Dienstag, 27. April 2010
Alison's Birthday
Australien 1981 Regie: Ian Coughlan



Da sie lange genug quengeln, verbringt Alison (Mad Max seine Frau) ihren 19. Geburtstag bei Onkel und Tante, die sie einst aufgezogen haben, nachdem ihre leibliche Eltern bei einem Unfall gestorben waren. Zunächst ist der jungen Dame, die ihre Freizeit lieber mit ihrem Freund, dem DJ Pete verbringen würde, nur etwas langweilig bei der Verwandschaft, doch merkwürdige Ereignisse häufen sich. Zum einen ist da dieser immer wiederkehrende Alptraum von einer heidnischen Zeremonie, und dann stellt sie fest, was sich hinter dem Weg befindet, den sie als Kind nie entlanggehen durfte: Eine Nachbildung der Megalithen von Stonehenge!



Wenn der Film sich auch deutlich bei Rosemary's Baby und The Omen bedient, ohne an diese auch nur annähernd heranzureichen, so konnte er mir doch recht viel Freude bereiten. Das liegt zum einen am cleveren Drehbuch, das durchaus spannungsreich ein Puzzleteil der schrecklichen ganzen Wahrheit zum nächsten legt, zum anderen an mehreren gelungenen Sequenzen, wie zum Beispiel dem Mordversuch an DJ Pete durch mehrere befrackte Sargträger am hellichten Tag. Außerdem: Wie viele australische Filme über keltische Kulte gibt es schon? Das reicht mir als Alleinstellungsmerkmal schon vollkommen aus, zumal die kultischen Handlungen zuweilen auch an den alten Lovecraft erinnern. Und das Ende ist auch total super.

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Samstag, 24. April 2010
Traum von einer neuen Wohnung
Ich habe anscheinend eine neue Wohnung im Frankenberger Viertel, die eigentlich sehr schön ist, auch von der Lage her. Allerdings stelle ich zu spät fest, daß sich die Toilette in einer Art Schaufenster befindet, in welches man von der Straße und vom Bürgersteig aus reinschauen kann. Der Raum war mir vorher schon viel zu groß vorgekommen, weil nur die Toilette drinstand, sonst nichts, kein Waschbecken oder so was. Der erste Stuhlgang verläuft relativ unangenehm und ich nehme mir vor, Jalousien zu kaufen.

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Donnerstag, 22. April 2010
Nymph
Nang mai, Thailand 2009, Regie: Pen-Ek Ratanaruang



Die Ehe von Nop und May trocknet gerade ziemlich aus, als sie zum Zelten in den Wald fahren, damit er seinem Job als Naturfotograf nachkommen kann. Eines Tages kehrt Nop jedoch nicht von seinem Ausflug in die Wildnis zurück: Scheinbar hat er in der Natur irgendetwas gefunden, das ihn festhält...



Hmm, irgendwie schwierig die Handlung zusammenzufassen, einerseits müßte man eigentlich zu viel verraten, andererseits bleibt vieles in diesem Film bewußt ambivalent und offen, so daß sich jeder selbst einen Reim drauf machen kann, was genau hier vor sich geht. Schon bei der langen Plansequenz direkt zu Beginn des Films, bei der die Kamera langsam durch den Wald fährt dachte ich, Herr Ratanaruang begibt sich wohl jetzt auf die Pfade, die schon sein Landsmann Apichatpong Weerasethakul mit Blissfully yours und Tropical Malady betreten hat, die ultimative Dschungel-Atmosphäre zu erzeugen, aber schon schnell merkt man, daß der Blick hier auf eigentümliche Art und Weise verschoben ist: So findet am Bildrand eine Vergewaltigung statt, die aber schon bald aus dem Fokus verschwindet, und das, was man zuvor für eine Handkamera gehalten hat, erhebt sich plötzlich in die Vogelperspektive. Die Einheit von Mensch und Natur ist wohl ein wesentliches Thema des Films, aber auch Entfremdung, Tod und Metamorphose. Ja, auch übernatürliche Elemente und Geister kommen in diesem Film vor, trotz einiger unheimlicher Szenen ist das hier aber ganz und gar kein Horrorfilm, mehr ein elegisches Beziehungsdrama. Schön, daß Ratanaruang hier mal wieder etwas vollkommen anderes abliefert, bei Invisible Waves war ich ja etwas in Sorge, er wäre da steckengeblieben, wo er bei Last Life in the Universe aufgehört hatte. Aber bereits Ploy ging ja schon in eine andere Richtung und hat mit diesem Film das Beziehungsdrama gemein. Nang Mai ist noch ein ganzes Stück langsamer als die bisherigen Filme des Regisseurs, und wer Probleme mit langen Szenen hat, in denen nicht viel passiert (die Plansequenz zu Beginn bleibt nicht die Einzige) oder es nicht mag, sich die Bedeutung einzelner Handlungselemente selbst auszumalen, bleibt hier besser weg. Für die anderen gibt es einige prächtige Bilder und eine gerade durch ihr Understatement wundervoll mystisch aufgeladene Atmosphäre.

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