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Mittwoch, 29. Juni 2011
Eugen Egner: Schmutz
hypnosemaschinen, 02:46h
Ich hinke ein wenig hinterher mit den Büchern meines derzeitigen deutschen Lieblingserzählers, das hängt wohl auch damit zusammen, daß ich häufig dazu tendiere, mir die besonders leckeren Pralinen noch eine Weile aufzuheben und nicht direkt zu verschlingen. Auch hier (vgl. meinen Eintrag zu Nach Hause) würde ich gerne einige der Geschichten sofort verfilmen, wenn ich könnte. "Schnee" stelle ich mir dabei besonders hübsch im Gewand eines japanischen Geisterfilms aus den 60er Jahren vor. Aber auch die anderen Erzählungen sind große Klasse: Egner verwendet als Ausgangssituation meist nüchterne Bestandsaufnahmen des drögen, alltäglichen deutschen Lebens, die unerwartet zunächst ins Groteske, dann aber schlußendlich ins absolut Grauenvolle hinüberkippen. Die Texte funktionieren auch deshalb so gut, weil der Autor über eine scharfsinnige Beobachtungsgabe des Alltagslebens, zahlreiche wundervoll abseitige Ideen und einen bemerkenswert ambivalenten Stil verfügt, der es dem Leser überlässt, wie ernst er das alles zu nehmen hat. Das ist wohl die Zukunft der deutschen Horror-Literatur, wenn nicht sogar der ganzen Welt.
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Sonntag, 26. Juni 2011
Baby Doll
hypnosemaschinen, 21:16h
Dänemark 1988, Regie: Jon Bang Carlsen

Die allein erziehende Mutter Eva zieht mit ihrem Säugling in das alte, entlegende Haus ihrer Großmutter. Bald werden dort aber ihre eigenen Kindheitserinnerungen wach - die verstorbene Großmutter erscheint mehrfach und Eva beginnt, den Kontakt zur Realität zu verlieren...

Daß es sich hierbei um ein Psycho-Drama handelt und nicht um einen Gruselfilm, wird relativ bald deutlich, so ist auch das Erscheinen der toten Großmutter äußerst zurückhaltend inszeniert. Der narrative Rahmen wiederum wirft die Frage auf, ob wir die ganze Geschichte aus der Perspektive einer Puppe wahrnehmen, eine von mehreren Fragen, die der Film klug genug ist, nicht eindeutig zu beantworten. Schmerzhaft und intensiv begleiten wir Eva beim Abstieg in den Wahnsinn, die unaufgeregte Regie passt dabei sehr gut zu den kargen Landschaften. Ein trauriges und düsteres Drama, das man besser keiner jungen Mutter zeigt.


Die allein erziehende Mutter Eva zieht mit ihrem Säugling in das alte, entlegende Haus ihrer Großmutter. Bald werden dort aber ihre eigenen Kindheitserinnerungen wach - die verstorbene Großmutter erscheint mehrfach und Eva beginnt, den Kontakt zur Realität zu verlieren...

Daß es sich hierbei um ein Psycho-Drama handelt und nicht um einen Gruselfilm, wird relativ bald deutlich, so ist auch das Erscheinen der toten Großmutter äußerst zurückhaltend inszeniert. Der narrative Rahmen wiederum wirft die Frage auf, ob wir die ganze Geschichte aus der Perspektive einer Puppe wahrnehmen, eine von mehreren Fragen, die der Film klug genug ist, nicht eindeutig zu beantworten. Schmerzhaft und intensiv begleiten wir Eva beim Abstieg in den Wahnsinn, die unaufgeregte Regie passt dabei sehr gut zu den kargen Landschaften. Ein trauriges und düsteres Drama, das man besser keiner jungen Mutter zeigt.

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Donnerstag, 23. Juni 2011
Christian Keßler: Die läufige Leinwand in Aachen am 2.7.
hypnosemaschinen, 20:24h

Hurra, der Filmgelehrte Christian Keßler, bekannt durch zahlreiche famose Texte in der SPLATTING IMAGE oder seinem Buch über den Italo-Horrorfilm DAS WILDE AUGE kommt nach Aachen in die Raststätte um sein aktuelles Buch DIE LÄUFIGE LEINWAND über den amerikanischen Hardcorefilm 1970-1985 vorzustellen! Das sollte ein amüsanter und spannender Abend werden und ist eine Pflichtveranstaltung für alle Freunde abseitiger Filmkunst in Aachen und um Aachen herum...
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