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Donnerstag, 1. Januar 2015
Neujahrspost
hypnosemaschinen, 22:15h
Mit dem 5. Post zum neuen Jahr geht nun auch das Hypnosemaschinen-Blog ins 5. Jahr und ich wünsche allen Lesern ein tolles 2015! Eigentlich wollte ich hier mal was am Layout aktualisieren, hatte aber bisher zu viel um die Ohren. Vielleicht dann nächstes Jahr. :D
In alter Tradition ein kleiner Blick auf die Statistik: Der Eintrag zu Traumstadt, der ja nun endlich auf DVD vorliegt, ist nach wie vor die Nummer eins, auf die Nummer zwei hat sich dieses Jahr aber Étoile geschoben, der allein 2014 fast tausend Mal gelesen wurde. Vielleicht wollten die Leute aber auch nur Jennifer Connelly-Bildchen kucken.
Morgen früh geht's dann nach Nürnberg zum 14. außerordentlichen Filmkongress des Hofbauer-Kommandos, da werde ich dann garantiert den ein oder anderen Leser und Kollegen treffen, freu mich bereits.
In alter Tradition ein kleiner Blick auf die Statistik: Der Eintrag zu Traumstadt, der ja nun endlich auf DVD vorliegt, ist nach wie vor die Nummer eins, auf die Nummer zwei hat sich dieses Jahr aber Étoile geschoben, der allein 2014 fast tausend Mal gelesen wurde. Vielleicht wollten die Leute aber auch nur Jennifer Connelly-Bildchen kucken.
Morgen früh geht's dann nach Nürnberg zum 14. außerordentlichen Filmkongress des Hofbauer-Kommandos, da werde ich dann garantiert den ein oder anderen Leser und Kollegen treffen, freu mich bereits.
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Dienstag, 30. Dezember 2014
Die schwarze Spinne
hypnosemaschinen, 02:52h
Schweiz 1983, Regie: Mark M. Rissi

Als eine Gruppe verdrogter Jugendlicher feststellt, weder Dope noch Kohle zur Verfügung zu haben, beschließt sie, in ein chemisches Labor einzubrechen, zu dem einer von ihnen als Praktikant einen Zugang hat. Dabei setzen sie allerdings eine giftige Substanz frei und sie flüchten in das Haus eines alten Mannes, der meint, in einem Dachbalken die furchterregende "schwarze Spinne" gefangen zu halten, was die jungen Menschen für eine Spinnerei halten.

Die Spinne kam einst auf die Welt, als die schöne Christine im Emmental versuchte, den Teufel zu verprellen: Um die Bauern vor den unmöglichen Forderungen eines grausamen Ritters zu retten, ging sie mit dem Gehörnten einen Pakt ein, aber hielt ihn nicht. So wuchs eine Spinne aus ihrem Gesicht, deren Gift bald das ganze Dorf dahinraffte...

Diese durchaus brauchbare Adaption von Jeremias Gotthelfs Novelle verschwand relativ bald von der Bildfläche, trotz (oder gerade wegen?) Filmmusik von YELLO. Als Rheinländer hatte ich Schwierigkeiten, den größtenteils im Dialekt gesprochenen Dialogen zu folgen, aber immerhin sprechen Christine, der grausame Ritter und der Teufel halbwegs hochdeutsch. Was freilich auch ein subtiler Seitenhieb der schwyzerdütschen Macher sein könnte.

Béatrice Kessler, wie sie irritiert durch das Grün der Wälder streift, erinnerte mich jedenfalls sehr an die Hauptfigur in Marie la louve, den ich letztes Jahr etwa zur selben Zeit gesehen habe. Auch die anderen Darsteller sind nicht verkehrt, und gegen die Transponierung der Rahmenhandlung in die Gegenwart kann man auch nichts haben. Ein weiteres schönes Beispiel europäischen Genrekinos, das sich auf die eigenen Wurzeln besinnt, anstatt blindlings ausgetretene Klischees zu kopieren. Eigenwillig, aber gerade deswegen auch sehr sehenswert.


Als eine Gruppe verdrogter Jugendlicher feststellt, weder Dope noch Kohle zur Verfügung zu haben, beschließt sie, in ein chemisches Labor einzubrechen, zu dem einer von ihnen als Praktikant einen Zugang hat. Dabei setzen sie allerdings eine giftige Substanz frei und sie flüchten in das Haus eines alten Mannes, der meint, in einem Dachbalken die furchterregende "schwarze Spinne" gefangen zu halten, was die jungen Menschen für eine Spinnerei halten.

Die Spinne kam einst auf die Welt, als die schöne Christine im Emmental versuchte, den Teufel zu verprellen: Um die Bauern vor den unmöglichen Forderungen eines grausamen Ritters zu retten, ging sie mit dem Gehörnten einen Pakt ein, aber hielt ihn nicht. So wuchs eine Spinne aus ihrem Gesicht, deren Gift bald das ganze Dorf dahinraffte...

Diese durchaus brauchbare Adaption von Jeremias Gotthelfs Novelle verschwand relativ bald von der Bildfläche, trotz (oder gerade wegen?) Filmmusik von YELLO. Als Rheinländer hatte ich Schwierigkeiten, den größtenteils im Dialekt gesprochenen Dialogen zu folgen, aber immerhin sprechen Christine, der grausame Ritter und der Teufel halbwegs hochdeutsch. Was freilich auch ein subtiler Seitenhieb der schwyzerdütschen Macher sein könnte.

Béatrice Kessler, wie sie irritiert durch das Grün der Wälder streift, erinnerte mich jedenfalls sehr an die Hauptfigur in Marie la louve, den ich letztes Jahr etwa zur selben Zeit gesehen habe. Auch die anderen Darsteller sind nicht verkehrt, und gegen die Transponierung der Rahmenhandlung in die Gegenwart kann man auch nichts haben. Ein weiteres schönes Beispiel europäischen Genrekinos, das sich auf die eigenen Wurzeln besinnt, anstatt blindlings ausgetretene Klischees zu kopieren. Eigenwillig, aber gerade deswegen auch sehr sehenswert.

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Sonntag, 28. Dezember 2014
El poder de las tinieblas
hypnosemaschinen, 20:11h
Argentinien 1979, Regie: Mario Sábato

Fernando wird immer wieder von einem Freund aus Kindheitstagen genervt, der davon überzeugt ist, daß die in Buenos Aires immer zahlreicher erscheinenden Blinden die eigentlichen Herrscher der Welt sind. Er kann seinen alten Bekannten zwar erfolgreich abwimmeln, hat aber bald auch Alpträume, in denen blinde Menschen einen finsteren Plan verfolgen. Als sein Freund dann unter rätselhaften Umständen stirbt, ist Fernando selbst von der Verschwörung überzeugt...

Regisseur Mario Sábato ist der Sohn des Autors Ernesto Sábato und verfilmte hiermit einen Teil dessen als wichtiges Werk der argentinischen Literatur des 20. Jahrhunderts geltenden Romans "Sobre héroes y tumbas", der 1961 erschien. Ironischerweise erblindete der 2011 fast 100jährig verstorbene Autor - wie auch sein Landsmann Borges - im Alter selbst, was der Geschichte noch einen zusätzlich merkwürdigen Touch verabreicht - man fragt sich dann auch unwillkürlich, warum das Motiv einer blinden Bedrohung in der spanischen und portugiesischen Kultur so weit verbreitet ist - man denke etwa an José Saramogas "Stadt der Blinden" oder auch an Horrorfilme wie Último deseo.

Der Adaption - dessen Originaltitel man nicht mit dem spanischen Der Exorzist und die Kindhexe verwechseln sollte - sieht man an, daß sie zur Entstehungszeit durchaus ein großbudgetiertes Prestige-Objekt war, welches das beste der argentinischen Kultur transportieren sollte - so sind einige Kamerafahrten über die Dächer von Buenos Aires sehr beeindruckend ausgefallen.

Im Nachhinein wurde der Film aber eher vergessen, was damit zusammenhängen mag, daß er nur einen Teil der literarischen Vorlage - für die sich John Malkovich mittlerweile die Rechte gesichert hat - umgesetzt hat. Ein Problem ist wohl auch der Hauptdarsteller, dessen Mimik so überzogen wirkt, als wäre er Teil eines Stummfilms. Was aber nichts daran ändert, daß wir es hier - gerade aufgrund des abseitigen Plots - mit einem äußerst ungewöhnlichen und faszinierendem Film zu tun haben.




Fernando wird immer wieder von einem Freund aus Kindheitstagen genervt, der davon überzeugt ist, daß die in Buenos Aires immer zahlreicher erscheinenden Blinden die eigentlichen Herrscher der Welt sind. Er kann seinen alten Bekannten zwar erfolgreich abwimmeln, hat aber bald auch Alpträume, in denen blinde Menschen einen finsteren Plan verfolgen. Als sein Freund dann unter rätselhaften Umständen stirbt, ist Fernando selbst von der Verschwörung überzeugt...

Regisseur Mario Sábato ist der Sohn des Autors Ernesto Sábato und verfilmte hiermit einen Teil dessen als wichtiges Werk der argentinischen Literatur des 20. Jahrhunderts geltenden Romans "Sobre héroes y tumbas", der 1961 erschien. Ironischerweise erblindete der 2011 fast 100jährig verstorbene Autor - wie auch sein Landsmann Borges - im Alter selbst, was der Geschichte noch einen zusätzlich merkwürdigen Touch verabreicht - man fragt sich dann auch unwillkürlich, warum das Motiv einer blinden Bedrohung in der spanischen und portugiesischen Kultur so weit verbreitet ist - man denke etwa an José Saramogas "Stadt der Blinden" oder auch an Horrorfilme wie Último deseo.

Der Adaption - dessen Originaltitel man nicht mit dem spanischen Der Exorzist und die Kindhexe verwechseln sollte - sieht man an, daß sie zur Entstehungszeit durchaus ein großbudgetiertes Prestige-Objekt war, welches das beste der argentinischen Kultur transportieren sollte - so sind einige Kamerafahrten über die Dächer von Buenos Aires sehr beeindruckend ausgefallen.

Im Nachhinein wurde der Film aber eher vergessen, was damit zusammenhängen mag, daß er nur einen Teil der literarischen Vorlage - für die sich John Malkovich mittlerweile die Rechte gesichert hat - umgesetzt hat. Ein Problem ist wohl auch der Hauptdarsteller, dessen Mimik so überzogen wirkt, als wäre er Teil eines Stummfilms. Was aber nichts daran ändert, daß wir es hier - gerade aufgrund des abseitigen Plots - mit einem äußerst ungewöhnlichen und faszinierendem Film zu tun haben.



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