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Dienstag, 20. Juli 2010
Henry S. Whitehead: Der Zombie
hypnosemaschinen, 01:29h
Als es noch kein ebay oder Amazon Marketplace gab, (und als ich auch noch studieren konnte und nicht arbeiten mußte) habe ich viel Zeit beim Durchwühlen von Grabbelkisten und modernen Antiquariaten verbracht. Dabei schleppte ich meist mehr Bücher nach Hause, als ich lesen konnte. Immerhin kann ich jetzt noch von den damals getätigten Schnäppchen zehren. Fand ich Bände aus Suhrkamps "Phantastischer Bibliothek", die ich noch nicht hatte, wußte ich aus Erfahrung, daß man damit nicht viel falsch machen konnte. Den vorliegenden Band habe ich irgendwann Anfang der 90er mal mitgenommen, und erst jetzt gelesen, einerseits ist die Reihe ja mittlerweile leider ausgelaufen, und ich hebe mir noch ein paar Schätzchen auf, andererseits hatte ich damals die Titelerzählung in einer Anthologie gelesen und fand sie nicht so gelungen, um gleich mehr vom Autoren lesen zu wollen. Diesmal gefiel sie mir besser, ich würde aber auch sagen, daß es sich um die schwächste Erzählung der Sammlung handelt. Viel mehr mundet da doch die bizarre Grundidee von "Cassius", der fast schon episch zu nennende Seemansgarn "Der Henkerstrick wird siebenmal geschlungen" sowie die irrwitzige Geschichte um "Williamson". So auch die meisten Erzählungen auf den westindischen Inseln spielen und die dortigen Mythen im Vordergrund stehen, kann man sich bei dieser Auswahl nicht über mangelnde Abwechslung beschweren. Whitehead veröffentlichte seine Erzählungen etwa zur gleichen Zeit wie Lovecraft die seinigen in "Weird Tales", steht aber deutlicher in der Tradition britischer Vorbilder, Algernon Blackwood wird sogar namentlich erwähnt. Die Klasse von dessen besten Erzählungen erreicht Whitehead nicht, seine Texte sind aber durchaus lesenswerte Beispiele aus der Übergangsperiode der Geistergeschichte zur Horrorgeschichte.
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Sonntag, 18. Juli 2010
Moonlight Boy
hypnosemaschinen, 00:58h
Yue guang shao wian, Taiwan 1993, Regie: Wie-Yen Yu

Der Junge Xiau Feng rennt durch das nächtliche Taipei und versucht, Kontakt mit seiner Schwester aufzunehmen, diese scheint ihn jedoch gar nicht wahrzunehmen. Feng ist sich auch gar nicht sicher, ob diese Begegnungen tatsächlich stattgefunden haben, oder nicht nur ein Traum gewesen sind, wacht er doch immer wieder in einer einsamen Höhle in der Gesellschaft eines alten Mannes auf...

Einige Jahre bevor das westliche Kino mit Filmen wie The Sixth Sense oder The Others den Geisterfilm wiederentdeckte und mit der Erzählperspektive spielte, erschien dieser bemerkenswerte invertierte Geisterfilm. Die Inversion, die sich daraus ableitet, daß wir die Geschichte aus der Perspektive des Geistes erleben, ist allerdings dermaßen konsequent, daß von den herkömmlichen Geisterfilm-Merkmalen kaum etwas vorzufinden ist. Nur in einigen wenigen Sequenzen wird eine unheimliche Atmosphäre aufgebaut, ansonsten fragt sich der Zuschauer analog zur Titelfigur: Was von dem Gesehenem ist nur ein Traum, was ist Realität, was ist Erinnerung?

Wie bei den Häuten einer Zwiebel schält sich die ganze Wahrheit nur langsam heraus und offenbart eine tragische Familiengeschichte, die zu gleichen Teilen traurig und wunderschön ist. Formal ist der Film ebenfalls ohne Makel: Zu den fabelhaften Bildkompositionen gesellen sich gar einige animierte Sequenzen, die so außergewöhnlich und unerwartet eingebunden werden, daß man nur noch ungläubig auf den Bildschirm starrt.


Der Junge Xiau Feng rennt durch das nächtliche Taipei und versucht, Kontakt mit seiner Schwester aufzunehmen, diese scheint ihn jedoch gar nicht wahrzunehmen. Feng ist sich auch gar nicht sicher, ob diese Begegnungen tatsächlich stattgefunden haben, oder nicht nur ein Traum gewesen sind, wacht er doch immer wieder in einer einsamen Höhle in der Gesellschaft eines alten Mannes auf...

Einige Jahre bevor das westliche Kino mit Filmen wie The Sixth Sense oder The Others den Geisterfilm wiederentdeckte und mit der Erzählperspektive spielte, erschien dieser bemerkenswerte invertierte Geisterfilm. Die Inversion, die sich daraus ableitet, daß wir die Geschichte aus der Perspektive des Geistes erleben, ist allerdings dermaßen konsequent, daß von den herkömmlichen Geisterfilm-Merkmalen kaum etwas vorzufinden ist. Nur in einigen wenigen Sequenzen wird eine unheimliche Atmosphäre aufgebaut, ansonsten fragt sich der Zuschauer analog zur Titelfigur: Was von dem Gesehenem ist nur ein Traum, was ist Realität, was ist Erinnerung?

Wie bei den Häuten einer Zwiebel schält sich die ganze Wahrheit nur langsam heraus und offenbart eine tragische Familiengeschichte, die zu gleichen Teilen traurig und wunderschön ist. Formal ist der Film ebenfalls ohne Makel: Zu den fabelhaften Bildkompositionen gesellen sich gar einige animierte Sequenzen, die so außergewöhnlich und unerwartet eingebunden werden, daß man nur noch ungläubig auf den Bildschirm starrt.

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Freitag, 16. Juli 2010
Man lernt nie aus
hypnosemaschinen, 19:52h
Eher zufällig mitbekommen, daß die eindrucksvolle Titelmelodie der Fernsehversion der besten Science Fiction-Trilogie aller Zeiten um den britischen Wissenschaftler Bernard Quatermass (OK, es gab einen vierten Teil, aber der zählt nicht so richtig) gar keine Originalkomposition war, sondern aus Gustav Holsts "Die Planeten"-Suite stammt, genauer gesagt Op. 32: Mars, The Bringer of War. Ist aber auch ein geiles Stück Musik. Für die Fernsehserie wurde der Ausschnitt verwendet, der hier ab ca. 5:49 beginnt.
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