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Sonntag, 5. Februar 2012
Prokletinja
hypnosemaschinen, 00:05h
Jugoslawien 1975, Regie: Branko Pleša

Ein Mann, der alleine in seiner Hütte in der sumpfigen Wildnis wohnte, wird schrecklich verstümmelt aufgefunden. Ein Gericht soll seine Todesursache klären, als Basis dient sein Tagebuch und die Aussage eines Journalisten, der ihn in den letzten Tagen besucht hatte. Demzufolge war der Tote davon überzeugt, ein "verdammtes Ding" würde in der Nähe seines Hauses sein Unwesen treiben und er versuchte, es zu jagen...

Anders als Tobe Hoopers Adaption für die TV-Serie "Masters of Horror", hält sich diese Verfilmung von Ambrose Bierces Erzählung "The Damned Thing" recht nah an die Vorlage und streut mit den skurrilen Dorf-Geschworenen nur ein wenig komödiantische Elemente ein. Ansonsten wird konsequent eine unheimliche und bedrohliche Stimmung evoziert, dazu tragen neben der Musik vor allem die zahlreichen Kamerafahrten durch den Sumpf bei. Ich wiederhole mich, aber es ist schon erstaunlich, was da in den 70er Jahren fürs jugoslawische Fernsehen an zeitlosen Horrorperlen produziert wurde.
EDIT: Youtube-Video wurde mittlerweile entfernt.

Ein Mann, der alleine in seiner Hütte in der sumpfigen Wildnis wohnte, wird schrecklich verstümmelt aufgefunden. Ein Gericht soll seine Todesursache klären, als Basis dient sein Tagebuch und die Aussage eines Journalisten, der ihn in den letzten Tagen besucht hatte. Demzufolge war der Tote davon überzeugt, ein "verdammtes Ding" würde in der Nähe seines Hauses sein Unwesen treiben und er versuchte, es zu jagen...

Anders als Tobe Hoopers Adaption für die TV-Serie "Masters of Horror", hält sich diese Verfilmung von Ambrose Bierces Erzählung "The Damned Thing" recht nah an die Vorlage und streut mit den skurrilen Dorf-Geschworenen nur ein wenig komödiantische Elemente ein. Ansonsten wird konsequent eine unheimliche und bedrohliche Stimmung evoziert, dazu tragen neben der Musik vor allem die zahlreichen Kamerafahrten durch den Sumpf bei. Ich wiederhole mich, aber es ist schon erstaunlich, was da in den 70er Jahren fürs jugoslawische Fernsehen an zeitlosen Horrorperlen produziert wurde.
EDIT: Youtube-Video wurde mittlerweile entfernt.
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Montag, 30. Januar 2012
Alabama's Ghost
hypnosemaschinen, 00:16h
USA 1973 Regie: Fredric Hobbs
"Surrealism, eh?" Meta-Dialogzeile

Mal wieder total bekifft, legt der Musiker/Barkeeper Alabama mit einem Gabelstapler aus Versehen eine geheime Höhle frei. Dort findet er das Vermächtnis des großen Zauberers Carter, der einst auch für Herrn Hitler tätig war und in Indien das stärkste Hasch aller Zeiten gefunden hatte. Schon als Kind von Jahrmarktszauberern beeindruckt, will Alabama die Tricks des großen Vorbilds kopieren und bekommt auch einen Vertrag für eine große Festival-Tour. Sein Vorgänger mag das nicht wirklich gutheißen und erscheint ihm ständig im Traum, das klopfende Herz vor sich hintragend...

Ich hatte ja schon öfters auf die faszinierenden Eigenarten des frühen 70er-US-Independent-Horrorkinos verwiesen, hier haben wir dann gleich noch so ein Beispiel. Es würde mich nicht wundern, wenn die Macher teilweise genauso bekifft gewesen sind wie ihr Protagonist, was zwar zu der ein oder anderen Länge führt, aber auch zu so mancher Idee, auf die man mit klarem Kopf nicht so ohne weiteres kommen würde. Vor allem das Set Design ist für das winzige Budget streckenweise vollkommen aberwitzig geraten, Highlights dabei ein Haus ohne Wände am Strand von Sausalito oder das unglaubliche Frauenfließband für Vampire. Das Finale, bei dem während eines Altamont-ähnlichen Festivals das Ende der Welt heraufbeschworen werden soll, hat mich angenehm an George R.R. Martins Roman "Armageddon Rag" erinnert. Der Regisseur drehte im selben Jahr auch das Riesenschaf-Melodram Godmonster of Indian Flats, das ich mir demnächst bestimmt auch einverleiben werde.

"Surrealism, eh?" Meta-Dialogzeile

Mal wieder total bekifft, legt der Musiker/Barkeeper Alabama mit einem Gabelstapler aus Versehen eine geheime Höhle frei. Dort findet er das Vermächtnis des großen Zauberers Carter, der einst auch für Herrn Hitler tätig war und in Indien das stärkste Hasch aller Zeiten gefunden hatte. Schon als Kind von Jahrmarktszauberern beeindruckt, will Alabama die Tricks des großen Vorbilds kopieren und bekommt auch einen Vertrag für eine große Festival-Tour. Sein Vorgänger mag das nicht wirklich gutheißen und erscheint ihm ständig im Traum, das klopfende Herz vor sich hintragend...

Ich hatte ja schon öfters auf die faszinierenden Eigenarten des frühen 70er-US-Independent-Horrorkinos verwiesen, hier haben wir dann gleich noch so ein Beispiel. Es würde mich nicht wundern, wenn die Macher teilweise genauso bekifft gewesen sind wie ihr Protagonist, was zwar zu der ein oder anderen Länge führt, aber auch zu so mancher Idee, auf die man mit klarem Kopf nicht so ohne weiteres kommen würde. Vor allem das Set Design ist für das winzige Budget streckenweise vollkommen aberwitzig geraten, Highlights dabei ein Haus ohne Wände am Strand von Sausalito oder das unglaubliche Frauenfließband für Vampire. Das Finale, bei dem während eines Altamont-ähnlichen Festivals das Ende der Welt heraufbeschworen werden soll, hat mich angenehm an George R.R. Martins Roman "Armageddon Rag" erinnert. Der Regisseur drehte im selben Jahr auch das Riesenschaf-Melodram Godmonster of Indian Flats, das ich mir demnächst bestimmt auch einverleiben werde.

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Sonntag, 15. Januar 2012
The Fang in the Hole
hypnosemaschinen, 15:19h
Ana No Kiba, Japan 1979, Regie: Seijun Suzuki

Ein schüchterner Polizist erschießt einen berüchtigten Yakuza und fühlt sich im Anschluß sehr zu dessen schöner Geliebten hingezogen. Bei der Obduktion zeigt sich aber, daß die Kugel auf mysteriöse Art und Weise von der Schädeldecke des Gangsters abgeprallt ist, auch wird sowohl der Inspektor als auch die Geliebte von seinem Geist heimgesucht...

Da ich für den Film keine Untertitel finden konnte, übernehme ich für die Zusammenfassung keine hundertprozentige Garantie, aber so in etwa könnte das hinkommen. In den siebziger Jahren war Regisseur Suzuki persona non grata in der japanischen Filmindustrie, der damalige Nikkatsu-Chef wird sogar mit dem Ratschlag zitiert, er solle das Filmemachen drangeben und ein Nudelrestaurant aufmachen. Eine ziemliche Dreistigkeit gegenüber einem Mann, der immerhin so stilbildende Meisterwerke wie Tokyo Drifter umgesetzt hat, aber so sind sie halt, die Studiobosse. Glücklicherweise hielt sich Suzuki auch nicht dran und brachte hiermit einen Beitrag zur Fernsehserie "Sunday Horror Series", in der er trotz des Formats seinen eigenwilligen Stil beibehielt: Besonders stechen hier die konsequent giftgrünen Hintergründe hervor, die einen irrealen Kontrast zum roten Blut hervorrufen. Hochgradig merkwürdig (auch die einzelnen Szenen, in denen aus mir nicht nachvollziehbaren Gründen Fische ins Bild hineinragen), aber für Freunde von Suzuki und/oder japanischem Horrors durchaus sehenswert.


Ein schüchterner Polizist erschießt einen berüchtigten Yakuza und fühlt sich im Anschluß sehr zu dessen schöner Geliebten hingezogen. Bei der Obduktion zeigt sich aber, daß die Kugel auf mysteriöse Art und Weise von der Schädeldecke des Gangsters abgeprallt ist, auch wird sowohl der Inspektor als auch die Geliebte von seinem Geist heimgesucht...

Da ich für den Film keine Untertitel finden konnte, übernehme ich für die Zusammenfassung keine hundertprozentige Garantie, aber so in etwa könnte das hinkommen. In den siebziger Jahren war Regisseur Suzuki persona non grata in der japanischen Filmindustrie, der damalige Nikkatsu-Chef wird sogar mit dem Ratschlag zitiert, er solle das Filmemachen drangeben und ein Nudelrestaurant aufmachen. Eine ziemliche Dreistigkeit gegenüber einem Mann, der immerhin so stilbildende Meisterwerke wie Tokyo Drifter umgesetzt hat, aber so sind sie halt, die Studiobosse. Glücklicherweise hielt sich Suzuki auch nicht dran und brachte hiermit einen Beitrag zur Fernsehserie "Sunday Horror Series", in der er trotz des Formats seinen eigenwilligen Stil beibehielt: Besonders stechen hier die konsequent giftgrünen Hintergründe hervor, die einen irrealen Kontrast zum roten Blut hervorrufen. Hochgradig merkwürdig (auch die einzelnen Szenen, in denen aus mir nicht nachvollziehbaren Gründen Fische ins Bild hineinragen), aber für Freunde von Suzuki und/oder japanischem Horrors durchaus sehenswert.

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