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Samstag, 26. Februar 2011
Ashtones @ Hauptquartier Aachen, 25.2.2011
hypnosemaschinen, 19:24h

2011 scheint das Jahr der runden Geburtstage zu sein, denn auch Dieter vom Hauptquartier feierte einen solchen. Wie schon im letzten Jahr, dienten zur musikalischen Untermalung die sympathischen Punkrocker aus Lille, allerdings gab es zunächst eine traurige Nachricht zu verkünden: Gitarrist Francis wurde nämlich im Januar an einem Autobahnparkplatz in der Nähe von Marseille "aus Versehen" von einem Jäger in den Kopf geschossen. Es ist kaum zu glauben, was für Arschlöcher da draußen herumlaufen. Aber auch mit einer Gitarre machte die Band wieder ordentlich Druck und Laune mit ihrem von STOOGES und DEAD BOYS beeinflussten Sound. Wenn auch meine Kamera immer noch nicht für Tonaufnahmen geeignet ist und alles hoffnungslos übersteuert, habe ich trotzdem wieder ein Video gemacht, das macht mir gerade sehr viel Spaß.
Nach zahlreichen Zugaben legte der autonome Kurt dann noch ein feines Set mit viel früh-80er-England-Zeug auf, das man sonst nicht oft zu hören bekommt. Derweil tauchten im HQ neben dem geschätzten Stammpublikum auch ein Haufen merkwürdiger Gestalten auf. Den Vogel schoß das eine wildfremde Mädel ab, das erst Kollegen Mathias und dann mir ins Ohr schrie: "Wie heißt nochmal der Film, der Heroin verherrlicht?" Als ich antwortete: "Äh, meinste vielleicht TRAINSPOTTING?" fiel sie mir dann um den Hals. Von einer weiteren Diskussion bzgl. der Interpretation des Films sah ich dann aber ab.
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Mittwoch, 23. Februar 2011
A Page of Madness
hypnosemaschinen, 02:24h
Kurutta Ippeji, Japan 1926, Regie: Teinosuke Kinogasa
Huch, da bin ich mal wieder überrollt worden. Eigentlich wollte ich nur mal einen frühen japanischen Film mit Bezug zum Phantastischen sehen, und dann kommt dieses irre Avantgarde-Werk daher und läßt mich staunend zurück. Beeinflußt von Eisenstein und dem letzten Mann, packt Kinogasa jeden Trick und Effekt aus, den man bis dahin kannte und reiht diese in einer gnadenlosen Tour de Force aneinander. Schon bei der Eingangsmontage dachte ich, das kann doch nicht wahr sein, das muß irgendein Underground-Film aus den Sechzigern sein, aber von wegen. Weiter geht's mit schwindelerregenden Schwenks, verzerrten Linsen, die die Perspektive Wahnsinniger nachahmen sollen und immer wieder rasante Schnitte und ausufernde Kamerafahrten. Nach diesem einstündigen Ritt gut gerädert und beeindruckt, mußte ich jedoch feststellen, von der Geschichte, die der Film offensichtlich auch noch erzählte, überhaupt nichts verstanden zu haben, was nicht an Schrifttafeln in einer unbekannten Sprache gelegen haben kann, denn solche gab es nicht. Die Hauptfigur ist wohl ein Hausmeister, der sich um die Insassen einer Heilanstalt kümmert – eine Dame ganz besonders – schließlich auch den Chefarzt niederschlägt und eine Revolte anzettelt, aber was genau macht der da? Ist er gut oder böse? Oder war das alles seine Einbildung? Flashbacks? Ein Traum gar?
Das wollte ich dann doch genauer wissen und habe ein bißchen durch die Gegend recherchiert. Daß ich den Plot nicht verstanden habe, ist kein Wunder, wurden doch japanische Stummfilme bei ihrer Aufführung nicht nur von Musik, sondern auch von einem sogenannten "Benshi" begleitet, der nicht nur als Erzähler fungierte, sondern auch den einzelnen Figuren Stimmen verlieh. Die Popularität der Benshis sorgte dann auch dafür, daß die endgültige Ablösung durch den Tonfilm in Japan erst viel später stattfand als in anderen Ländern. Dieses "Geschichte erzählen außerhalb des Filmbildes" könnte durchaus ein Ansatzpunkt sein, die visuelle Ausgeprägtheit des japanischen Kinos zu erklären. Nun, der Hausmeister ist jedenfalls ein Guter und nahm den Job nur an, um in der Nähe seiner Frau sein zu können, die wahnsinnig geworden war, nachdem sie ihr Kind ertränkt hatte. Es gibt Flashbacks und Traumsequenzen, die bei der hohen Schnittfrequenz und ohne Benshi aber nur schwierig von der Rahmenerzählung abzugrenzen sind. Obwohl der Caligari laut Donald Richie in Japan sehr populär war, das Sujet einer Irrenanstalt dies suggerierte und der Film gerne als Vergleich hinzugezogen wird, findet sich genau betrachtet davon fast nichts wieder, Kinogasas Vorgehensweise war eine gänzlich andere.
Die Rezeptionsgeschichte des Films verpaßte mir dann allerdings noch einen kleinen Dämpfer: Der Legende nach fand der Regisseur 1971 das verloren geglaubte Werk in seiner Gartenhütte. Leider schnitt er vor der Wiederaufführung 500 Meter hinaus, was den ganzen Film durchaus auf modern frisiert haben mag. Aber zahlreiche Wunder dieses Werks – das auch im japanischen Film dieser Periode eine absolute Ausnahmestellung einnimmt – sind definitiv schon damals entstanden.
Den filmhistorischen Wert dieses Wahnsinns kann man nicht hoch genug einschätzen. Die ausführlichste Analyse des Werks liegt übrigens nur in deutscher Sprache vor, was einige Amis zutiefst bedauern. 2007 ist zudem eine um einige Minuten erweiterte restaurierte Fassung aufgeführt worden, die aber bislang leider noch niemand auf DVD oder anderswie verfügbar gemacht hat.
Huch, da bin ich mal wieder überrollt worden. Eigentlich wollte ich nur mal einen frühen japanischen Film mit Bezug zum Phantastischen sehen, und dann kommt dieses irre Avantgarde-Werk daher und läßt mich staunend zurück. Beeinflußt von Eisenstein und dem letzten Mann, packt Kinogasa jeden Trick und Effekt aus, den man bis dahin kannte und reiht diese in einer gnadenlosen Tour de Force aneinander. Schon bei der Eingangsmontage dachte ich, das kann doch nicht wahr sein, das muß irgendein Underground-Film aus den Sechzigern sein, aber von wegen. Weiter geht's mit schwindelerregenden Schwenks, verzerrten Linsen, die die Perspektive Wahnsinniger nachahmen sollen und immer wieder rasante Schnitte und ausufernde Kamerafahrten. Nach diesem einstündigen Ritt gut gerädert und beeindruckt, mußte ich jedoch feststellen, von der Geschichte, die der Film offensichtlich auch noch erzählte, überhaupt nichts verstanden zu haben, was nicht an Schrifttafeln in einer unbekannten Sprache gelegen haben kann, denn solche gab es nicht. Die Hauptfigur ist wohl ein Hausmeister, der sich um die Insassen einer Heilanstalt kümmert – eine Dame ganz besonders – schließlich auch den Chefarzt niederschlägt und eine Revolte anzettelt, aber was genau macht der da? Ist er gut oder böse? Oder war das alles seine Einbildung? Flashbacks? Ein Traum gar?
Das wollte ich dann doch genauer wissen und habe ein bißchen durch die Gegend recherchiert. Daß ich den Plot nicht verstanden habe, ist kein Wunder, wurden doch japanische Stummfilme bei ihrer Aufführung nicht nur von Musik, sondern auch von einem sogenannten "Benshi" begleitet, der nicht nur als Erzähler fungierte, sondern auch den einzelnen Figuren Stimmen verlieh. Die Popularität der Benshis sorgte dann auch dafür, daß die endgültige Ablösung durch den Tonfilm in Japan erst viel später stattfand als in anderen Ländern. Dieses "Geschichte erzählen außerhalb des Filmbildes" könnte durchaus ein Ansatzpunkt sein, die visuelle Ausgeprägtheit des japanischen Kinos zu erklären. Nun, der Hausmeister ist jedenfalls ein Guter und nahm den Job nur an, um in der Nähe seiner Frau sein zu können, die wahnsinnig geworden war, nachdem sie ihr Kind ertränkt hatte. Es gibt Flashbacks und Traumsequenzen, die bei der hohen Schnittfrequenz und ohne Benshi aber nur schwierig von der Rahmenerzählung abzugrenzen sind. Obwohl der Caligari laut Donald Richie in Japan sehr populär war, das Sujet einer Irrenanstalt dies suggerierte und der Film gerne als Vergleich hinzugezogen wird, findet sich genau betrachtet davon fast nichts wieder, Kinogasas Vorgehensweise war eine gänzlich andere.
Die Rezeptionsgeschichte des Films verpaßte mir dann allerdings noch einen kleinen Dämpfer: Der Legende nach fand der Regisseur 1971 das verloren geglaubte Werk in seiner Gartenhütte. Leider schnitt er vor der Wiederaufführung 500 Meter hinaus, was den ganzen Film durchaus auf modern frisiert haben mag. Aber zahlreiche Wunder dieses Werks – das auch im japanischen Film dieser Periode eine absolute Ausnahmestellung einnimmt – sind definitiv schon damals entstanden.
Den filmhistorischen Wert dieses Wahnsinns kann man nicht hoch genug einschätzen. Die ausführlichste Analyse des Werks liegt übrigens nur in deutscher Sprache vor, was einige Amis zutiefst bedauern. 2007 ist zudem eine um einige Minuten erweiterte restaurierte Fassung aufgeführt worden, die aber bislang leider noch niemand auf DVD oder anderswie verfügbar gemacht hat.
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Sonntag, 20. Februar 2011
Zack Zack & Peripherique Est @ AZ Aachen, 19.2.2011
hypnosemaschinen, 20:57h
Alen wurde 40 (das steht mir dieses Jahr auch noch bevor) und feierte an zwei Tagen mit 5 Bands. Den ersten Abend habe ich aufgrund eigenen Auftretens verpasst (Terminplanung's a bitch), aber den Samstag nahm ich dann doch sehr gerne mit. Eröffnet wurde der Abend von den Berlinern ZACK ZACK, die im Vergleich zur Vorgängerband THE SHOCKS noch um einiges melodischer und auch ein wenig britischer klangen - super eingängige Songs mit genügend Abwechslung! Passenderweise wurde zur Coverversion von "Garageland" das Geburtstagskind zum Singen auf die Bühne gebeten - perfekter Abschluß! Unerwartet und einen Großteil des Publikums leicht irritierend folgte darauf eine 10minütige Reunionshow der NO TALENTS aus Paris, wobei in Ermangelung der Sängerin eine Perücke aufgezogen und die Stimme verstellt wurde. Bescheuert, aber machte Spaß! Ähnlich wahnsinnig dann PERIPHERIQUE EST aus Brüssel. Anstatt ihren wilden, rotzigen Sound zu beschreiben, gibt es hier jetzt eine Premiere: Mein erstes selbst erstelltes youtube-Video! Für Tonaufnahmen scheint meine Kamera allerdings nicht wirklich geeignet, also nicht erschrecken über den Rumpelsound. Passt aber ganz gut zur Stimmung des Abends:
Das war aber lange noch nicht alles: Im Anschluß legten die DJ-Götter Tom Borderland und KCR tonnenweise Hits auf, so daß man irgendwann um 4 oder 5 Uhr meine Einzelteile mühsam vom AZ-Tanzboden aufklauben mußte. Bin heute Mittag dann aber doch in meinem Bett aufgewacht, auch wenn ich nicht mehr weiß, wie ich das geschafft habe.

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