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Freitag, 23. Januar 2015
14. Hofbauer-Kongress: Die 3. Nacht
hypnosemaschinen, 00:49h
Am späten Nachmittag versammelten sich zunächst einzelne Kongressteilnehmer in einem fränkischen Wirtshaus, um sich für das Abend- und Nachtprogramm zu stärken, ich zögerte zunächst ein wenig, wählte dann aber doch ein Gericht mit Sauerkraut, obwohl der Verzehr desselben meinen Körper manchmal dazu verleitet, am falschen Ende auszuatmen. Es ging aber alles gut, und so konnten sämtliche Sinne anschließend WO, WANN, MIT WEM? (Italien 1968, Regie: Antonio Pietrangeli) genießen, der nicht ganz so gespenstisch war wie der oben eingebettete Vorspann suggerieren vermag, seine Geschichte um eine Frau, die zwischen ihrem Ehemann und einem jungen Liebhaber (Horst Buchholz) hin- und hergerissen ist, aber die ganze Laufzeit über mit wunderschönen Bilder und Musik austattete. Schon wieder ein Lieblingsfilm!

Was tun, wenn die eigene Frau droht, die unkoscheren Geschäfte mit Drogen und Waffen, mit denen man so seinen Lebensunterhalt bestreitet, bei der Polizei anzuzeigen, um endlich ein ruhiges normales Leben zu führen? Die Antwort liegt auf der Hand: Man engagiert einen Nachtclub-Hypnotiseur, der sich einen Serien-Vergewaltiger vornimmt, der dann zufällig in einer einsamen Waldhütte auf die Gattin trifft. IM FIEBER DER LUST (Kanada 1967, Regie: Rudi Dorn, John Gaisford) bot sympathisches Schmuddelkino mit viel Brüsten, Overacting und liebenswert hirnrissigen Drehbucheinfällen, nur das Finale war vielleicht ein wenig zu sehr in die Länge gezogen. Was immerhin noch besser ist, als wenn sich der ganze Film in die Länge zieht, wie es beim folgenden "tristen Überraschungsfilm" KÄUFLICHE NÄCHTE (Italien 1962, Regie: Mino Loy) der Fall war: Eigentlich eine italienische Reportage über diverse Showacts in der ganzen Welt, wurden für die deutsche Fassung einige Kabarettisten (u.a. von der Münchner Lach- und Schießgesellschaft) zusammengetrommelt, die das ganze noch mit "witzigen" Kommentaren würzen sollten. Aber entweder haben die den Job für ein paar Mark schnell nebenbei durchgezogen, oder das deutsche Kabarett war zu dieser Zeit vom Niveau her nicht weit von einer Karnevalssitzung in Puffendorf entfernt. Da die Kabarettisten auch als sie selbst und nicht in irgendwelchen Rollen auftraten, kann man das auch nicht als "Meta-Satire" bewerten, und selbst wenn, waren die von diversen Rassismen durchzogenen Dialoge dann immer noch nicht lustig. Einzelne Showacts boten noch Lichtblicke, etwa die japanische Tänzerin, die sich so sehr verbiegen konnte, daß sie an einen Geist aus den Ju-On-Filmen erinnerte oder die Louis Prima-Band in Las Vegas mit enormen Entertainerqualitäten, aber das meiste tat einfach nur weh.

Nun war es so weit, daß ich in meinen Rucksack griff und dem Vorführer die Blu-ray von MARTINS FEUER (Deutschland 2013, Regie: Bruno Sukrow) überreichte, damit dieser zum ersten Mal außerhalb Aachens das Licht der Leinwand erblicken konnte. Ich war so aufgeregt, daß ich bei der Einführung mehrmals mitten im Satz den Faden verlor, wurde aber glücklicherweise durch den eloquenten Christian vom Kölner Filmclub 813 unterstützt. Und der Film, über den ich hier bereits geschrieben habe, war auf einer richtig großen Leinwand noch um einiges beeindruckender und er hat, wie erwartet, auch hier sein Publikum gefunden, was von Szenenapplaus an den richtigen Stellen unterstrichen wurde.
Aber da war noch Luft für mehr Überwältigung: Mit DU UND DEINE UMWELT wurde wohl der denkbar unfassbarste aller von der 1. Kongressnacht und aus dem Schulunterricht bekannten FWU-Filme projiziert. In mehreren Episoden greift hier ein Jugendlicher zu einem Wundergerät namens "Hilmi", welches beruhigende psychedelische Farben ausstrahlt, wenn es aktiviert wird. Es wird aber keinerlei Moral oder Erklärung dafür mitgeliefert. Sollte dieser Film jetzt vor Drogen warnen? Den Druck, unter dem zeitgenössische Teenager stehen, empathisch illustrieren? Plante da irgendjemand - auf äußerst subtile Weise - mittels Einführung des Hilmi-Films auf abendländischen Schulen die Jugend zu hypnotisieren und dadurch zur Weltherrschaft zu gelangen? Man wird es wohl nie erfahren.

Weniger rätselhaft erscheint hingegen die Motivation der Macher von BLUTJUNGE MÄDCHEN HEMMUNGSLOS (USA 1971, Regie: William Rotsler): Hier sollte mit möglichst viel nackten Tatsachen Kasse gemacht werden, und um noch ein anderes Zielpublikum ins Boot zu holen, wurde das ganze in einen Mafia-Plot verpackt. Diesem mangelt es zuweilen an Stringenz, bildet aber die Grundlage für einige ruppige Sprüche. Der Film sleazt kurzweilig vor sich hin und kulminiert in einer Sexszene, die partout nicht enden will - nach einem Schnitt auf eine externe Straßenszene meint man, es wär vorbei, aber nein, es geht weiter - auch nach einem zweitem, ähnlichen Schnitt...und nach einem dritten ebenfalls. Diese Vorgehensweise entfachte beim Publikum eine kollektive Hysterie, wie sie wohl nur bei Hofbauer-Kongressen möglich ist: Ungläubiges, sich stetig steigerndes Gelächter, Szenenapplaus bei jedem weiterem redundanten Schnitt, schlußendlich Bauchschmerzen vor Lachen, aber glücklich.

Damit aber nicht genug: Für die ganz Harten wurde jetzt noch der "Videoknüppel" ausgepackt, und es ward der 7. Teil einer beliebten Lykanthropen-Saga: HOWLING: NEW MOON RISING (GB 1995, Regie: Clive Turner) ist mehr oder weniger das Soloprojekt des australischen Regisseurs und Hauptdarstellers, der eine liebevolle Hommage an Bluegrass-Musik, Line-Dancing und Sitcoms vergangener Tage abliefert, ein paar Werwölfe kommen nebenbei auch vor, wurden aber hauptsächlich aus vorherigen Teilen der Serie hineingeschnitten. Das beeindruckende IMDb-Rating von 1,8 lässt sich möglicherweise nur dadurch erklären, daß die meisten Leute, die den Film bewerteten, tatsächlich einen ernsthaften Werwolf-Film erwartet haben und keine Countrymusik mögen. Dabei wird hier niemandem etwas vorgemacht, denn die meisten Figuren heißen im wirklichem Leben genauso. Und musikalisch ist man durchaus Innovationen zugeneigt und keineswegs altmodisch: Den Rhythmus für eine Nummer liefern die Darsteller mit den Reißverschlüssen ihrer Hosen (siehe Abbildung) - so etwas sollte Schule machen.
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Donnerstag, 15. Januar 2015
14. Hofbauer-Kongress: Die 2. Nacht
hypnosemaschinen, 21:16h
Der Kongress-Samstag findet traditionellerweise im Uferpalast im benachbarten Fürth statt, und nach einem verregneten Tag war man froh, immerhin das Kino trockenen Fußes erreichen zu können. Die gute Laune steigerte sich ins Unermeßliche, als man auf der Leinwand dann auf MILKMAN FRANKIE (Japan 1956, Regie: Kô Nakahira) traf: Die Geschichte um ein nicht besonders kluges, aber mit einem Herzen aus Gold ausgestattetem Landei, das sich in der großen Stadt als Milchmann verdingen muß, um den Betrieb der Tante zu retten, hatte alles, was für mich eine gelungene Komödie ausmacht: Liebenswert ausgearbeitete Figuren, zahlreiche Nebengags mit liebevollen Details und ein gutes Maß an Slapstick. Der erste Lieblingsfilm des Kongresses, und als man anschließend zum Rauchen in den Schneeregen heraustrat, ahnte ich noch nicht, daß der zweite direkt darauf folgen würde.

Ähnlich wie das Plakat, füllt Heinrich George auch den ganzen Film SCHLEPPZUG M 17 (Deutschland 1933, Regie: Heinrich George, Werner Hochbaum) mit seiner enormen physischen Präsenz aus. Er gibt den Schiffer Henner, der mit seiner Familie nach Berlin schippert, wo er der Gangsterbraut Gescha erliegt. Henner stampft über die Gefühle seiner Familie hinweg wie nur nichts, aber als Familienoberhaupt kann man sich das schon erlauben, ein bißchen leid tut's ihm ja schon. Melodramatik bis zum Anschlag mit tollen Bildern des Berlins von 1933. Aus dem Kinosaal heraustaumelnd, sah man sich plötzlich mit einer dicken Schneedecke konfrontiert. Es ward eh eine Pause angesagt und so stärkte man sich nicht mit, sondern bei einem hervorragendem Afghanen.

Mit DIE STRANDBIENE (Dänemark 1966, Regie: Knud Leif Thomsen) gab es dann eine ziemliche Überraschung, denn statt der erwarteten Sexkomödie schwenkte der Film recht bald zu einem reichlich gesellschaftskritischen und existentialistischen Drama um, dessen Figurenkonstellation an Pasolinis allerdings erst 2 Jahre später entstandenen Teorema erinnerte. Der aufmüpfige Per, der hier die Werte einer nur vordergründig gutbürgerlichen Familie durcheinanderrüttelt, ging mir mit zunehmender Laufzeit zwar etwas auf die Nerven, aber das war wohl im Sinne des Erfinders. Bemerkenswerte Performance von Søren Strømberg auf jeden Fall. Die Szene, in der er diversen Familienmitglieder Pornofilme vorführt, erinnerte mich dann an eins der Highlights des 12. Hofbauer-Kongresses, ...soviel nackte Zärtlichkeit - während man sich dort aus den erstaunten Blicken der Zuschauerin die unerhörten projizierten Bilder selbst ausmalen konnte, wurden sie hier von einem fetten weißem X unkenntlich gemacht, das wohl auch bereits in der dänischen Originalversion vorhanden und keine Idee der deutschen Zensurbehörde war.

Anschließend verschlug es uns mit einigen amerikanischen Soldaten auf die INSEL DER UNBERÜHRTEN FRAUEN (USA 1952, Regie: W. Merle Connell). Überm Pazifik abgeschossen, erreichen unsere Helden via Schlauchboot eine unbekannte Insel, die von ausschließlich weiblichen Nachfahren der Druiden bewohnt wird. Ihr Verhältnis Männern gegenüber ist äußerst ambivalent, und als die Anführerin unsere Jungens heimlich freilässt, macht sie das mit dem Hintergedanken, daß diese von den Riesenviechern, die einen anderen Teil der Insel bewohnen, verspeist werden würden. Herrlich naives 50s-Low Budget-Kino mit zahlreichen liebenswerten Details in Dialogen und Spezialeffekten. Interpretationen, warum aus den "ungezähmten" Frauen des Originaltitels in der deutschen Fassung "unberührte" Frauen geworden sind, sind beim Amt für Resozialisierung von prähistorischen Monstren (3. Stock, Zimmer 12) abzugeben.
Abgeschlossen wurde der Abend von INTIME LIEBSCHAFTEN (Deutschland 1980, Regie: Hans Billian), den wir im Rahmen unserer eigenen 35mm-Reihe in Aachen schon mal gezeigt hatten, und dessen detaillierte Beschreibung bundesdeutscher Wohnungseinrichtungen der Entstehungszeit auch bei der zweiten Sichtung überzeugen konnte, ebenso wie das Timing des Regisseurs, der das Gebumse nicht allzu fad werden liess. Etwas melancholisch wurde ich bei dem Gedanken, daß die 2 Euro-Münze das hier in einer Szene prominent eingesetzte gute alte 5 Mark-Stück nicht wirklich ersetzen kann.

Ähnlich wie das Plakat, füllt Heinrich George auch den ganzen Film SCHLEPPZUG M 17 (Deutschland 1933, Regie: Heinrich George, Werner Hochbaum) mit seiner enormen physischen Präsenz aus. Er gibt den Schiffer Henner, der mit seiner Familie nach Berlin schippert, wo er der Gangsterbraut Gescha erliegt. Henner stampft über die Gefühle seiner Familie hinweg wie nur nichts, aber als Familienoberhaupt kann man sich das schon erlauben, ein bißchen leid tut's ihm ja schon. Melodramatik bis zum Anschlag mit tollen Bildern des Berlins von 1933. Aus dem Kinosaal heraustaumelnd, sah man sich plötzlich mit einer dicken Schneedecke konfrontiert. Es ward eh eine Pause angesagt und so stärkte man sich nicht mit, sondern bei einem hervorragendem Afghanen.

Mit DIE STRANDBIENE (Dänemark 1966, Regie: Knud Leif Thomsen) gab es dann eine ziemliche Überraschung, denn statt der erwarteten Sexkomödie schwenkte der Film recht bald zu einem reichlich gesellschaftskritischen und existentialistischen Drama um, dessen Figurenkonstellation an Pasolinis allerdings erst 2 Jahre später entstandenen Teorema erinnerte. Der aufmüpfige Per, der hier die Werte einer nur vordergründig gutbürgerlichen Familie durcheinanderrüttelt, ging mir mit zunehmender Laufzeit zwar etwas auf die Nerven, aber das war wohl im Sinne des Erfinders. Bemerkenswerte Performance von Søren Strømberg auf jeden Fall. Die Szene, in der er diversen Familienmitglieder Pornofilme vorführt, erinnerte mich dann an eins der Highlights des 12. Hofbauer-Kongresses, ...soviel nackte Zärtlichkeit - während man sich dort aus den erstaunten Blicken der Zuschauerin die unerhörten projizierten Bilder selbst ausmalen konnte, wurden sie hier von einem fetten weißem X unkenntlich gemacht, das wohl auch bereits in der dänischen Originalversion vorhanden und keine Idee der deutschen Zensurbehörde war.

Anschließend verschlug es uns mit einigen amerikanischen Soldaten auf die INSEL DER UNBERÜHRTEN FRAUEN (USA 1952, Regie: W. Merle Connell). Überm Pazifik abgeschossen, erreichen unsere Helden via Schlauchboot eine unbekannte Insel, die von ausschließlich weiblichen Nachfahren der Druiden bewohnt wird. Ihr Verhältnis Männern gegenüber ist äußerst ambivalent, und als die Anführerin unsere Jungens heimlich freilässt, macht sie das mit dem Hintergedanken, daß diese von den Riesenviechern, die einen anderen Teil der Insel bewohnen, verspeist werden würden. Herrlich naives 50s-Low Budget-Kino mit zahlreichen liebenswerten Details in Dialogen und Spezialeffekten. Interpretationen, warum aus den "ungezähmten" Frauen des Originaltitels in der deutschen Fassung "unberührte" Frauen geworden sind, sind beim Amt für Resozialisierung von prähistorischen Monstren (3. Stock, Zimmer 12) abzugeben.
Abgeschlossen wurde der Abend von INTIME LIEBSCHAFTEN (Deutschland 1980, Regie: Hans Billian), den wir im Rahmen unserer eigenen 35mm-Reihe in Aachen schon mal gezeigt hatten, und dessen detaillierte Beschreibung bundesdeutscher Wohnungseinrichtungen der Entstehungszeit auch bei der zweiten Sichtung überzeugen konnte, ebenso wie das Timing des Regisseurs, der das Gebumse nicht allzu fad werden liess. Etwas melancholisch wurde ich bei dem Gedanken, daß die 2 Euro-Münze das hier in einer Szene prominent eingesetzte gute alte 5 Mark-Stück nicht wirklich ersetzen kann.
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Freitag, 9. Januar 2015
14. Hofbauer-Kongress: Die 1. Nacht
hypnosemaschinen, 00:50h
Nachdem ich den letzten Filmverlockungen des Hofbauer-Kommandos leider entsagen mußte, konnte ich Anfang des Jahres glücklicherweise wieder am außerordentlichen Filmkongress in Nürnberg teilnehmen. Dabei unterschlug ich allerdings den allerersten Film des Programms, da mir schon bekannt und eine spätere Anreise und damit längerer Schlaf verlockender schienen.
So begann es dann für mich mit OH HAPPY DAY (Deutschland 1970, Regie: Zbynek Brynych), der locker-flockigen Geschichte der heranwachsenden jungen Anna in München, in dessen Zentrum freilich die Themen Liebe, Sex, Rebellion und Drogen standen. Ein schöner, leichtfüßiger Film, bei dem mich höchstens der hohe Anteil innerer Monologe der Protagonistin etwas störte. Verblüffend jedenfalls die Szene, als ihr Freund sie mit ins Fußballstadion nimmt und Bayern München dort ausgerechnet gegen Alemannia Aachen spielen! Erstaunlich auch, wie sehr das Grünwalder Stadion anschließend einem Kartoffelacker gleicht, sowas kann man sich im heutigen Profifußball kaum noch vorstellen.

Darauf folgte bereits der "stählerne Überraschungsfilm" - unter diesem Motto präsentieren die Kommandanten ihrem Publikum immer besonders harte Kost und diese entpuppte sich dieses Mal als die Militärklamotte DER OBERST MIT DEM DACHSCHADEN SCHLÄGT WIEDER ZU (Italien 1974, Regie: Andrea Bianchi). In den ersten Minuten war noch eine endlose Aneinanderreihung alter platter Gags zu befürchten, doch bereits der Auftritt von Dagmar Lassander verschaffte den Augen Linderung und später gab es tatsächlich noch einige sehr lustige Momente, aus denen vor allem die Szene hervorstach, in welcher der Oberst einem General ausführlich die gelagerten Vorräte zeigt - hauptsächlich Salami allerlei Couleur - die dann in einem gemeinsamen Verzehr von Schokoladencreme gipfelt. Hier deutete sich auch kurz an, zu welchen Schmierigkeiten der Regisseur später fähig sein sollte.

Weiter ging es mit SHAOLIN KUNG-FU - DER GELBE TIGER (Taiwan 1976, Regie: Chang Peng-Yi) - der Kung Fu-Film an sich gehört zwar nicht unbedingt zu meinen Lieblingsgenres, ist aber freilich auch ein fester Bestandteil ehemaliger Bahnhofskinokultur, die auf den Kongressen ja konsequent immer wieder auflebt. Hier hatten wir es auch mit einem durchaus mitreißendem Vertreter der Gattung zu tun, vor allem der Bösewicht mit seinen fliegenden Messern konnte mich dann doch von ersten Ermüdungserscheinungen fernhalten.

Zum Abschluß gab es noch ein paar 16mm-Kurzfilme des "Instituts für Film und Bild in Wissenschaft und Unterricht", das die meisten wohl noch aus der Schulzeit kennen dürften. Der erste davon, VERLIERER DER STRASSE, verbreitete zwar nettes Zeitkolorit, hatte aber einen unerfreulich zynischen Beigeschmack, da statt didaktisch vor den Gefahren unachtsamen Motorradfahrens eher alle Motorradfahrer als Verlierer dargestellt und auch nicht auf authentische Unfallopfer verzichtet wurde. Erfreulicher dagegen ACHTERBAHN DER GEFÜHLE, der das sexuelle Erwachen aus weiblicher Sicht thematisierte. Abgerundet wurde der Abend mit einem Animationsfilm über die Geschlechtsreife des Mannes, in dem der Penis schicke Strahlen Richtung Gehirn sendete. Oder war es andersherum?
So begann es dann für mich mit OH HAPPY DAY (Deutschland 1970, Regie: Zbynek Brynych), der locker-flockigen Geschichte der heranwachsenden jungen Anna in München, in dessen Zentrum freilich die Themen Liebe, Sex, Rebellion und Drogen standen. Ein schöner, leichtfüßiger Film, bei dem mich höchstens der hohe Anteil innerer Monologe der Protagonistin etwas störte. Verblüffend jedenfalls die Szene, als ihr Freund sie mit ins Fußballstadion nimmt und Bayern München dort ausgerechnet gegen Alemannia Aachen spielen! Erstaunlich auch, wie sehr das Grünwalder Stadion anschließend einem Kartoffelacker gleicht, sowas kann man sich im heutigen Profifußball kaum noch vorstellen.

Darauf folgte bereits der "stählerne Überraschungsfilm" - unter diesem Motto präsentieren die Kommandanten ihrem Publikum immer besonders harte Kost und diese entpuppte sich dieses Mal als die Militärklamotte DER OBERST MIT DEM DACHSCHADEN SCHLÄGT WIEDER ZU (Italien 1974, Regie: Andrea Bianchi). In den ersten Minuten war noch eine endlose Aneinanderreihung alter platter Gags zu befürchten, doch bereits der Auftritt von Dagmar Lassander verschaffte den Augen Linderung und später gab es tatsächlich noch einige sehr lustige Momente, aus denen vor allem die Szene hervorstach, in welcher der Oberst einem General ausführlich die gelagerten Vorräte zeigt - hauptsächlich Salami allerlei Couleur - die dann in einem gemeinsamen Verzehr von Schokoladencreme gipfelt. Hier deutete sich auch kurz an, zu welchen Schmierigkeiten der Regisseur später fähig sein sollte.

Weiter ging es mit SHAOLIN KUNG-FU - DER GELBE TIGER (Taiwan 1976, Regie: Chang Peng-Yi) - der Kung Fu-Film an sich gehört zwar nicht unbedingt zu meinen Lieblingsgenres, ist aber freilich auch ein fester Bestandteil ehemaliger Bahnhofskinokultur, die auf den Kongressen ja konsequent immer wieder auflebt. Hier hatten wir es auch mit einem durchaus mitreißendem Vertreter der Gattung zu tun, vor allem der Bösewicht mit seinen fliegenden Messern konnte mich dann doch von ersten Ermüdungserscheinungen fernhalten.

Zum Abschluß gab es noch ein paar 16mm-Kurzfilme des "Instituts für Film und Bild in Wissenschaft und Unterricht", das die meisten wohl noch aus der Schulzeit kennen dürften. Der erste davon, VERLIERER DER STRASSE, verbreitete zwar nettes Zeitkolorit, hatte aber einen unerfreulich zynischen Beigeschmack, da statt didaktisch vor den Gefahren unachtsamen Motorradfahrens eher alle Motorradfahrer als Verlierer dargestellt und auch nicht auf authentische Unfallopfer verzichtet wurde. Erfreulicher dagegen ACHTERBAHN DER GEFÜHLE, der das sexuelle Erwachen aus weiblicher Sicht thematisierte. Abgerundet wurde der Abend mit einem Animationsfilm über die Geschlechtsreife des Mannes, in dem der Penis schicke Strahlen Richtung Gehirn sendete. Oder war es andersherum?
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