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Samstag, 1. Januar 2011
Neujahrspost
hypnosemaschinen, 06:41h
Ich bin ja sowohl Gewohnheitstier als auch Zahlenfetischist, und da ich am 1.1.2009 die URL für dieses Blog gesichert habe und am 1.1.2010 die ersten Beiträge schrieb, will ich heute mal ein erstes Resumé ziehen (und hab dabei das Layout noch ein bißchen angepaßt.)
Den ganzen Statistikschwall durchzugehen habe ich jetzt keine Lust, aber ich finde es schon interessant, daß es keineswegs, wie ich ursprünglich vermutet hatte, die aktuellen Filme sind, die die meisten Klicks generieren, in den Top Ten sind gerade mal drei vertreten, Left Bank, Tony und Backyard, wobei die letzten beiden wohl auch deshalb Popularität genossen, da meine Einträge erschienen sind, bevor sie auf dem Fantasy Filmfest gezeigt wurden. Spitzenreiter ist der jugoslawische Leptirica, was mich sehr freut, denn das ist ein toller Film, der unbedingt eine bessere Verfügbarkeit verdient hätte. Ähnliches gilt für Das Sanatorium zur Todesanzeige, Krakatit und Der Dämon der Insel, allesamt eher vergessene Filme, die aber scheinbar bei den Aficionados auf großes Interesse stoßen.
Wenn auch die Klickzahlen insgesamt eher bescheiden sind, bestätigt dieses Ergebnis, daß ich mich scheinbar auf einem ganz brauchbaren Weg befinde und möchte mich hiermit bei allen Lesern bedanken und wünsche ein feines neues Jahr.
Den ganzen Statistikschwall durchzugehen habe ich jetzt keine Lust, aber ich finde es schon interessant, daß es keineswegs, wie ich ursprünglich vermutet hatte, die aktuellen Filme sind, die die meisten Klicks generieren, in den Top Ten sind gerade mal drei vertreten, Left Bank, Tony und Backyard, wobei die letzten beiden wohl auch deshalb Popularität genossen, da meine Einträge erschienen sind, bevor sie auf dem Fantasy Filmfest gezeigt wurden. Spitzenreiter ist der jugoslawische Leptirica, was mich sehr freut, denn das ist ein toller Film, der unbedingt eine bessere Verfügbarkeit verdient hätte. Ähnliches gilt für Das Sanatorium zur Todesanzeige, Krakatit und Der Dämon der Insel, allesamt eher vergessene Filme, die aber scheinbar bei den Aficionados auf großes Interesse stoßen.
Wenn auch die Klickzahlen insgesamt eher bescheiden sind, bestätigt dieses Ergebnis, daß ich mich scheinbar auf einem ganz brauchbaren Weg befinde und möchte mich hiermit bei allen Lesern bedanken und wünsche ein feines neues Jahr.
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Freitag, 31. Dezember 2010
El Trono del Infierno
hypnosemaschinen, 03:02h
The Throne of Hell, Mexiko 1994, Regie: Sergio Goyri

"Everything seems so incredible and absurd at once!"
"No! Don’t try to understand it!" (Meta-Dialogzeilen)

Bei Ausgrabungen eines Aztekentempels in Mexiko wird ein güldenes Siegel gefunden, was die Archäologen etwas verwundert – nicht nur geht mit der Entdeckung eine Sonnenfinsternis einher, auch scheint das Siegel von den Templern zu stammen, die zeitlich nicht so ganz mit den Azteken zusammenpassen wollen. Unter dem Siegel scheint sich ein alter Krug zu befinden, doch beim Versuch, diesen zu bergen, verbrennen sich die Arbeiter die Hand, zerbrechen den Krug, atmen giftiges Gas ein und bringen eine Dämonenfigur zu Tage, deren Augen aus reinen Rubinen besteht. Einer der Arbeiter benimmt sich anschließend etwas merkwürdig und beginnt, Priester zu ermorden – sein Name, Juan José Jiminez, sieht umgedreht auch ein bißchen wie 666 aus! Glücklicherweise ist der ortsansässige Kardinal informiert und bestellt sich Verstärkung aus England: Ein Typ in mittelalterlicher Kleidung, der die effektivste Waffe gegen das Böse mitbringt: Das Schwert Excalibur!

¡Dios mio! Azteken! Templer! Satan! Das siebte Siegel! Excalibur! Das Ende der Welt! Und das ist noch nicht alles, was der Film zu bieten hat: Es gibt auch noch einen hardboiled cop, der mit ansehen muß, wie sein Kollege bei einem Einsatz gegen das Biest 666 vor seinen Augen explodiert, und eine Menge Archäologinnen mit bis zum Bauchnabel aufgeknöpften Khaki-Blusen. Der Film legt zudem ein hohes Tempo vor, alle 5 Minuten ist was los, nur scheint der Plot relativ naiv zusammengetackert, wobei das immer wieder reingeschnittene Matte Painting, in dem scheinbar der Engländer wohnt, schon relativ hübsch ist:

Nicht so hübsch sind hingegen die Brillen der Hauptfiguren, dem harten Cop und der weichen Archäologin:

Dann gibt es auch noch Splatter:

Und Juan José Jiminez:

Der mexikanische Horrorfilm wird ja mancherorts direkt in die Trash-Ecke verschoben, was ich für eine grobe Fehleinschätzung halte. Nicht nur wurden hier in der goldenen Ära des Gothic Horrors in den 50er und 60er Jahren zahlreiche atmosphärische Streifen produziert, die sich durchaus mit den europäischen und amerikanischen Pendants messen lassen konnten, auch verfügt das Land mit Carlos Enrique Taboada über einen Regisseur, dessen Oeuvre eigentlich in jede ernstzunehmende Geschichte des Horrorfilms direkt hinter Terence Fisher, Roger Corman und Mario Bava gehört.

Was jetzt nicht heißen soll, daß in dem Land nicht auch Trash produziert wurde – El Trono del Infierno verarbeitet zwar die Maximen der alten US-Serials und ist keine Sekunde langweilig, aber streckenweise schon ein wenig albern. Was den Machern eventuell auch selbst bewußt gewesen ist, denn vor dem Abspann gibt es noch eine Texttafel mit folgendem Satz: "This story has no relation whatsoever with any historical fact." Da sind wir doch alle erst mal beruhigt.


"Everything seems so incredible and absurd at once!"
"No! Don’t try to understand it!" (Meta-Dialogzeilen)

Bei Ausgrabungen eines Aztekentempels in Mexiko wird ein güldenes Siegel gefunden, was die Archäologen etwas verwundert – nicht nur geht mit der Entdeckung eine Sonnenfinsternis einher, auch scheint das Siegel von den Templern zu stammen, die zeitlich nicht so ganz mit den Azteken zusammenpassen wollen. Unter dem Siegel scheint sich ein alter Krug zu befinden, doch beim Versuch, diesen zu bergen, verbrennen sich die Arbeiter die Hand, zerbrechen den Krug, atmen giftiges Gas ein und bringen eine Dämonenfigur zu Tage, deren Augen aus reinen Rubinen besteht. Einer der Arbeiter benimmt sich anschließend etwas merkwürdig und beginnt, Priester zu ermorden – sein Name, Juan José Jiminez, sieht umgedreht auch ein bißchen wie 666 aus! Glücklicherweise ist der ortsansässige Kardinal informiert und bestellt sich Verstärkung aus England: Ein Typ in mittelalterlicher Kleidung, der die effektivste Waffe gegen das Böse mitbringt: Das Schwert Excalibur!

¡Dios mio! Azteken! Templer! Satan! Das siebte Siegel! Excalibur! Das Ende der Welt! Und das ist noch nicht alles, was der Film zu bieten hat: Es gibt auch noch einen hardboiled cop, der mit ansehen muß, wie sein Kollege bei einem Einsatz gegen das Biest 666 vor seinen Augen explodiert, und eine Menge Archäologinnen mit bis zum Bauchnabel aufgeknöpften Khaki-Blusen. Der Film legt zudem ein hohes Tempo vor, alle 5 Minuten ist was los, nur scheint der Plot relativ naiv zusammengetackert, wobei das immer wieder reingeschnittene Matte Painting, in dem scheinbar der Engländer wohnt, schon relativ hübsch ist:

Nicht so hübsch sind hingegen die Brillen der Hauptfiguren, dem harten Cop und der weichen Archäologin:

Dann gibt es auch noch Splatter:

Und Juan José Jiminez:

Der mexikanische Horrorfilm wird ja mancherorts direkt in die Trash-Ecke verschoben, was ich für eine grobe Fehleinschätzung halte. Nicht nur wurden hier in der goldenen Ära des Gothic Horrors in den 50er und 60er Jahren zahlreiche atmosphärische Streifen produziert, die sich durchaus mit den europäischen und amerikanischen Pendants messen lassen konnten, auch verfügt das Land mit Carlos Enrique Taboada über einen Regisseur, dessen Oeuvre eigentlich in jede ernstzunehmende Geschichte des Horrorfilms direkt hinter Terence Fisher, Roger Corman und Mario Bava gehört.

Was jetzt nicht heißen soll, daß in dem Land nicht auch Trash produziert wurde – El Trono del Infierno verarbeitet zwar die Maximen der alten US-Serials und ist keine Sekunde langweilig, aber streckenweise schon ein wenig albern. Was den Machern eventuell auch selbst bewußt gewesen ist, denn vor dem Abspann gibt es noch eine Texttafel mit folgendem Satz: "This story has no relation whatsoever with any historical fact." Da sind wir doch alle erst mal beruhigt.

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Dienstag, 28. Dezember 2010
Till Death
hypnosemaschinen, 22:44h
USA 1974, Regie: Walter Stocker

Ausgerechnet auf dem Weg in die Flitterwochen hat das junge Ehepaar Paul und Anne Ryan einen Autounfall, Anne stirbt, ihr Gatte überlebt mit mehreren Knochenbrüchen. Als er trotz schwerer Depressionen aus dem Krankenhaus entlassen wird, sucht er als erstes die Gruft auf, in der seine Frau beerdigt wurde. Dort hat er, von der Trauer übermannt, einen Schwächeanfall und bleibt bewußtlos am Boden liegen. Als er erwacht, stellt er fest, daß es Nacht geworden ist und er aus Versehen in der Gruft eingeschlossen wurde...

Mal wieder eines dieser Seventies-Independent-Low Budget-Wunder. Die einzige Regiearbeit des eher als Darsteller aktiven Walter Stocker (u.a. im denkwürdigen They saved Hitler's Brain) brauchte dann wohl auch 4 Jahre, bis ein Verleih gefunden wurde, daher auch die andere Jahreszahl in der imdb. Die elegische, mit zahlreichen von Nebelmaschinen vollgepusteten Traumsequenzen und Rückblenden ausgestattete Geschichte passte wohl wirklich nicht in den Horror-Zeitgeist dieser Jahre. Freunde der alten Schule vermag sie aber durchaus zu verblüffen, vermutet man doch hinter jeder Ecke einen Plot-Twist der Twilight Zone-Schule, der aber nicht kommt, sondern zahlreichen Edgar Allan Poe-Motiven Platz macht - vor allem freilich der Liebe über das Grab hinaus. Selbst der kitschige Titelsong, der im Vorspann noch etwas übertrieben schwülstig wirkt, passt beim Abspann plötzlich in die traurige Grundstimmung des Films, den es mit einfachen Mitteln gelingt, ordentlich Atmosphäre zu generieren. Sehr hübsch.


Ausgerechnet auf dem Weg in die Flitterwochen hat das junge Ehepaar Paul und Anne Ryan einen Autounfall, Anne stirbt, ihr Gatte überlebt mit mehreren Knochenbrüchen. Als er trotz schwerer Depressionen aus dem Krankenhaus entlassen wird, sucht er als erstes die Gruft auf, in der seine Frau beerdigt wurde. Dort hat er, von der Trauer übermannt, einen Schwächeanfall und bleibt bewußtlos am Boden liegen. Als er erwacht, stellt er fest, daß es Nacht geworden ist und er aus Versehen in der Gruft eingeschlossen wurde...

Mal wieder eines dieser Seventies-Independent-Low Budget-Wunder. Die einzige Regiearbeit des eher als Darsteller aktiven Walter Stocker (u.a. im denkwürdigen They saved Hitler's Brain) brauchte dann wohl auch 4 Jahre, bis ein Verleih gefunden wurde, daher auch die andere Jahreszahl in der imdb. Die elegische, mit zahlreichen von Nebelmaschinen vollgepusteten Traumsequenzen und Rückblenden ausgestattete Geschichte passte wohl wirklich nicht in den Horror-Zeitgeist dieser Jahre. Freunde der alten Schule vermag sie aber durchaus zu verblüffen, vermutet man doch hinter jeder Ecke einen Plot-Twist der Twilight Zone-Schule, der aber nicht kommt, sondern zahlreichen Edgar Allan Poe-Motiven Platz macht - vor allem freilich der Liebe über das Grab hinaus. Selbst der kitschige Titelsong, der im Vorspann noch etwas übertrieben schwülstig wirkt, passt beim Abspann plötzlich in die traurige Grundstimmung des Films, den es mit einfachen Mitteln gelingt, ordentlich Atmosphäre zu generieren. Sehr hübsch.

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