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Donnerstag, 23. September 2010
Diva Scarlet @ Vereinshoes Vaals, 22.9.2010
hypnosemaschinen, 01:42h
Spontane Aktion! Wird in meinem Alter auch immer seltener. Gerade unter der Woche liege ich meistens lieber auf der Couch und schau Filme, dabei nicht selten einschlafend. Nun begab es sich aber, daß ich bei Sonny Vincent im HQ ein Plakat hängen sah, auf dem recht steril von einem Studiofotografen abgelichtet vier hübsche junge Damen aus Italien abgebildet waren und ich dachte mir: "Dieses Poster sagt ja überhaupt nichts darüber aus, was die für Musik machen - das kann ja alles mögliche sein!" Auch wenn ich mich sonst an nicht mehr viel von diesem Abend erinnere, habe ich wohl am nächsten Tag via youtube weitere Nachforschungen angestellt und stieß auf den Ohrwurm "Souvenir". Aha, Indie-Rock mit Punk-Einschlag also, und gar nicht mal schlecht. Da ich schon lange nicht mehr auf einem Konzert in Holland war, von der dortigen Kneipenkultur außer der Sache mit dem Bierschaum-Spachtel aber sehr angetan bin, setzte ich mich also in den Bus Richtung Nachbarstädtchen.
Im Vereinshoes angekommen, suchte ich erstmal die Bühne, nein, hier in der Kneipe ist sie nicht, vielleicht die Tür links? Nein, das ist das Klo. Dann also die Treppe hoch - geht die Tür auf? Ja, und da stehen Schlagzeug und Verstärker, aber kein Mensch weit und breit, außer der Sängerin, die plötzlich aus der Backstage kommt und sich ein wenig erschrickt. Dann doch erstmal zur Theke, wegen Bier. Zwei Brand später geht es dann los, im Konzertraum mit Sitzgelegenheiten, Tischen und Barhockern sammeln sich so ca. 15 Leute, die sich fast alle aus der Stammkundschaft der Kneipe zu frequentieren scheinen und den Eindruck machen, sonst hauptsächlich auf Konzerte von Stones-Coverbands oder erdigen Bluesrockern zu gehen. Fast alle sitzen, kaum einer steht. Wäre da nicht ein junger Typ mit Punkrockshirt und Brille, wäre ich bei diesem Konzert wohl ausnahmsweise mal der Jüngste gewesen statt einer der Ältesten. Es sind aber alle freundlich und gut gelaunt und es hat schon einen gewissen Charme.
Den haben die Italienerinnen erst recht: Statt von der Situation irgendwie irritiert oder angepisst zu sein, grinsen sie ständig einander an und spielen präzise und energisch ein recht langes Set. Einige der härteren Nummern sind absolut großartig, die zahlreichen ruhigeren Songs erinnern allerdings an den Alternative-Rock-Sound Mitte der 90er, der mir damals reichlich fade wurde, weil einfach zuviele Bands gleich klangen. Mit den italienischen Texten bekam das Ganze allerdings eine durchaus eigene Note und gerade diese dürften wohl auch ausschlaggebend dafür sein, daß die Band international nicht wirklich bekannt ist und wohl auch Schwierigkeiten haben wird, es je zu werden, obwohl das musikalische Potential auf jeden Fall vorhanden ist. Das scheint den jungen Damen aber sowohl bewußt als auch scheißegal zu sein: Sie machen halt das, was ihnen gefällt und haben Spaß daran, auch wenn nur 15 Frührentner kommen. Grazie, ragazze! Und den Ohrwurm gebe ich gerne weiter:
Im Vereinshoes angekommen, suchte ich erstmal die Bühne, nein, hier in der Kneipe ist sie nicht, vielleicht die Tür links? Nein, das ist das Klo. Dann also die Treppe hoch - geht die Tür auf? Ja, und da stehen Schlagzeug und Verstärker, aber kein Mensch weit und breit, außer der Sängerin, die plötzlich aus der Backstage kommt und sich ein wenig erschrickt. Dann doch erstmal zur Theke, wegen Bier. Zwei Brand später geht es dann los, im Konzertraum mit Sitzgelegenheiten, Tischen und Barhockern sammeln sich so ca. 15 Leute, die sich fast alle aus der Stammkundschaft der Kneipe zu frequentieren scheinen und den Eindruck machen, sonst hauptsächlich auf Konzerte von Stones-Coverbands oder erdigen Bluesrockern zu gehen. Fast alle sitzen, kaum einer steht. Wäre da nicht ein junger Typ mit Punkrockshirt und Brille, wäre ich bei diesem Konzert wohl ausnahmsweise mal der Jüngste gewesen statt einer der Ältesten. Es sind aber alle freundlich und gut gelaunt und es hat schon einen gewissen Charme.
Den haben die Italienerinnen erst recht: Statt von der Situation irgendwie irritiert oder angepisst zu sein, grinsen sie ständig einander an und spielen präzise und energisch ein recht langes Set. Einige der härteren Nummern sind absolut großartig, die zahlreichen ruhigeren Songs erinnern allerdings an den Alternative-Rock-Sound Mitte der 90er, der mir damals reichlich fade wurde, weil einfach zuviele Bands gleich klangen. Mit den italienischen Texten bekam das Ganze allerdings eine durchaus eigene Note und gerade diese dürften wohl auch ausschlaggebend dafür sein, daß die Band international nicht wirklich bekannt ist und wohl auch Schwierigkeiten haben wird, es je zu werden, obwohl das musikalische Potential auf jeden Fall vorhanden ist. Das scheint den jungen Damen aber sowohl bewußt als auch scheißegal zu sein: Sie machen halt das, was ihnen gefällt und haben Spaß daran, auch wenn nur 15 Frührentner kommen. Grazie, ragazze! Und den Ohrwurm gebe ich gerne weiter:
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Sonntag, 19. September 2010
Lyumi
hypnosemaschinen, 23:58h
Sowjetunion 1991, Regie: Vladimir Bragin

Eine recht eigenwillige Variation der Rotkäppchen-Geschichte: Während der Wissenschaftler und Schriftsteller Gumpert einen „Lyumi“ – einen Wolf in Menschenkleidern – durch das Land verfolgt, gerät er in die Waldhütte seines Freundes Janis, dessen schöne Frau Inga viel Gefallen an dem Wolfsexperten findet. Dann ist da noch ihre Tochter Marianna, die mit einem roten Mützchen zur alten Tante Esther geschickt wird...

Handwerklich durchaus beachtenswerter Gruselfilm, der allerdings zum Ende hin die stets mitschwingende Ironie sehr in den Vordergrund stellt. Einige der eingestreuten humoristischen Elemente geben allerdings gute Titel für Kurzgeschichten ab: Der Dichter, der seine Frau mit einer Schillerbüste erschlagen wollte. Der Soldat mit der Wassermelone. Geschickterweise wird das Monster selbst nie richtig gezeigt, was wohl am limitierten Budget gelegen haben mag. Der Film gibt sich jedenfalls viel Mühe, eine eigentümliche Atmosphäre zu schaffen und auch die Figuren sind liebevoll ausgearbeitet. Wie der bereits erwähnte Zirneklis eine interessante Angelegenheit aus der Gegend, die später dann Lettland hieß.


Eine recht eigenwillige Variation der Rotkäppchen-Geschichte: Während der Wissenschaftler und Schriftsteller Gumpert einen „Lyumi“ – einen Wolf in Menschenkleidern – durch das Land verfolgt, gerät er in die Waldhütte seines Freundes Janis, dessen schöne Frau Inga viel Gefallen an dem Wolfsexperten findet. Dann ist da noch ihre Tochter Marianna, die mit einem roten Mützchen zur alten Tante Esther geschickt wird...

Handwerklich durchaus beachtenswerter Gruselfilm, der allerdings zum Ende hin die stets mitschwingende Ironie sehr in den Vordergrund stellt. Einige der eingestreuten humoristischen Elemente geben allerdings gute Titel für Kurzgeschichten ab: Der Dichter, der seine Frau mit einer Schillerbüste erschlagen wollte. Der Soldat mit der Wassermelone. Geschickterweise wird das Monster selbst nie richtig gezeigt, was wohl am limitierten Budget gelegen haben mag. Der Film gibt sich jedenfalls viel Mühe, eine eigentümliche Atmosphäre zu schaffen und auch die Figuren sind liebevoll ausgearbeitet. Wie der bereits erwähnte Zirneklis eine interessante Angelegenheit aus der Gegend, die später dann Lettland hieß.

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Sonntag, 19. September 2010
Sonny Vincent @ Hauptquartier Aachen, 17.9.2010
hypnosemaschinen, 00:25h
Fein, einer der Punkrocker der ersten Stunde ist wieder in der Stadt! Sonny Vincent wurde mit seinen Bands wie den TESTORS oder SHOTGUN RATIONALE nie richtig berühmt, was ihn aber nicht davon abhält, seit 1976 auf der ganzen Welt seine Version von dreckigem Rock'n'Roll in kleine Spelunken zu tragen. Bei meiner Ankunft im HQ irritierte mich allerdings zunächst das Bühnenbild. Da fehlt doch was? Wo ist denn das Schlagzeug? Eine Rückfrage bei Soundmann par excellence Ramon ergab, daß Bassist und Schlagzeuger wohl noch unterwegs sind. Weitere Recherchen führten zu der Erkenntnis, daß sie wohl in der Nähe von Hannover in einem Stau stecken. Tja, das konnte dann wohl noch was dauern mit dem Konzertbeginn. Was macht man wohl in so einer Situation, begleitet von zwei durstigen Bandkollegen? Richtig, erst mal ordentlich was saufen. Zwischen dem Trinken unterhält man sich mit anderen Leuten im Publikum - ziemlich viele Leute von außerhalb, eine Kleinfamilie war extra aus Brüssel angereist - und holt sich auf dem Pissoir den aktuellen Stand über den Verbleib der fehlenden Musiker ab. ("Sind jetzt bei Köln." "Waren gerade an Düren vorbeigefahren.") So etwa gegen Mitternacht tauchten sie dann auch tatsächlich in der Promenadenstraße auf. Ich war aber schon so dicht, daß ich mich an das Konzert nur noch sehr bruchstückhaft erinnern kann. War aber, glaube ich, verdammt geil. Henk war auch wieder vor Ort, und vielleicht kann man auf seinem Youtube-Channel in ein paar Stunden/Tagen auch einen Clip sehen, der das bestätigt.
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