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Freitag, 15. Juni 2012
Jake La Botz @ Café Kittel, Aachen, 14.06.2012
hypnosemaschinen, 20:17h
Der sympathische Singer/Songwriter und Schauspieler (u.a. demnächst in der Kerouac-Adaption ON THE ROAD und ABRAHAM LINCOLN, VAMPIRE HUNTER) war wieder in der Stadt, noch dazu umsonst und draußen, da mußte man hin! Eröffnet wurde der Abend von Max "Mille" Kreutzer von den BOOZE BROTHERS, der ein sympathisches Set gemischt aus eigenen Songs und Covers (u.a. SOCIAL DISTORTION) zum Besten gab. Heinsberg ist ja auch ziemlich weit im Westen. Dann der gute Jake, der diesmal ein etwas blueslastigeres Set spielte und mal wieder voll überzeugte. Wie schon beim letzten Mal gröhlte ich nach "Tiny" und bekam ihn. Dankeschön! Das einzig Negative an dem Abend war dann wohl, daß schon um 22:05 mitten in der Zugabe das Ordnungsamt vorstellig wurde, weil sich ein Nachbar über die Lautstärke beschwert hat. Klar, der Mann mit seiner Akustikgitarre war bestimmt lauter als die Leute, die sich Tags zuvor nach dem 2:1 gegen Holland auf der Pontstraße herumgetrieben haben. Aber egal. Let's all get small, go down the well between the tiny heaven and the tiny hell.
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Samstag, 9. Juni 2012
Kicma
hypnosemaschinen, 04:04h
Backbone, Jugoslawien 1975, Regie: Vlatko Gilic

Ein unerträglicher Gestank macht sich in ganz Belgrad breit und verunsichert die Bewohner - der Mikrobiologe Pawle kann sich an genau diesen Gestank aus seiner Kindheit erinnern, es ist der Geruch verbrennender Menschen. Ein Besuch im Krematorium gibt ihm die Gewissheit: Die hohe Anzahl von Selbstmorden in der Stadt hat dazu geführt, daß die Öfen in Dauerbetrieb sind und wohl auch sein werden - denn der Gestank wird langsam so dermaßen unerträglich, daß weitere Personen Selbstmord begehen...

Die Reihe von Entdeckungen obskurer Filmperlen aus dem ehemaligen Jugoslawien reißt nicht ab: War ich auch zunächst von der Kategorisierung als Horrorfilm auf Kicma aufmerksam geworden, scheint er eher ein existenzialistisches Drama zu sein - aber eins von einer immensen Tristesse und Düsternis. Sämtliche Bewohner Belgrads siechen nur so vor sich hin, der Suizid scheint die einzige logische Konsequenz.

Man kann hier freilich einiges kritisieren - einzelne Sequenzen sind durchaus zu lang geraten und zu sehr auf bedeutungsschwanger getrimmt, während einige Nebenfiguren wie die lesbischen Schwestern wohl nur der Schauwerte wegen eingefügt wurden. Aber das kann man schon verkraften, denn die Bildkompositionen, die Darsteller, der Score und das Sound-Design sind ansonsten von allerhöchster Qualität. Und das offene Ende gibt der Gänsehaut dann den Rest.


Ein unerträglicher Gestank macht sich in ganz Belgrad breit und verunsichert die Bewohner - der Mikrobiologe Pawle kann sich an genau diesen Gestank aus seiner Kindheit erinnern, es ist der Geruch verbrennender Menschen. Ein Besuch im Krematorium gibt ihm die Gewissheit: Die hohe Anzahl von Selbstmorden in der Stadt hat dazu geführt, daß die Öfen in Dauerbetrieb sind und wohl auch sein werden - denn der Gestank wird langsam so dermaßen unerträglich, daß weitere Personen Selbstmord begehen...

Die Reihe von Entdeckungen obskurer Filmperlen aus dem ehemaligen Jugoslawien reißt nicht ab: War ich auch zunächst von der Kategorisierung als Horrorfilm auf Kicma aufmerksam geworden, scheint er eher ein existenzialistisches Drama zu sein - aber eins von einer immensen Tristesse und Düsternis. Sämtliche Bewohner Belgrads siechen nur so vor sich hin, der Suizid scheint die einzige logische Konsequenz.

Man kann hier freilich einiges kritisieren - einzelne Sequenzen sind durchaus zu lang geraten und zu sehr auf bedeutungsschwanger getrimmt, während einige Nebenfiguren wie die lesbischen Schwestern wohl nur der Schauwerte wegen eingefügt wurden. Aber das kann man schon verkraften, denn die Bildkompositionen, die Darsteller, der Score und das Sound-Design sind ansonsten von allerhöchster Qualität. Und das offene Ende gibt der Gänsehaut dann den Rest.

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Donnerstag, 31. Mai 2012
El imperio de Drácula
hypnosemaschinen, 02:25h
Mexiko 1967, Regie: Federico Curiel

Dracula ist tot, aber sein getreuer Diener findet das nicht gut und überfährt den männlichen Teil eines Liebespaars mit der Kutsche im Wald, um den weiblichen Teil zu Hause im Schloß gemütlich aufzuschlitzen, auf daß das Blut seinen Gebieter wiederbelebe. Der Plan geht auf und Nachschub muß ran, also werden ein paar Reisende aufs Schloß gelockt...

Die populäre Figur des Vampirgrafen hat ja Drehbuchschreiber häufig dazu animiert, sich neue Geschichten abseits von Bram Stokers Vorlage auszudenken, und wem der Plot da oben bekannt vorkommt - ja, hierbei handelt es sich quasi um ein mexikanisches Remake der Hammer-Produktion Dracula - Prince of Darkness, mit dem Unterschied, daß die Reisenden nicht aus zwei Ehepaaren, sondern einem Mann und drei Frauen bestehen - gibt also mehr zu beißen für den Grafen, der hier zuweilen auch "Draculstein" genannt wird. Warum auch nicht! Eigentlich als Farbfilm gedreht, kam mir nur eine Schwarz-Weiß-Version in die Finger, aber die sieht auch nicht verkehrt aus: Die Mexikaner verstehen auch hier ihr Gothic-Handwerk, stellen die Nebelmaschinen richtig hin und lassen hübsche Frauen durch alte Gemäuer wandeln. Es fehlen ein wenig die bizarren Details, wie man sie z.B. in El Vampiro findet, und die auch zahlreiche andere Produktionen dieser Periode zusätzlich würzen, aber das ist schon alles sehr stilsicher und solide und läuft bei Gothic Horror-Junkies wie mir gut rein.


Dracula ist tot, aber sein getreuer Diener findet das nicht gut und überfährt den männlichen Teil eines Liebespaars mit der Kutsche im Wald, um den weiblichen Teil zu Hause im Schloß gemütlich aufzuschlitzen, auf daß das Blut seinen Gebieter wiederbelebe. Der Plan geht auf und Nachschub muß ran, also werden ein paar Reisende aufs Schloß gelockt...

Die populäre Figur des Vampirgrafen hat ja Drehbuchschreiber häufig dazu animiert, sich neue Geschichten abseits von Bram Stokers Vorlage auszudenken, und wem der Plot da oben bekannt vorkommt - ja, hierbei handelt es sich quasi um ein mexikanisches Remake der Hammer-Produktion Dracula - Prince of Darkness, mit dem Unterschied, daß die Reisenden nicht aus zwei Ehepaaren, sondern einem Mann und drei Frauen bestehen - gibt also mehr zu beißen für den Grafen, der hier zuweilen auch "Draculstein" genannt wird. Warum auch nicht! Eigentlich als Farbfilm gedreht, kam mir nur eine Schwarz-Weiß-Version in die Finger, aber die sieht auch nicht verkehrt aus: Die Mexikaner verstehen auch hier ihr Gothic-Handwerk, stellen die Nebelmaschinen richtig hin und lassen hübsche Frauen durch alte Gemäuer wandeln. Es fehlen ein wenig die bizarren Details, wie man sie z.B. in El Vampiro findet, und die auch zahlreiche andere Produktionen dieser Periode zusätzlich würzen, aber das ist schon alles sehr stilsicher und solide und läuft bei Gothic Horror-Junkies wie mir gut rein.

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