Montag, 7. März 2011
The Eye Behind The Wall
L'occhio dietro la parete, Italien 1977, Regie: Giuliano Petrelli



Schriftsteller Ivano ist seit einem Unfall an den Rollstuhl gefesselt. Um sich trotzdem von seinen Mitmenschen inspirieren lassen zu können, hat er eine Vorrichtung bauen lassen, die es ihm und der jüngeren Olga ermöglicht, seine Untermieter genauestens zu beobachten. Der gutaussehende Arturo scheint auch ein besonders interessantes Objekt zu sein...



Quasi als Überhang aus seinen Buñuel-Filmen gibt Fernando Rey auch hier wieder einen Vertreter der Bourgeoisie, der zwar nach außenhin die respektable Fassade aufrecht erhält, innerlich aber total verdorben ist. Zwar ist dieser Film entgegen dem Spätwerk des Spaniers eher straight erzählt, aber dennoch höchst interessant: Neben dem offensichtlichem Voyeurismus wird beinah jede andere sexuelle Abweichung nicht gerade zimperlich durchgespielt, John Phillip Law zeigt sich recht freizügig und dann ist da ja auch noch der Diener Ottavio (José Quaglio), dessen Hobby es ist, junge Mädchen zu würgen. Es stapelt sich eine Ungeheuerlichkeit auf die nächste, bis es zu einem wahrlich bitterbösen Ende kommt. Großartige Entdeckung!

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Sonntag, 6. März 2011
Warrior Kids @ Hauptquartier Aachen, 5.3.2011
Zu spät losgegangen und die Hälfte verpaßt. Was aber insofern nicht ganz so schlimm war, als daß die bereits seit den frühen 80ern aktive Band satte zwei Stunden lang spielte! Und das, was ich dann noch mitbekam, konnte dann auch sehr begeistern. Wenn auch vom Oi/Streetpunk daherkommend mit einem an CHRON GEN erinnernden Sound, ging das live dann schon ziemlich deutlich in Richtung THE CLASH. Melodien und Abwechslung satt! Da es proppevoll war, habe ich mich dann allerdings an der Theke festgehalten und bin nicht nach vorne durch, um Foto oder Video zu machen. Daher hier ein Hörbeispiel aus der Konserve:

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Freitag, 4. März 2011
Skeletons in the Closet
Japan/Australien 2009, Regie: Deborah DeSnoo/Takahiro Hamano



Diese Dokumentation über J-Horror geht einen eher ungewöhnlichen Weg: Zwar sind die neueren Filme der Ausgangspunkt und deren Regisseure kommen auch reichlich zu Wort, aber Hauptanliegen scheint es zu sein, die kulturhistorischen Wurzeln und Eigenarten des Geisterglaubens in Japan zu beleuchten. Auch die Form ist eher ungewöhnlich: Erzähler ist der Geist von Lafcadio Hearn und die Dokumentation wird immer wieder von kurzen Verfilmungen seiner oder Geschichten anderer Autoren unterbrochen.



Das ist an vielen Stellen sehr gelungen, und auch die Spielszenen sind trotz des geringen Budgets recht atmosphärisch ausgefallen, die Geschichten selbst sind ja sowieso klasse. Ansonsten geht es aber irgendwann ein wenig auf die Nerven, wenn die Interviews immer wieder von Störgeräuschen ala Ringu verzerrt werden und bei der Abmischung ist der englische Übersprecher oft leiser als der japanische O-Ton, so daß man ihn kaum versteht. Auch habe ich hier einiges vermißt: Wo war Ueda Akinari? Auch die Filme der klassischen Kaidan Eiga-Periode kamen reichlich kurz und die Bakeneko-Tradition der Katzengeistergeschichte wurde ebenfalls ausgelassen. Dafür gab es allerdings einige Infos über Quellen und Legenden aus dem 10. Jahrhundert, die mir persönlich noch neu waren. Durchaus sympathischer Ansatz, in der Ausführung aber leider etwas zu unausgegoren.

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