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Dienstag, 1. November 2011
Dark Souls
hypnosemaschinen, 23:36h
Mørke sjeler, Norwegen/Frankreich 2010, Regie: César Ducasse / Mathieu Peteul

Der Musiklehrer Morten staunt nicht schlecht, als ihn die Polizei anruft und ihm mitteilt, seine Tochter Johanna sei brutal ermordet worden - ob er den Leichnam identifizieren könnte. Johanna ist nämlich gerade nach Hause gekommen und sitzt vor dem Computer. Allerdings macht sie einen apathischen Eindruck und übergibt bald Unmengen einer öligen schwarzen Flüssigkeit. Die Ärzte stehen ebenso vor einem Rätsel wie die Polizei, gibt es doch bald zahlreiche ähnliche Fälle, in denen die Opfer brutal überfallen werden, mit einer Bohrmaschine ein Loch in den Schädel gebohrt bekommen, und trotz klinischen Todes immer wiederkommen, im selben Zustand wie Johanna...

Oha! Als ich die Plotbeschreibung las, dachte ich: Das klingt ja durchaus originell und interessant und glücklicherweise bleibt der Film das auch über seine gesamte Laufzeit. Er erzählt gleich zwei Geschichten: Einen Horrorthriller über die Suche nach dem bizarren Serientäter, aber auch ein Drama über die bedingungslose Liebe Mortens zu seiner Tochter trotz ihres bedauernswerten Zustands.

Die zum Ende hin etwas zunehmenden humoristischen Elemente wollen nicht so ganz zu dem tragischen Handlungsfaden passen, auch einige konventionelle Szenen, die an Zombiefilme (welche mir gerade mal wieder zu den Ohren herauskommen) erinnern, stören ein wenig, aber einem anderen eindeutigen Vorbild, dem japanischen Geisterfilm, wird sogar mit einem direkten Zitat aus Kobayashis wundervollem Klassiker Kwaidan Tribut gezollt, und darüber kann man sich freuen. Wie grundsätzlich über den Umstand, daß auch heute noch Horrorfilme entstehen können, die nicht nur durch unheimliche und unbehagliche Szenen punkten können, sondern auch durch eine ideenreiche Story, die zwar bekannte Elemente aufgreift (u.a. auch noch aus dem britischen Paranoia-Klassiker Quatermass 2) diese aber geschickt neu verbinden. Empfehlung!

Der Musiklehrer Morten staunt nicht schlecht, als ihn die Polizei anruft und ihm mitteilt, seine Tochter Johanna sei brutal ermordet worden - ob er den Leichnam identifizieren könnte. Johanna ist nämlich gerade nach Hause gekommen und sitzt vor dem Computer. Allerdings macht sie einen apathischen Eindruck und übergibt bald Unmengen einer öligen schwarzen Flüssigkeit. Die Ärzte stehen ebenso vor einem Rätsel wie die Polizei, gibt es doch bald zahlreiche ähnliche Fälle, in denen die Opfer brutal überfallen werden, mit einer Bohrmaschine ein Loch in den Schädel gebohrt bekommen, und trotz klinischen Todes immer wiederkommen, im selben Zustand wie Johanna...

Oha! Als ich die Plotbeschreibung las, dachte ich: Das klingt ja durchaus originell und interessant und glücklicherweise bleibt der Film das auch über seine gesamte Laufzeit. Er erzählt gleich zwei Geschichten: Einen Horrorthriller über die Suche nach dem bizarren Serientäter, aber auch ein Drama über die bedingungslose Liebe Mortens zu seiner Tochter trotz ihres bedauernswerten Zustands.

Die zum Ende hin etwas zunehmenden humoristischen Elemente wollen nicht so ganz zu dem tragischen Handlungsfaden passen, auch einige konventionelle Szenen, die an Zombiefilme (welche mir gerade mal wieder zu den Ohren herauskommen) erinnern, stören ein wenig, aber einem anderen eindeutigen Vorbild, dem japanischen Geisterfilm, wird sogar mit einem direkten Zitat aus Kobayashis wundervollem Klassiker Kwaidan Tribut gezollt, und darüber kann man sich freuen. Wie grundsätzlich über den Umstand, daß auch heute noch Horrorfilme entstehen können, die nicht nur durch unheimliche und unbehagliche Szenen punkten können, sondern auch durch eine ideenreiche Story, die zwar bekannte Elemente aufgreift (u.a. auch noch aus dem britischen Paranoia-Klassiker Quatermass 2) diese aber geschickt neu verbinden. Empfehlung!
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Sonntag, 30. Oktober 2011
Sensitività
hypnosemaschinen, 18:30h
The House by the Edge of the Lake, Italien/Spanien 1979, Regie: Enzo G. Castellari

Die junge Lilian kehrt zurück an den Ort, an dem vor vielne Jahren ihre Mutter auf mysteriöse Art und Weise starb. Sie möchte die lokalen Legenden studieren, ist aber nicht besonders gern im Ort gesehen. Es dauert auch nicht lange, bis es die ersten merkwürdigen Zwischenfälle gibt...

Hmm, Castellari auf dem Regiestuhl, die bezaubernde Leonora Fani aus u.a. Pensione Paura in der Hauptrolle und Musik von den De Angelis-Brüdern, da kann nicht viel schief gehen, dachte ich...für ca. 10 Minuten. Denn in Sachen Drehbuch und Schnitt ist hier wohl so einiges schief gelaufen. Willkürlich werden Horrorszenen eingefügt, die im Zusammenhang mit dem Rest der Geschichte kaum Sinn ergeben, wie ein maskierter Axtmörder, der Lilian verfolgt, dann aber doch wieder von ihr abläßt und in der anschließenden Szene von der Protagonistin auch wieder vollkommen vergessen wird. Nervig auch eingeschobene Großaufnahmen von Grabsteinen, zu denen die Musik laut krawummst, die aber sonst nichts zum Film beizutragen haben, außer das Aufkommen einer brauchbaren Atmosphäre zu verhinden. Ein paar nette Ideen hat der Film schon: Etwa die Verfolgungsjagd während einer bizarren Karnevalsparade oder der Umstand, daß Lilian beim sexuellen Höhepunkt schlagartig in einen scheintoten Zustand übergeht. Das ungemein bescheuerte Finale (SPOILER: Erst gibt es einen Catfight, bei dem sich die Beteiligten die Klamotten vom Leib reißen, dann geht eine aus dem See ragende blutige Hand in Flammen auf!?) versaut aber auch wieder die Wirkung der einzelnen gelungenen Szenen. Wie gesagt: Hier ist irgendwas gewaltig schief gelaufen.


Die junge Lilian kehrt zurück an den Ort, an dem vor vielne Jahren ihre Mutter auf mysteriöse Art und Weise starb. Sie möchte die lokalen Legenden studieren, ist aber nicht besonders gern im Ort gesehen. Es dauert auch nicht lange, bis es die ersten merkwürdigen Zwischenfälle gibt...

Hmm, Castellari auf dem Regiestuhl, die bezaubernde Leonora Fani aus u.a. Pensione Paura in der Hauptrolle und Musik von den De Angelis-Brüdern, da kann nicht viel schief gehen, dachte ich...für ca. 10 Minuten. Denn in Sachen Drehbuch und Schnitt ist hier wohl so einiges schief gelaufen. Willkürlich werden Horrorszenen eingefügt, die im Zusammenhang mit dem Rest der Geschichte kaum Sinn ergeben, wie ein maskierter Axtmörder, der Lilian verfolgt, dann aber doch wieder von ihr abläßt und in der anschließenden Szene von der Protagonistin auch wieder vollkommen vergessen wird. Nervig auch eingeschobene Großaufnahmen von Grabsteinen, zu denen die Musik laut krawummst, die aber sonst nichts zum Film beizutragen haben, außer das Aufkommen einer brauchbaren Atmosphäre zu verhinden. Ein paar nette Ideen hat der Film schon: Etwa die Verfolgungsjagd während einer bizarren Karnevalsparade oder der Umstand, daß Lilian beim sexuellen Höhepunkt schlagartig in einen scheintoten Zustand übergeht. Das ungemein bescheuerte Finale (SPOILER: Erst gibt es einen Catfight, bei dem sich die Beteiligten die Klamotten vom Leib reißen, dann geht eine aus dem See ragende blutige Hand in Flammen auf!?) versaut aber auch wieder die Wirkung der einzelnen gelungenen Szenen. Wie gesagt: Hier ist irgendwas gewaltig schief gelaufen.

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Montag, 24. Oktober 2011
Un bianco vestito per Marialé
hypnosemaschinen, 01:04h
A White Dress for Mariale / Spirits of Death, Italien 1972, Regie: Romano Scavolini

Als junges Mädchen muß Marialé mit ansehen, wie ihr Vater die fremdgehende Mutter erschießt und sich anschließend selbst tötet. Dieses Ereignis schlägt sich in der Psyche der jungen Frau nieder, und so wird sie 30 Jahre später von ihrem reichen Ehemann "zu ihrem eigenem Schutz" wie eine Gefangene gehalten und unter Medikamente gesetzt. Sehr zum Mißfallen ihres Gatten gelingt es ihr aber, heimlich zahlreiche Freunde auf ihren pompösen Landsitz einzuladen. Es dauert aber nicht lange, bis merkwürdige Ereignisse und Todesfälle stattfinden...

Regisseur Scavolinis bekanntester Film ist der hierzulande beschlagnahmte, äußerst ruppige und verstörend unschöne NIGHTMARES IN A DAMAGED BRAIN, seine früheren Filme gerieten darüber etwas in Vergessenheit, was auch an ihrer eher schwierigen Verfügbarkeit liegen mag. Dieser Film bietet aber alles, was ich am italienischen Kino der 70er mag: Ein wundervoller Score, tolle Kamera-Arbeit vom Regisseur selbst und gern gesehene Darsteller wie Evelyn Stewart, Luigi Pistilli und Ivan Rassimov.

Der Film hängt zwar in der Mitte ein wenig durch und bringt die Geschichte nicht wirklich voran, was ihn aber auf jeden Fall sehenswert macht, sind mehrere wahrlich meisterhafte Sequenzen: Da ist einmal der Prolog, der eine tragische Bluttat in eine romantisch-idyllische Umgebung versetzt, dann die Szene, in der die Besucher im Keller des Landsitzes auf ein Panoptikum seltsamer, mit altertümlicher Kleidung und Tieraugen ausgestatter Puppen stoßen (siehe Screenshots) und schließlich eine Orgiensequenz, zu der gar prächtig psychedelische Beatmusik dröhnt. Absolute Empfehlung!

Als junges Mädchen muß Marialé mit ansehen, wie ihr Vater die fremdgehende Mutter erschießt und sich anschließend selbst tötet. Dieses Ereignis schlägt sich in der Psyche der jungen Frau nieder, und so wird sie 30 Jahre später von ihrem reichen Ehemann "zu ihrem eigenem Schutz" wie eine Gefangene gehalten und unter Medikamente gesetzt. Sehr zum Mißfallen ihres Gatten gelingt es ihr aber, heimlich zahlreiche Freunde auf ihren pompösen Landsitz einzuladen. Es dauert aber nicht lange, bis merkwürdige Ereignisse und Todesfälle stattfinden...

Regisseur Scavolinis bekanntester Film ist der hierzulande beschlagnahmte, äußerst ruppige und verstörend unschöne NIGHTMARES IN A DAMAGED BRAIN, seine früheren Filme gerieten darüber etwas in Vergessenheit, was auch an ihrer eher schwierigen Verfügbarkeit liegen mag. Dieser Film bietet aber alles, was ich am italienischen Kino der 70er mag: Ein wundervoller Score, tolle Kamera-Arbeit vom Regisseur selbst und gern gesehene Darsteller wie Evelyn Stewart, Luigi Pistilli und Ivan Rassimov.

Der Film hängt zwar in der Mitte ein wenig durch und bringt die Geschichte nicht wirklich voran, was ihn aber auf jeden Fall sehenswert macht, sind mehrere wahrlich meisterhafte Sequenzen: Da ist einmal der Prolog, der eine tragische Bluttat in eine romantisch-idyllische Umgebung versetzt, dann die Szene, in der die Besucher im Keller des Landsitzes auf ein Panoptikum seltsamer, mit altertümlicher Kleidung und Tieraugen ausgestatter Puppen stoßen (siehe Screenshots) und schließlich eine Orgiensequenz, zu der gar prächtig psychedelische Beatmusik dröhnt. Absolute Empfehlung!
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