Samstag, 13. Oktober 2012
Alfred Bester: Die Hölle ist ewig
Wie aus vorherigen Einträgen ersichtlich sein sollte, bin ich hauptsächlich ein Freund der unheimlichen phantastischen Literatur, dann und wann greife ich aber auch mal zu einem Kriminalroman oder Science-Fiction. Unter meinen persönlichen Favoriten der SF-Autoren ist Philip K. Dick die Nummer eins, aber auch John Wyndham und einige Sachen von Stanislaw Lem mag ich sehr gerne. Alfred Bester kannte ich bislang nur vom Hörensagen, irgendwann nahm ich mir mal diesen Band aus Suhrkamps Phantastischer Bibliothek vom Grabbeltisch mit, um ihn bei den Zugfahrten zum diesjährigen Fantasy Filmfest auch endlich mal zu lesen. Bei der längeren Titelgeschichte handelt es sich um ein Frühwerk des Autoren, bei der deutlich noch seine Vorbilder und das ein oder andere stilistische Klischee in Erscheinung treten, die Geschichte um eine Gruppe von Satanisten, die in London während des 2. Weltkriegs einen Pakt mit Satan eingehen ist auch eher eine Horror-Groteske als Science-Fiction, liest sich aber durchaus amüsant. Die folgenden Erzählungen sind aber besser: Auch hier spielt Humor eine große Rolle und es werden klassische Science-Fiction-Motive wie die Zeitreise originell variiert. Abgerundet wird der Band durch einen sympathisch selbstironischen Essay des Autors über seine Beziehung zur Science-Fiction und seinen Werdegang als Schriftsteller. Eine äußerst runde Sache, von der mir "Die Zeit ist der Verräter" und "Die Männer, die Mohammed ermordeten" (von 1964, passender Zeitpunkt, sie gerade jetzt zu lesen) am besten gefallen haben.

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