Sonntag, 12. September 2010
The Afterman
Belgien 1985, Regie: Rob Van Eyck



Ein Mann sitzt in einem Zimmer, überwacht mehrere Computer und schaut dokumentarisches Footage aus dem zweiten Weltkrieg. Dann und wann geht er auch mal in den Kühlraum, um die dort aufbewahrte Leiche seiner Geliebten zu begatten, trotz zunehmenden Madenbefalls. Plötzlich verkünden die Computer die Notwendigkeit der Evakuierung und der Mann erwacht in einem unwirtlichen Steinbruch. Die Freude, dort auch andere Überlebende vorzufinden, ist nur von kurzer Dauer, wird er von diesen doch anal vergewaltigt. Die Menschen sind Tiere geworden und folgen nur noch ihren Trieben, worunter vor allem die Frauen zu leiden haben, die größtenteils als Sexsklavinnen gehalten werden. Es gelingt unserem Protagonisten, eine dieser Sklavinnen zu befreien, und so ziehen sie zu zweit durch das zerstörte Land...



Was seltene und unbekannte Filme betrifft, gibt es so einige Abstufungen. Zum einen international vermarktete Genre-Kleinode, an die sich niemand mehr so richtig erinnert. Dann gibt es Filme, die nur in ihrem Herkunftsland aufgeführt und zur Kenntnis genommen wurden. Das letzte Level der Obskurität bieten Filme wie dieser hier, der zu seiner Entstehungszeit keinen Verleih fand und nirgendwo aufgeführt wurde, bis die Macher vor kurzer Zeit eine DVD veröffentlichten. Diese Produktion würde sich wohl auch heute noch schwer verkaufen lassen, passt die Mischung aus postapokalyptischen Drama, Sexploitation, beißender Sozialkritik, Splatter und Liebesfilm doch in keinerlei Schublade. Zudem wird hier gänzlich auf Dialoge verzichtet, der Mensch ist komplett zum Tier geworden und gibt in einer kalten, sterbenden Umgebung nur noch grunzende Laute von sich. Die Sexszenen sind teilweise etwas lang geraten und auch die häufigen Schwarzblenden nerven ein wenig, ansonsten ist dies aber ein höchst eigenwilliger und sehenswerter Film.

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