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Donnerstag, 10. Februar 2011
Live-Audiokommentar XVI: Nightmare on Left Bank
hypnosemaschinen, 00:16h

Ausnahmsweise wird bei dieser Ausgabe des Live-Audiokommentars kein Überraschungsfilm gezeigt, sondern der belgische Film Linkeroever, der - wie es der Zufall so will - auch der erste Film war, den ich in diesem Blog besprochen habe. Ein Tag zuvor erscheint er auch als DVD und Blu-Ray, Videothekenbesucher werden ihn schon morgen in den Regalen finden. Eine deutliche Empfehlung auch für diejenigen, die aus fadenscheinigen Gründen nicht nach Aachen in die Raststätte kommen.
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Montag, 7. Februar 2011
Semya vurdalakov
hypnosemaschinen, 00:58h
Sowjetunion 1990, Regie: Gennadiy Klimov, Igor Shavlak

Ein Reporter wird in eine entlegene Gegend geschickt, um aus den Berichten über die sich dort häufenden merkwürdigen Todesfälle eine mögliche reißerische Story zu stricken. Unterkunft erhält er auf einem Bauernhof, den eine Familie betreibt, deren Großvater gerade gestorben ist. Er wird gewarnt, daß die Leute hier sehr abergläubisch sind, und er soll den Namen des Verstorbenen nicht erwähnen, bevor er nicht nach orthodoxem Glauben neun Tage geruht hat, da erst dann seine Seele ins Himmelreich einkehrt. Ansonsten kehrt der Verstorbene nämlich zurück und dürstet nach Blut. Kopfschüttelnd hält sich der junge Mann an die Regel, nicht aber das Kind der Familie, das beim Abendessen unverblümt fragt, wo denn der Großvater sei. Da klopft es an die Tür...

Die klassische Vampirerzählung „Die Familie des Wurdalak“ von A.K. Tolstoi wurde ja schon zwei mal von Italienern verfilmt – dem Altmeister Mario Bava in einer Episode von Die drei Gesichter der Furcht und Giorgio Ferroni in Night of the Devils. Nun also eine Umsetzung von Landsleuten, die die Geschichte wie Ferroni in die Gegenwart transportieren, was problemlos gelingt, denn in den Weiten Russlands kann man sich sehr gut noch vereinsamte, rückständige Gegenden vorstellen, in denen Unerhörtes passiert. Und die Locations wurden hier mit einer solchen Sorgfalt ausgewählt, daß dort tatsächlich alles möglich sein könnte: Karge Landschaften, verfallene Bauernhöfe, verlassene Kapellen – wer in dieser Umgebung lebt, ist nicht nur für Aberglauben empfänglich, sondern verfügt wohl auch über eine grundsätzliche Melancholie. Und so ist der Ton des Films auch einer der konstanten Trauer und Bedrohung. Quälend lang beobachten wir den Bauer an seinem Holztisch, während im Hintergrund nur die Standuhr tickt. Der Film erzählt zwar auch eine Geschichte, aber er beeindruckt vor allem durch seine stimmungsvollen Bestandsaufnahmen von Personen, die warten – warten auf ihr Ende, das dann schließlich äußerst schmerzhaft kommt. Groß.


Ein Reporter wird in eine entlegene Gegend geschickt, um aus den Berichten über die sich dort häufenden merkwürdigen Todesfälle eine mögliche reißerische Story zu stricken. Unterkunft erhält er auf einem Bauernhof, den eine Familie betreibt, deren Großvater gerade gestorben ist. Er wird gewarnt, daß die Leute hier sehr abergläubisch sind, und er soll den Namen des Verstorbenen nicht erwähnen, bevor er nicht nach orthodoxem Glauben neun Tage geruht hat, da erst dann seine Seele ins Himmelreich einkehrt. Ansonsten kehrt der Verstorbene nämlich zurück und dürstet nach Blut. Kopfschüttelnd hält sich der junge Mann an die Regel, nicht aber das Kind der Familie, das beim Abendessen unverblümt fragt, wo denn der Großvater sei. Da klopft es an die Tür...

Die klassische Vampirerzählung „Die Familie des Wurdalak“ von A.K. Tolstoi wurde ja schon zwei mal von Italienern verfilmt – dem Altmeister Mario Bava in einer Episode von Die drei Gesichter der Furcht und Giorgio Ferroni in Night of the Devils. Nun also eine Umsetzung von Landsleuten, die die Geschichte wie Ferroni in die Gegenwart transportieren, was problemlos gelingt, denn in den Weiten Russlands kann man sich sehr gut noch vereinsamte, rückständige Gegenden vorstellen, in denen Unerhörtes passiert. Und die Locations wurden hier mit einer solchen Sorgfalt ausgewählt, daß dort tatsächlich alles möglich sein könnte: Karge Landschaften, verfallene Bauernhöfe, verlassene Kapellen – wer in dieser Umgebung lebt, ist nicht nur für Aberglauben empfänglich, sondern verfügt wohl auch über eine grundsätzliche Melancholie. Und so ist der Ton des Films auch einer der konstanten Trauer und Bedrohung. Quälend lang beobachten wir den Bauer an seinem Holztisch, während im Hintergrund nur die Standuhr tickt. Der Film erzählt zwar auch eine Geschichte, aber er beeindruckt vor allem durch seine stimmungsvollen Bestandsaufnahmen von Personen, die warten – warten auf ihr Ende, das dann schließlich äußerst schmerzhaft kommt. Groß.

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Samstag, 5. Februar 2011
Ulvetid
hypnosemaschinen, 00:46h
Dänemark 1981, Regie: Jens Ravn

Tom, ein erfolgreicher Autor von Tierbüchern, lebt zusammen mit seiner Frau in einem abgelegenem Landhaus. Ständig erhält er Fanbriefe von einer jungen Frau namens Elinor, die ihn schließlich um Hilfe bittet, da sie nicht weiß, wo sie mit ihrem Wolf Nero hin soll. Er entscheidet spontan, das Mädchen und ihr ungewöhnliches Haustier bei sich aufzunehmen, hatte er doch eh vor, ein Buch über Wölfe zu schreiben. Seiner Frau Anna ist aber weder Elinor noch ihre Geschichte besonders geheuer, und als zu Forschungszwecken ein ganzes Rudel Wölfe im Garten in ein Gatter gesperrt werden, liegen ihre Nerven ziemlich blank...

Ein Werwolffilm ohne eigentlichen Werwolf. Was die Spezialeffekt-Fangemeinde für eine Mogelpackung halten könnte, ist in Wirklichkeit einer der wohl cleversten Beiträge zum Subgenre ever. Die komplette Tradition des Lykanthropenfilms wird links liegen gelassen, stattdessen geht man zurück zum Ursprung, den Legenden aus vergangenen Jahrhunderten, und bettet diese in einen modernen Zusammenhang ein. (Warum hat eigentlich noch niemand einen Film über Peter Stump gedreht?)
Dieser Film macht jedenfalls alles richtig. Und während ich gerade noch hier saß und die Screenshots auswählte, dämmerten mir weitere Implikationen und Interpretationen des Gesehenen, da zahlreiche Andeutungen gemacht werden, aber nichts ausformuliert wird. Zudem gibt es auch noch nicht nur im Plot, sondern auch in der Figurenentwicklung Wendungen, die keinesfalls vorhersehbar sind. Ein richtig rundes Ding. Den zugrunde liegenden Roman von Helle Stangerup würde ich auch gerne mal lesen, aber es gibt ihn wohl nur auf Dänisch.


Tom, ein erfolgreicher Autor von Tierbüchern, lebt zusammen mit seiner Frau in einem abgelegenem Landhaus. Ständig erhält er Fanbriefe von einer jungen Frau namens Elinor, die ihn schließlich um Hilfe bittet, da sie nicht weiß, wo sie mit ihrem Wolf Nero hin soll. Er entscheidet spontan, das Mädchen und ihr ungewöhnliches Haustier bei sich aufzunehmen, hatte er doch eh vor, ein Buch über Wölfe zu schreiben. Seiner Frau Anna ist aber weder Elinor noch ihre Geschichte besonders geheuer, und als zu Forschungszwecken ein ganzes Rudel Wölfe im Garten in ein Gatter gesperrt werden, liegen ihre Nerven ziemlich blank...

Ein Werwolffilm ohne eigentlichen Werwolf. Was die Spezialeffekt-Fangemeinde für eine Mogelpackung halten könnte, ist in Wirklichkeit einer der wohl cleversten Beiträge zum Subgenre ever. Die komplette Tradition des Lykanthropenfilms wird links liegen gelassen, stattdessen geht man zurück zum Ursprung, den Legenden aus vergangenen Jahrhunderten, und bettet diese in einen modernen Zusammenhang ein. (Warum hat eigentlich noch niemand einen Film über Peter Stump gedreht?)
Dieser Film macht jedenfalls alles richtig. Und während ich gerade noch hier saß und die Screenshots auswählte, dämmerten mir weitere Implikationen und Interpretationen des Gesehenen, da zahlreiche Andeutungen gemacht werden, aber nichts ausformuliert wird. Zudem gibt es auch noch nicht nur im Plot, sondern auch in der Figurenentwicklung Wendungen, die keinesfalls vorhersehbar sind. Ein richtig rundes Ding. Den zugrunde liegenden Roman von Helle Stangerup würde ich auch gerne mal lesen, aber es gibt ihn wohl nur auf Dänisch.

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