß die Schülerin weder dumm noch böse ist, sondern einfach nur grundsätzlich anders tickt. Nach einer Weile entwickelt sich sogar so etwas wie Freundschaft zwischen den Beiden, doch als Jo Helens Familie auf dem Bauernhof kennen lernt, ahnt sie, daß dort unter der Oberfläche äußerst unangenehme, unausgesprochene Konflikte brodeln, die in Zusammenhang mit Helens schüchterner Schwester Shirley zu stehen scheinen...

Bei Geschichten, die auf entlegenen englischen Bauernhöfen spielen, muß ich ja zunächst immer an All Creatures Great and Small denken, aber bereits bei Beasts war zu beobachten, daß dort nicht nur amüsant-schrullige Charaktere wohnen können, sondern auch der blanke Horror. Dieser ist hier freilich eher im übertragenen Sinne gemeint, manifestiert sich das Grauen nicht mit übernatürlichen Elementen, sondern durch leider allzu realistische menschliche Niedertracht, die vom sozialen Umfeld konsterniert einfach so hingenommen wird. War halt schon immer so Scheiße, kann man auch nichts dran ändern. Oder vielleicht doch? Die Lösung, die hier schlußendlich offenbart wird, ist noch viel ungemütlicher als die Situation selbst. Was wie ein gesellschaftskritisches Sozialdrama beginnt, steigert sich mit und mit in das komplette Grauen und ähnlich der Protagonistin, die eigentlich nur helfen wollte, schaut man der Katastrophe hilflos zu. Ein äußerst düsterer und effektiver Film mit tollen Darstellern und grimmigen Seitenhieben auf die britische Kulturgeschichte, dessen Titel nicht nur zweideutig ist, sondern auf mindestens fünf verschiedene Arten und Weisen interpretiert werden kann.


Quasi als Experiment wird die Psychologin Jo in einer ländlichen Schule eingesetzt, um sich der schwierigen Fälle unter den dortigen Pennälern anzunehmen. Eine besonders harte Nuss ist die burschikose Helen, die meistens gar nicht erst zum Unterricht erscheint und wenn sie dann doch auftaucht, direkt in Schlägereien verwickelt ist. Der Psychologin ist bald klar, daß die Schülerin weder dumm noch böse ist, sondern einfach nur grundsätzlich anders tickt. Nach einer Weile entwickelt sich sogar so etwas wie Freundschaft zwischen den Beiden, doch als Jo Helens Familie auf dem Bauernhof kennen lernt, ahnt sie, daß dort unter der Oberfläche äußerst unangenehme, unausgesprochene Konflikte brodeln, die in Zusammenhang mit Helens schüchterner Schwester Shirley zu stehen scheinen...

Bei Geschichten, die auf entlegenen englischen Bauernhöfen spielen, muß ich ja zunächst immer an All Creatures Great and Small denken, aber bereits bei Beasts war zu beobachten, daß dort nicht nur amüsant-schrullige Charaktere wohnen können, sondern auch der blanke Horror. Dieser ist hier freilich eher im übertragenen Sinne gemeint, manifestiert sich das Grauen nicht mit übernatürlichen Elementen, sondern durch leider allzu realistische menschliche Niedertracht, die vom sozialen Umfeld konsterniert einfach so hingenommen wird. War halt schon immer so Scheiße, kann man auch nichts dran ändern. Oder vielleicht doch? Die Lösung, die hier schlußendlich offenbart wird, ist noch viel ungemütlicher als die Situation selbst. Was wie ein gesellschaftskritisches Sozialdrama beginnt, steigert sich mit und mit in das komplette Grauen und ähnlich der Protagonistin, die eigentlich nur helfen wollte, schaut man der Katastrophe hilflos zu. Ein äußerst düsterer und effektiver Film mit tollen Darstellern und grimmigen Seitenhieben auf die britische Kulturgeschichte, dessen Titel nicht nur zweideutig ist, sondern auf mindestens fünf verschiedene Arten und Weisen interpretiert werden kann.

... link (4 Kommentare) ... comment
Montag, 2. August 2010
Traum von den Kürbismenschen
hypnosemaschinen, 01:13h
Wie des öfteren verliere ich den Boden unter den Füßen und fange an zu schweben, fliege über eine Stadt, die vollkommen ockerfarben ist, dunkelgelb bis braun, wie das Innere eines reifen Kürbis. Es hat den Eindruck, als sei ein gewaltiger Kürbis über dieser Stadt explodiert und hätte alles mit seinem Fruchtfleisch und Kernen überzogen. Ich sehe eine Kathedrale, auf der zwischen Ornamenten Statuen in menschlicher Form zu erkennen sind, diese erwachen zum Leben, schütteln das Fruchtfleisch und die Kerne ab, verlieren aber nicht die Kürbisfarbe. Sie versammeln sich auf einer Wiese, die auf einem Berg gelegen ist, von dem man die ganze Stadt übersehen kann, und bücken sich. Die Substanz, die die ganze Stadt überzieht, scheint aus ihrem Inneren zu kommen, ist aber eigentlich viel zu orange für Kot. Um nicht vollgekackt zu werden, verziehe ich mich mit einem Bekannten in eine Bar, die sich im Keller einer Lagerhalle befindet und versuche, mit der Thekenbedienung anzubandeln, diese scheint sich aber nur für meine Begleitung zu interessieren.
... link (4 Kommentare) ... comment
... older stories