Donnerstag, 18. März 2010
Was geschah gestern?
Remember last night?, USA 1935, Regie: James Whale



In der New Yorker Upper Class weiß man zu feiern: Scheiß auf moralische Bedenken und dergleichen, Hauptsache, das Glas ist voll. Wenn man dann nach einer durchzechten Nacht die ein oder andere Leiche im Haus findet, reagiert man am besten damit, beim Frühstück direkt weiter zu saufen. Um die Aufklärung des Mordes kann sich ja der dicke Detektiv-Typ kümmern.



Wundervoll, auch wenn ich einige Witze nicht verstand. Mag an obsoleten Redewendungen oder zeitgenössischen Anspielungen liegen, die heutzutage nicht mehr so leicht zu rekonstruieren sind. Die Verweise an die Universal-Horrorfilme, seien sie von Whale selbst oder von Kollegen, sind freilich auch jetzt noch offensichtlich. Das Highlight ist sicherlich der Auftritt von Gustav von Seyffertitz mit seiner imposanten Hypnosemaschine - Hurra, endlich findet sich hier mal ein Eintrag über einen Film mit einer solchen! - der die Gedächtnislücken der Säufer beleuchtet – leider wird er erschossen, bevor er den Namen des Mörders verraten kann. Warum müssen diese ausländischen Wissenschaftler auch immer so weit ausholen, bevor sie zum Punkt kommen! Lange her, daß ich einen Film gesehen habe, der so konsequent gute Laune verbreitet und mir ein fast schon psychopathisches Dauergrinsen verpaßte.

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Eine Schande, dass ich von diesem Whale-Film noch nie etwas gehört habe! Was haben die Fernsehsender im Nachtprogramm eigentlich auszustrahlen?

Du weisst natürlich, weshalb dich der Streifen in gute Laune versetzte: Whale war eben Brite - und erst noch schwul. Wenn man dem Film "Gods and Monsters" (1998) glauben darf, soll er sich seinen beissenden Humor bis ins hohe Alter bewahrt haben. - Sagt Hollywood, das einem der grossen Regisseure des Horrorfilms etwas spät Gerechtigkeit zukommen lassen will...

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Leider ist der Film so einfach auch nicht aufzutreiben, vor allem nicht in der deutschen Fassung, da nirgendwo auf Video oder DVD erschienen, konnte glücklicherweise auf eine Ausstrahlung bei Turner Classic Movies zurückgreifen.

Whales Humor zeigt sich ja auch bereits sehr schön in BRIDE OF FRANKENSTEIN und GODS AND MONSTERS hat mir auch sehr gefallen, wobei ich mich genötigt sehe, eine Lanze für Boris Karloff zu brechen, der weder dort noch in ED WOOD besonders gut wegkam. Da brauchen wir dann auch bald ein Biopic!

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In der Tat eigenartig, wie uninteressant Karloff für einen guten Filmstoff zu sein scheint. Lugosi reizt als zunehmend zur Nebenfigur degradrierter "Dracula" (etwa in "The Body Snatcher", 1945, dem Film, der meiner Schwester ihre erste schlaflose Nacht bescherte) offenbar mehr. Ich plädiere aber auch für ein Karloff-Biopic - bloss nicht mit Brad Pitt in der Hauptrolle, bitte!

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