Samstag, 5. Februar 2011
Ulvetid
Dänemark 1981, Regie: Jens Ravn



Tom, ein erfolgreicher Autor von Tierbüchern, lebt zusammen mit seiner Frau in einem abgelegenem Landhaus. Ständig erhält er Fanbriefe von einer jungen Frau namens Elinor, die ihn schließlich um Hilfe bittet, da sie nicht weiß, wo sie mit ihrem Wolf Nero hin soll. Er entscheidet spontan, das Mädchen und ihr ungewöhnliches Haustier bei sich aufzunehmen, hatte er doch eh vor, ein Buch über Wölfe zu schreiben. Seiner Frau Anna ist aber weder Elinor noch ihre Geschichte besonders geheuer, und als zu Forschungszwecken ein ganzes Rudel Wölfe im Garten in ein Gatter gesperrt werden, liegen ihre Nerven ziemlich blank...



Ein Werwolffilm ohne eigentlichen Werwolf. Was die Spezialeffekt-Fangemeinde für eine Mogelpackung halten könnte, ist in Wirklichkeit einer der wohl cleversten Beiträge zum Subgenre ever. Die komplette Tradition des Lykanthropenfilms wird links liegen gelassen, stattdessen geht man zurück zum Ursprung, den Legenden aus vergangenen Jahrhunderten, und bettet diese in einen modernen Zusammenhang ein. (Warum hat eigentlich noch niemand einen Film über Peter Stump gedreht?)

Dieser Film macht jedenfalls alles richtig. Und während ich gerade noch hier saß und die Screenshots auswählte, dämmerten mir weitere Implikationen und Interpretationen des Gesehenen, da zahlreiche Andeutungen gemacht werden, aber nichts ausformuliert wird. Zudem gibt es auch noch nicht nur im Plot, sondern auch in der Figurenentwicklung Wendungen, die keinesfalls vorhersehbar sind. Ein richtig rundes Ding. Den zugrunde liegenden Roman von Helle Stangerup würde ich auch gerne mal lesen, aber es gibt ihn wohl nur auf Dänisch.

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Mittwoch, 2. Februar 2011
AGENT OUTRAGE am 18.2. im Wild Rover, Aachen


Hurra, wir machen wieder Geräusch! Diesmal im altehrwürdigen Irish Pub Wild Rover. Da dort wegen der Nachbarn immer früh Schluß mit Lärm sein muß, empfiehlt sich ein pünktliches Erscheinen. Am selben Tag erblickt auch unsere neue CD "The Funny Things Beyond Reality" das Licht der Welt, deren Cover dem Flyer recht ähnlich sieht. Zwei Songs davon gibt es bereits auf unserer Myspace-Seite zu hören. Bitte kommen, lauschen und leckeres Bier trinken!

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Dienstag, 1. Februar 2011
The Appointment
GB 1981, Regie: Lindsey C. Vickers



Vor drei Jahren verschwand ein junges Mädchen spurlos in einem kleinem Waldstück in der Nähe der Schule, weder wurde ihr Körper je gefunden, noch das Verbrechen aufgeklärt. Die Behörden beschließen, besagtes Waldstück einfach zu umzäunen, damit so etwas nicht wieder vorkommt. Die neu hinzugezogene Joanne scheint sich aber zu irgendetwas hinter diesem Zaun hingezogen zu fühlen, und hat gerade Streit mit ihrem Vater...



In Sachen Rätselhaftigkeit dürfte dieser Film schwer zu toppen sein, nichts wird je erklärt und selbst die Zusammenhänge zwischen der Vorgeschichte und dem Hauptplot, bei dem es hauptsächlich um die Erfüllung einer Traumsequenz geht, darf sich der Zuschauer selbst zusammenreimen und hat dabei einiges an Optionen. Ein Problem des Films ist zweifellos, daß in der Geschichte nur sehr wenig passiert, und einiges davon vorhersehbar ist. Daß er bis zum Ende hin sämtliche Fragen offen läßt, ist dann allerdings schon überraschend. Und auch sonst hat er noch einiges zu bieten: Da ist zum einen ein sehr modern wirkendes Sound-Design, das mit wummernden Synthie-Bässen und dem überlauten Einsatz von Alltagsgeräuschen einen ordentlich in die Situation hineinzieht, dann sind da die durch endloses Grün führenden einsamen Straßen im Norden von Wales, und nicht zuletzt Hauptdarsteller Edward Woodward, der den leicht spießigen, aber liebenswürdigen Oberschicht-Daddy hier genauso überzeugend gibt, wie die knallharten Ermittler in etwa Callan oder The Equalizer, so daß ich zu keiner Zeit an Sergeant Howie aus The Wicker Man denken mußte, obwohl ich den Film dutzende Male gesehen habe. Das Finale gehört zudem zu den intensivsten klaustrophobischen Momenten, die ich in der letzten Zeit in einem Film gesehen habe.

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